Alex Sengpiel ist Deutscher Meister

Plötzlich Meerjungman

Eigentlich wollte nur Franka Sengpiel bei den Deutschen Meisterschaften im Meerjungfrauenschwimmen antreten. Doch dann meldete sich auch der Vater der 13-jährigen Dachauerin an, ganz spontan – und siehe da: Alex Sengpiel (47) war schnellster Meerjungmann.

Papa und Tochter haben Sportgeschichte geschrieben. Alex Sengpiel (47) und Franka Sengpiel (13) vom Schwimmverein Dachau setzten bei den Deutschen Meisterschaften im Meerjungfrauenschwimmen im Ottilienbad von Suhl einen denkwürdigen Doppelschlag, sie holten Gold (Vater) und Bronze (Tochter) nach Dachau.

Das Meerjungfrauenschwimmen floriert. Immer mehr Wassernixen und Wassermänner erfüllen sich mit Monoflossen und Mermaid-Schwimmanzügen den Traum, so elegant durchs Wasser zu gleiten wie Disneys Mermaid Arielle oder deren moderne Nachfolgerinnen aus der TV-Serie H2O.

Nun wurden im Ottilienbad in Suhl die Deutschen Meisterschaften im Meerjungfrauenschwimmen ausgetragen. Franka Sengpiel (AK 12/13 Jahre) holte sich die Bronzemedaille, ihr Vater Alex (AK „Neptun“, 31 bis 100 Jahre) wurde gar Deutscher Meister. Ein Titel für die Ewigkeit, denn es waren die ersten bundesweiten Titelkämpfe in dieser jungen Trendsportart.

Erstmals sorgte das Schwimmen mit Monoflossen Ende 1982 in Deutschland für Furore. Allerdings nur für die Fans von Patrick Duffy und der TV-Serie „Der Mann aus dem Meer“. Darin spielte Duffy, der als „kleiner Bruder“ von Fiesling J.R. Ewing dank der TV-Serie Dallas berühmt geworden war, den letzten Überlebenden der sagenhaften Stadt Atlantis, der sich eben meerjungfrauenartig durchs Meer flipperte. Spätestens mit „Arielle, die Meerjungfrau“ brachte Disney 1989 auch viele Mädchen dazu, von eleganten Unterwasserbewegungen zu träumen. In der „Neuzeit“ waren es dann die TV-Serien „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ (ab 2006) und der Ableger „Mako – Einfach Meerjungfrau“ (seit 2013), die den Trend wiederbelebten – und letztendlich auch in die deutschen Schwimmbäder brachten.

Immer mehr Kurse für Meerjungfrauenschwimmen werden angeboten, auch im Raum München. Das Stichwort „Meerjungfrauenschwimmen“ bringt bei Google immerhin schon rund 50 000 Treffer.

Mehr als 100 Meerjungfrauen- und Meermänner-Aktive aus allen Regionen Deutschlands strömten nun ins thüringische Suhl. Vor mindestens ebenso viel begeisterten Fans bewährten sich die Sportler aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg, Berlin und Bayern im Bad im Congress Centrum über die Distanzen von 50 Meter (bis 13 Jahre) und 100 Meter (ab 14 Jahre).

Damit alle Starter dieselben Voraussetzungen hatten, wurden die professionellen Schwimmkostüme von einem Hersteller zur Verfügung gestellt. Während sich die Sportler vorbereiteten – allein das Hineinschlüpfen in den Anzug dauert und ist anstrengend – brannte das Organisationsteam des Ottilienbades mit Schnuppertauchen, Styling (Flechtfrisuren und Schminken), Unterwasserfotosessions und Glücksradspiel im Rahmenprogramm ein echtes Feuerwerk ab, so dass die Stimmung bei den Wettkämpfen richtig gut war. Alle Starter wurden von den begeisterten Fans frenetisch angefeuert.

Als erstes SVD-Mitglied ging Franka Sengpiel (AK 12/13) ins Wasser. Gemeinsam mit ihrem Vater hatte sie sich mit Monoflossen im Dachauer Freibad und im Waldschwaigsee vorbereitet und kam deshalb mit dem ungewohnten Kostüm gut klar. Bei der Tauchphase nach dem Start vom Beckenrand zeigte sich Franka wie eine echte Meerjungfrau, sie tauchte zum ersten Luftholen als Führende auf. Am Ende musste sie sich aber nach 42,28 Sekunden und packendem Kampf zwei Konkurrentinnen knapp im Fotofinish-Finale geschlagen geben.

Ihr Vater Alexander war eigentlich nur als Begleiter seiner Wassernixe Franka vorgesehen. Als der routinierte Masterschwimmer des SVD – Jahrgang 1969 mit Stammlage Delphin – aber erfuhr, dass es auch Altersklassen für Meermänner gab, meldete er spontan. Und er kehrte als Deutscher Meister in die Große Kreisstadt zurück.

Dabei zeigte er unter anderem dem hohen Favoriten Klaus Frosch (Bad Wörishofen), was eine echte Harke bzw. ein echter neptunscher Dreizack ist. Während sich Frosch auf den ersten 50 Metern überpowerte und nach 75 Metern einbrach, fand Sengpiel zu einem tollen Rhythmus, er flog förmlich zu Bestzeit (1:22,59 Minuten) und Meistertitel, der mit einer Goldmedaille aus der Hand der Thüringer Meerjungfrauenprinzessin und einem Meermannkostüm mit Monoflosse belohnt wurde.

Nach diesem ebenso schönen wie unerwarteten Triumph ist das Ziel der Sengpiels klar: Bestätigung der Leistungen und Titelverteidigung bei der zweiten DM im Meerjungfrauen- und Meermänner-Schwimmen im September 2017 in Suhl

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