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Sieg für die Reiter. Am Gerblhof in Pellheim gilt nun Tempo 50.

Ausschuss stimmt für Tempolimit zwischen Pellheim und Assenhausen

Nun also doch: Tempo 50 beim Gerblhof

Vor einigen Monaten hatte Stadtrat Wolfgang Moll ein Tempolimit beim Reiterhof Gerblhof bei Pellheim beantragt. Der Ausschuss stimmte jedoch dagegen. Dann aber gab es solch einen Aufruhr, dass das Thema erneut in den Ausschuss kam – und nun doch: Erfolg hatte.

Der Antrag von Wolfgang Moll (parteilos), auf der Verbindungsstraße zwischen Assenhausen und Pellheim die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h, „idealerweise“ aber auf 50 km/h zu reduzieren, war wirklich gut gemeint gewesen. Doch nachdem er im Ausschuss denkbar knapp abgelehnt wurde (nur die CSU-Politiker, Bürger für Dachau und Freie Wähler stimmten dagegen), gab es noch ein Nachspiel: Die Stadtverwaltung war dadurch erst auf die Idee gekommen, die Rechts-vor-Links-Vorschrift für die kleine Straße „Am Anger“ aufzuheben (wir haben berichtet). Die Folge: Die Autofahrer konnten nun zwischen Assenhausen und Pellheim nicht nur weiterhin 100 km/h fahren, sie mussten nun nicht einmal mehr auf eventuelle Abbieger aus der Anger-Straße Acht nehmen. Keine gute Situation, wie die Reiter des Gerblhofs fanden. Sie starteten eine Petition im Internet für eine 50-Stundenkilometer-Beschränkung in ihrem Bereich. Sie sammelten 419 Unterschriften und reichten diese bei der Stadt ein. 

Diese nahm es zum Anlass, sich die Situation noch einmal genauer anzusehen. Mit Messgerät. Das Ergebnis: Durchschnittlich fahren dort etwa 580 Fahrzeuge pro Tag vorbei. 85 Prozent davon fahren auf Höhe der Einmündung Am Anger „nicht schneller“ als 79 km/h, wie die Verwaltung in ihrer Tischvorlage für die Verkehrsausschusssitzung am Mittwochnachmittag schrieb. „Absolute Spitzenreiter“ bewegten sich bei 105 und 107 km/h, schrieb die Verwaltung weiter. Nun sind 79 Stundenkilometer in einer 100-km/h-Zone tatsächlich nicht viel. 

Andersrum aber führt die Tatsache, dass die Autofahrer dort tatsächlich an die 80 km/h fahren, ein Argument der Polizei ad absurdum: Die Gegnerin des des 50er-Tempolimits hatte argumentiert, dass etwa ein 60-Schild dem Autofahrer suggerieren könne, dass man hier tatsächlich 60 km/h fahren könne. Nun also kam das Thema wieder in den Ausschuss. Und siehe da: Auch die CSU hatte sich die Situation vor Ort selbst angeschaut. Und ihre Meinung geändert: Auch sie plädierte nun für ein Tempolimit von 50 km/h. Gertrud Schmidt-Podolsky wies allerdings auch darauf hin, dass die Unterstellung, die CSU habe damals mit ihren Gegenstimmen dem Ex-Mitglied Wolfgang Moll eins auswischen wollen, „lächerlich“ sei. Der Reiterhof-Besitzer hatte diese Vermutung damals geäußert. 

Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD), der schon damals für den Antrag gestimmt hatte, plädierte ebenfalls gleich für eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Worüber Moll erleichtert war: „Ich freue mich“, sagte er. „Ich hatte schon einen Bürgerantrag im Kopf.“ Dennoch empfinde er auch „ein Stück weit Genugtuung“, dass der Antrag nun komplett angenommen wird – auch wenn er „bedauerlicherweise viel diskutiert“ wurde. Und er betonte, dass auf der gesamten Verbindungsstraße die Geschwindigkeit reduziert werden muss. Im Vorschlag der Verwaltung hieß es „im Bereich des Reiterhofs“. Der Ausschuss stimmte also geeint für die 50-km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung auf der gesamten Straße.

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