Wollen auch an ihrem Bayerischen Akzent arbeiten: Leesa Gentz (l.) , 32 Jahre alt, und rechts JulzParker, 34. foto: dg

Australische Temperaturen zur Begrüßung von Hussy Hicks

Dachau - Die neuen Bewohner der Ruckteschellvilla sind in Dachau angekommen: Julz Parker und Leesa Gentz wohnen in den nächsten Monaten in der Künstlervilla. Sie sind die Band Hussy Hicks.

Die Temperaturen machen Eindruck. „Das ist ja fast australisches Wetter, das ihr hier habt“, stellt Julz Parker erfreut fest und blinzelt, weil ihr die Sonne ins Gesicht scheint. Sie sitzt auf dem grünen Bänkchen im dem kleinen Garten der Ruckteschellvilla, neben ihrer Bandkollegin Leesa Gentz. Dieser Garten wird für die nächsten Monate zu ihrem neuen Zuhause gehören, denn Julz und Leesa, bekannt als die Hussy Hicks, treten die Nachfolge von Tim McMillan an und erhalten von der Stadt Dachau für ein halbes Jahr eine kostenlose Künstlerwohnung in der Ruckteschellvilla.

Eingeräumt haben sie noch gar nichts. „Das Gepäck ist noch im Auto“, erklärt Leesa. „Wir sind gerade erst aus Avignon angekommen.“ Aber die Stunden im Auto haben die beiden Australierinnen gut überstanden, schließlich sind sie das wochenlange Touren gewohnt. Zweimal haben sie dabei auch schon in Dachau Halt gemacht, auf Einladung von Prittlstock und dem Verein Tollhaus im Café Gramsci. Sowohl ihre Auftritte, wie auch ihre lockere und freundliche Art überzeugten die Veranstalter Peter Lenk und Kai Kühnel, so dass sie die beiden als Nachfolger für den ersten Ruckteschellvilla-Stipendiaten Tim McMillan vorschlugen. Die Fraktionen von Bündnis und CSU stellten den Antrag, der Stadtrat stimmte zu.

Den Künstlern fällt somit in den nächsten Monaten die Aufgabe zu, ihren Beitrag zum Dachauer Kulturleben zu leisten sowie die Stadt bei auswärtigen Konzerten zu repräsentieren. Wie Tim McMillan werden die Hussy Hicks im Herbst einige Workshops für Dachauer Musiker anbieten und wohl auch im Rahmen eines städtischen Konzerts ihre Live-Qualitäten unter Beweis stellen.

Julz freut sich aber auch besonders auf andere Dinge: „Wir wollen neue Menschen kennenlernen, und natürlich an unserem furchtbaren Deutsch arbeiten.“ Besonders an dem bayerischen Akzent. Außerdem wollen die beiden in ihrer neuen Zwei-Zimmer-Bleibe kreativ werden. „Hoffentlich entstehen ein paar gute neue Songs.“ Inspiration gebe es genug in Dachau, findet Julz. „Wir waren schon im wunderschönen Schlossgarten und in der Altstadt.“ Aber auch in die Landeshauptstadt möchte die Australierin bald fahren. „Ich habe gehört, man kann im Eisbach surfen“, sagt sie mit einem Lächeln.

Im September bekommen die beiden Gesellschaft in der Ruckteschell-Villa. Die zweite Dachgeschosswohnung werden dann die Kanadier Christina Martin und Dale Murray bewohnen.

Ihren ersten großen Auftritt haben die Hussy Hicks bereits an diesem Wochenende - beim vierten Prittlstock Garden Open Air in Prittlbach. Dort stehen die Hussy Hicks mit ihrer „Funky-Feel-Good- and Folkmusic“, wie sie ihren Stil beschreiben, quasi als Headliner auf der Bühne. Festival-erprobt sind sie, sie spielten unter anderem schon vor tausenden Zuschauern beim legendären Glastonbury Festival in England. Prittlbach ist eine Nummer kleiner, kann im Gegensatz zum Glastonbury aber möglicherweise mit australischem Wetter punkten.

Dominik Göttler

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