Krimiautor Michael Böhm vollendet seine Trilogie

Petermanns großes Finale

Dachau - Leo Petermann will Ruhe. Doch daraus wird nichts, unter anderem kommt dem Protagonisten ein Erpresser namens Lancelot Herkommer in die Quere... Im dritten und abschließenden Petermann-Roman passiert noch viel mehr – erzählt im ureigenen Stil des Dachauer Krimiautors Michael Böhm.

Nach den beiden ersten Petermann-Romanen schließt der seit 30 Jahren in Dachau lebende Autor Michael Böhm die Trilogie mit dem letzten Teil „Quo Vadis, Herr Petermann“ ab. Mit dem ungewöhnlichen Protagonisten und seinem eigenwilligen Schreib- und Erzählstil bringt Michael Böhm weiterhin eine lesenswerte Abwechslung in das Genre der Krimiliteratur.

Dr. Leo Petermann, ehemaliger Vorstandschef des Softwarekonzerns „Pythagoras“, ist nicht nur ein eigenwilliger, reicher Genussmensch, der sich den Künsten und dem luxuriösen Ruhestandsleben verschrieben hat, sondern auch ein Mörder. Er hat die Angewohnheit, zu lästige Menschen final aus seinem Leben zu entfernen.

Als der junge Pressefotograf Lancelot Herkommer ihn mit dubiosen Andeutungen zu erpressen versucht, droht sein geordnetes Leben in Unruhe zu versinken. Ferner wird die Geliebte des berühmten zeitgenössischen Malers Tulipan ermordet. Der Künstler gerät unter Verdacht und Petermann soll ihm mit seinen zahl- und einflussreichen Kontakten von früher zu Hilfe kommen. Parallel dazu ist Petermann privat auf der Suche nach längst vergessenen Kindheitserinnerungen, um ihm die Frage nach seinem Weg für die Zukunft zu beantworten. Nachdem sich der Privatier immer tiefer in die Vergangenheit des Künstlers, des Fotografen und nicht zuletzt seiner eigenen verstrickt hat, nimmt die Geschichte am Ende eine überraschende Wendung für alle Beteiligten.

Als Leser hat man es auf den ersten Seiten zugegebenermaßen nicht leicht: lange Schachtelsätze, antiquierte Begriffe, bedeutungsgeladene Vergleiche wirken dem Lesfluss entgegen. Doch die hochgestochen klingenden Sätze lassen auch einen Rückschluss auf den Protagonisten Petermann zu: Der ist eben ein eloquenter, kultivierter Intellektueller.

Vom Ich-Erzähler in der Gegenwart weicht der Autor ausschließlich in den Mordszenen ab: Mit dem Erzähler in der dritten Person schafft Böhm die nötige und beabsichtigte Distanz zu Petermann selbst. Eine weitere Besonderheit von Michael Böhms Stil: Er verzichtet vollkommen auf Dialoge.

Wenn man sich darauf vorbereitet, einen eher untypischen Krimi vor sich zu haben, ist die Geschichte mit eher romanhaften Zügen ein gewitztes, mit Unmoral und Ironie gespicktes Stück Heimatliteratur, das das Leben in Dachau, München sowie an einem bayerischen See gekonnt und authentisch widerspiegelt. Hat man sich einmal an den ungewöhnlichen Stil von Böhms gewöhnt, findet die Trilogie der Petermann-Krimis einen würdigen und unterhaltsamen Leseabschluss.

Böhm lebt seit vielen Jahren in Dachau. Für „Herr Petermann und das Triptychon des Todes“, nach dem Auftaktroman „Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe“ der zweite Teil der Trilogie, wurde er mit dem renommierten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet.

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