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In guten Händen: Fußballprofi David Alaba vertraut auf die Geschicke von Beraterprofi Christian Rößner.

Christian Rößner arbeitet als Spielerberater

David Alabas "Chefinho"

Dachau - Wenn bei David Alaba Real Madrid anklopfen würde, dann wäre ein Mann hellwach: Christian Rößner. Der Dachauer Anwalt ist der Berater des Bayernstars.

Legenden wie Beckenbauer, Pelé, Muhammad Ali bis hin zu jüngeren Stars wie Neymar, Schweinsteiger oder Arjen Robben: Sie alle sind in der Rechtsanwaltskanzlei von Christian Rößner in der Dachauer Altstadt verewigt. Die einen auf original Veranstaltungsplakaten, die beispielsweise Ali beim legendären Rumble in the Jungle zeigen. Von den anderen hängen Trikots an den Wänden. Alle „matchworn“, also vom Spieler getragen, wie Rößner betont. Doch nicht nur Devotionalien der Stars sind im Büro des Dachauers zu sehen, auch in Fleisch und Blut sind sie dort regelmäßig zu beobachten.

Champions-League-Sieger David Alaba zum Beispiel. Die Trikots mit der Nummer 27 sind in dem Gebäude besonders oft und prominent platziert. Anwalt Christian Rößner berät den zweifachen österreichischen Sportler des Jahres (2013, 2014) schon seit über neun Jahren in juristischen Fragen. Ein anderer Mandant könnte ebenso ein Weltstar werden: das 16-jährige Torwarttalent Christian Früchtl. Rößner bezeichnet den Keeper der U 17 des FC Bayern als „absolutes Juwel“. Viele Experten trauen Früchtl sogar zu, einst Manuel Neuer zu beerben.

Rößners jüngster Mandat ist der Bayern-Eleve allerdings nicht. Der jüngste Kunde, Malik Tilmann, ist gerade mal 15 Jahre alt. Ob junge Fußballer in diesem Alter überhaupt schon einen Berater brauchen? „Eigentlich nicht, aber später bekommt man sie nicht mehr. Das Geschäft ist ein bisschen wie ein Haifischbecken“, sagt Rößner.

Christian Rößner selbst hatte sich ungefähr im gleichen Alter gegen den Fußball und für die Schule und später für eine juristische Laufbahn entschieden. Als begabter Kicker beim SV Lohhof wollten ihn einst sogar die Bayern verpflichten. Dennoch ist er dem Fußball auf andere Art treu geblieben. Nachdem er sich einen Namen als Anwalt gemacht hatte, entschloss er sich vor ungefähr zehn Jahren, im Bereich Spielerberatung tätig zu werden.

Ein in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus strittiger Berufsstand. „Paten des Fußballs“ würden sie oft abschätzig genannt, und Rößner gibt zu: „Es gibt viele schwarze Schafe in der Branche.“ Vor allem wegen zwielichtigen Personen wie Mino Raiola, seines Zeichens Berater von polarisierenden Kickern wie Zlatan Ibrahimovic oder Mario Balotelli. Raiola und andere grätschen gerne mal öffentlich dazwischen und beziehen über die Medien Stellung für ihre Spieler.

„Ich denke, so ein Verhalten schadet den Spielern eher. Meine Philosophie ist es eher, im Hintergrund zu arbeiten und den Kontakt zur sportlichen Leitung zu suchen.“ Den FC Bayern bezeichnet er in diesem Zusammenhang als „absoluten Vorzeigeklub“, bei dem er immer ein offenes Ohr finde. Und die Jugendarbeit des Vereins sei einmalig. Kein Wunder also, dass er einem seiner Schützlinge, dem 17-Jährigen Timothy Tilmann, den Wechsel von Fürth zu Bayern nahelegte. Timothy wechselte, und machte sich so gut, dass am Freitag Real Madrid bei Rößner anklopfte. „Die haben großes Interesse an ihm“, so der Berater.

Zu Rößners Philosophie gehört es auch, dass er den Spielern das komplette Programm an Beratung anbietet. Während er Alaba nur in juristischen Dingen berät, bietet er mit seinem Team für seine anderen Mandanten unter anderem Vermögensberatung und Betreuung der Social-Media-Kanäle an, wickelt Werbeverträge ab oder schult sie für den Umgang mit Medienvertretern. Die Persönlichkeitsentwicklung der Spieler sei ihm wichtig: „Ich lege großen Wert darauf, dass die Jungs in der Schule fleißig sind.“ Einige werden es ihm heute danken, denn nicht jeder schafft den Sprung zum Profi, und viele sind heute froh, einen Schulabschluss gemacht zu haben. Dazu ist er im stetigen Kontakt mit den Lehrern und Eltern. Rößner erzählt, dass die Beratung für ihn auch dann nicht aufhöre, wenn sie keine Fußballprofis werden. „Die Jungs sind wie Söhne wie mich.“ Manche nennen ihn sogar Papa, für David Alaba ist er „Chefinho“.

Die meisten seiner „Söhne“ sind beim FC Bayern angestellt, weshalb er als eingefleischter Bayernfan nicht oft in Gewissenskonflikte kommt. Als festes Ritual telefoniert er vor jedem Spiel mit seinen Spielern. Wer denn vor wichtigen Spielen nervöser ist? „Ich natürlich, die Jungs sind da viel entspannter als ich.“

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