Reaktionen auf Merkels erneute Kandidatur

"Die Kanzlerin ist ein Ruhepol in  Europa"

Dachau - Angela Merkel hat es angekündigt: Sie will für den CDU-Vorsitz und die Kanzlerschaft erneut antreten. Die CSU-Spitze im Landkreis Dachau findet das gut.

Landrat Stefan Löwl steht hinter Merkels Entscheidung. „Ich habe damit gerechnet, dass sie nochmal kandidiert und bin froh darüber, weil sie eine Art Ruhepol in Europa ist. Sie hat uns bereits durch viele Herausforderungen wie die Finanzkrise geführt. Sie ist eine gute Kanzlerin.“ Es gibt nach Löwl nur einen Dissenzpunkt: die Flüchtlingskrise. „Ich habe ihre Entscheidung im Sommer vergangenen Jahres unterstützt, als sie sagte, alle Flüchtlinge sind bei uns willkommen. Aber sie hätte bereits im Herbst sagen müssen, dass es hier auch Grenzen gibt, das hat sie erst im Frühjahr darauf getan – und das war zu spät. Aber ich glaube, es ist ihr auch bewusst, dass das zu spät war.“

Der Landrat kann sich niemanden anderen vorstellen, die großen Aufgaben wie Flüchtlingsthema oder den Brexit zu regeln. „Angela Merkel hat die richtige Erfahrung und das Standing dafür.“

Stefan Löwl sieht auch zwischen den Unionsparteien keine Gräben. „Wir haben in vielen Bereichen die gleiche Meinung. Nur bei der Flüchtlingskrise eben nicht.“ Im Wahlkampf sieht der Landrat vor allem den Vertrauensverlust der Bürger in die Politik als Thema. Vor Kurzem sei er an einem Infostand vielfach auf Merkels Kandidatur angesprochen worden. „Ich habe dabei verschiedene Aussagen von ,geht gar nicht mehr’ bis ,wähle ausdrücklich Union’ gehört“. Löwl selbst will sich im Wahlkampf vor allem für nicht-populistische Werte einsetzen und versuchen, die Menschen davon zu überzeugen, zur Wahl zu gehen und „nicht auf ihr momentanes Bauchgefühl, sondern auf ihr Kopfgefühl“ zu hören.

Auch Bernhard Seidenath, CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter, hat mit Merkls Kandidatur gerechnet: „Die erneute Bewerbung hat sich – auch mangels weiterer Bewerber in der CDU – abgezeichnet. Ich hoffe nun sehr, dass die CDU unter der Führung von Angela Merkel die Vorschläge und Hinweise aus ihrer Schwesterpartei CSU aufnimmt und zu erkennen gibt, dass sie diese auch umsetzen will.“ Fakt sei, dass es den Menschen in Deutschland grundsätzlich gut gehe, zum Teil sogar sehr gut. Es gebe aber auch so viele Ängste wie selten zuvor, gerade im Bereich der Sicherheit. „Diese muss die Politik noch stärker aufnehmen, so, wie es der Freistaat Bayern bereits getan hat und weiter tut. Die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen hätten die CDU hier längst aufrütteln können und müssen“, so Seidenath.

Wolfgang Offenbeck, Karlsfelder Gemeinderat und CSU-Fraktionschef im Kreistag, ist über Merkels Entscheidung sehr froh. „Ich denke, wir haben es in den letzten Jahren und zuletzt beim Abschiedsbesuch Obamas erlebt, dass Angela Merkel ein Stabilitätsfaktor in einer politisch verunsicherten Welt ist. Ich finde, ihre erneute Kandidatur ist ein gutes Zeichen.“

Offenbeck geht zwar davon aus, dass es sicherlich auch Wähler geben wird, die die erneute Kanzlerschaft Merkels in Richtung AfD drängt. „Aber das ist eine wichtige Aufgabe von uns, den Menschen in Diskussionen und über Aufklärung zu vermitteln, dass die Dinge nicht so einfach sind. In einer komplizierten Welt gibt es keine einfachen Lösungen.“ Die CSU müsse diese Herausforderung annehmen und die schwierigen Lösungen erklären. „Das ist eine Herausforderung, denn Wahlkampf und komplexe Themen passen nicht gut zusammen.“ Für Offenbeck ist es aber gerade in wichtiges Zeichen innerhalb der EU gegenüber den anderen Ländern, dass sie sich auf die Stabilität Deutschlands verlassen können. „Und dafür ist Merkel die Richtige." (sue)

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