Heutiges Treffen

Defizite in der Kommunikation zwischen Helferkreise und Landratsamt

Dachau - Beide wollen helfen, aber nicht immer sind sie sich einig: Zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Asylhelfern kann es Konflikte geben. Auch im Kreis Dachau gibt es Defizite in der Kommunikation zwischen Landratsamt und Helferkreisen.

Ein Aufschrei ist durch die Helferkreise gegangen, als das Landratsamt Anfang März eine allgemeine Hausordnung für alle Asylunterkünfte im Landkreis herausgab (wir berichteten). „Die Hausordnung ist einfach zu lang, zu umfangreich und zu juristisch“, kritisiert Waltraud Wolfsmüller, Vorsitzende des Arbeitskreis Asyl Dachau. Unter anderem verbietet die juristisch ausgeklügelte Satzung zum Beispiel das Aufstellen von Gartenmöbeln auf der Terrasse aus Gründen des Brandschutzes oder das Fotografieren von anderen Personen in den Asylunterkünften.

Das Verhältnis zwischen Landratsamt und Helferkreise ist schon zuvor zum Teil ein wenig angespannt gewesen: Anfang des Jahres hatte Landrat Stefan Löwl öffentlich unangebrachtes Verhalten einzelner Helfer gegenüber den Mitarbeitern des Landratsamts kritisiert. Auch die Kommunikation zwischen Helferkreisen und Landratsamt wird von verschiedenen Seiten kritisiert. Landrat Löwl lädt am heutigen Dienstag zu einem Schlichtungsgespräch ein, „um die Kommunikation mit den Helferkreisen zu verbessern“, wie das Landratsamt erklärt.

Die Diskussion über die Hausordnung in den Unterkünften war nur „der bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat – was die Kommunikationsdefizite zwischen den Helferkreisen und dem Landratsamt betrifft“, so Pressesprecher des Landratsamtes Wolfgang Reichelt. Detlef Wiese, Sprecher des Helferkreises Haimhausen, beklagt: „Wir sind eigentlich diejenigen, die sehr nah am Alltag der Asylbewerber dran sind, ganz nah am Kunden praktisch.“ Trotzdem habe das Landratsamt den Großteil der Helferkreise nicht in die Erarbeitung der Hausordnung miteinbezogen. Reichelt erklärt: „Wir haben die Hausordnung nicht in der Gesamtheit mit den Helferkreisen abgesprochen, nur einzelne Regelungen mit einzelnen Helferkreisen. Nach dem Verschicken der Hausordnung gab es aber heftige Reaktionen.“

Die Zusammenarbeit zwischen den Ehrenamtlichen und der Behörde läuft nicht immer problemlos: „Es sind einfach zwei Reibungspunkte: ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer. Es sind verschiedene gesellschaftliche Gruppen, die miteinander auskommen müssen“, so Peter Barth vom Helferkreis Hebertshausen.

„Wir wollen mehr Kommunikation und Kooperation auf Augenhöhe mit dem Landratsamt und fühlen uns oft nicht ernst genommen“, sagt Detlef Wiese: „Es geht uns nicht darum, die Asylbewerber zu verwöhnen, sondern einfach um mehr Integration.“ Doch die Sorgen der Helferkreise fordern auch das Landratsamt, so Reichelt: „Wenn übertrieben gesagt 2000 Helfer bei uns anrufen und immer wieder die gleichen Fragen stellen, braucht es eben ein bisschen Geduld.“

Aber auch der Informationsaustausch aus dem Landratsamt heraus an die Helfer läuft nicht immer einwandfrei, vor allem wenn neue Flüchtlinge ankommen sollen, berichtet Waltraud Wolfsmüller: „Es war schon oft so, dass wir vor den Unterkünften gewartet haben und dann niemand gekommen ist.“ Auch Detlef Wiese fügt hinzu: „Die Zuweisung von Flüchtlingen klappt einfach noch nicht. Manchmal stehen die Asylbewerber dann da und suchen die Unterkunft. Das ist alles noch nicht so gut organisiert.“

Pressesprecher Reichelt wiederum erklärt, dass das Landratsamt 24 Stunden vor der Ankunft der Asylbewerber deren Namen und Geschlecht erfahre und versuche diese Informationen zügig an die Helferkreise weiterzugeben: „Das hat aber nicht immer hingehauen“ – auch deswegen weil die Helferkreise mehrere Ansprechpartner hätten. anna schwarz

Asyl-Helferkreistreffen

Heute Abend sollen die Schwierigkeiten angesprochen und Lösungsansätze präsentiert werden. Das Treffen für die Asyl-Helferkreise findet um 19 Uhr im Bürgerhaus Karlsfeld statt.

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