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Mit Kind und Schaf: Dominik Diepold hält die vier Schafe auf der Wiese neben dem englischen Garten am Dachauer Schloss. Sein drei Jahre alter Sohn Anton umarmt Schaf Agnes – er hat die Haustiere schon in sein Herz geschlossen.

Dominik Diepold hält die Tiere am Fürstenweg in Dachau

Vier Schäflein für den Schlossberg

Sie leben in 1a-Lage, direkt am Schlossgarten, absolut ruhig, mit Panoramablick über das Dachauer Land. Das dürfte Sigi, Agnes, Cecilia und Don jedoch schnuppe sein: Die vier Schäflein schätzen vielmehr das saftige Gras – und die kleinen Besucher, die zum Streicheln und Füttern kommen dürfen.

Sie liegen in ihrem kleinen Unterstand oder fressen das saftige Gras unter dem Schatten der Apfelbäume: Die vier kleinen Ouessantschafe in ihrem Gehege am Fürstenweg am englischen Garten des Dachauer Schlosses genießen die Sommertage. Sie gehören Dominik Diepold. Die wolligen Vierbeiner stammen ursprünglich aus Nordfrankreich, fühlen sich aber in Dachau offensichtlich sehr wohl. Mindestens einmal pro Tag sieht Dominik Diepold nach dem Rechten. 

Der Dachauer studiert Tiermedizin, im Februar wird er mit seinem Studium fertig. „Mit meinem Studium haben die Tiere allerdings recht wenig zu tun“, gibt der 29-Jährige zu. Vor allen Dingen sei es ein schönes Hobby, sich um die Tiere zu kümmern . Die Idee, sich vier kleine Schafe anzuschaffen, hat er sich von einem Kommilitonen abgeschaut: „Ein Studienkollege aus dem Allgäu hatte welche bei sich zu Hause. Als ich sie gesehen habe, dachte ich, das wäre auch etwas für mich“, erzählt der angehende Tierarzt. Der zweite Grund: „Meine Eltern haben so einen großen Garten, in dem ich immer die riesige Wiese mähen musste. Damit ist nun Schluss“, lacht er. Von dem ungewöhnlichen Familienzuwachs ist auch Diepolds dreijähriger Sohn Anton begeistert. 

Die Familie Diepold wohnt in der Burgfriedenstraße unterhalb der Wiese, das noch zum Schlossgrund gehört und somit in die Obhut der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung fällt. „Zuerst hielten wir die Schafe bei uns im Garten. Auf der großen Wiese hatten sie genug Platz und Fressen“, fährt er fort. Für die Wintermonate wurde ein kleiner Stall angeschafft, in dem es die kleinen Schafe kuschelig warm haben. Allerdings war das Gras im Garten der Eltern schnell abgefressen.

Da hatte Dominik Diepold eine Idee: „Ich rief Stephan Müller von der Schlossverwaltung Dachau an und erzählte ihm von meinen vier Haustieren.“ Dominik Diepold fragte, ob es möglich ist, die Schafe für eine Zeitlang auf der Wiese oben auf dem Berg unterzubringen – und siehe da: „Stephan Müller war sofort begeistert.“ Der Leiter der Dachauer Schlossverwaltung sei sehr entgegenkommend gewesen und habe bereits in München im englischen Garten Erfahrung mit Schafen gesammelt. Müller sei von den etwas anderen – und vor allem kostenlosen – Rasenmähern gleich angetan gewesen, berichtet Dominik Diepold. 

Nun haben die vier Schäfchen Sigi, Agnes, Cecilia und Don ein Sommerdomizil. Das Besondere an den Ouessantschafen: Es ist die kleinste Schafrasse der Welt. Ursprünglich stammen die Tiere von der französischen Atlantikinsel Ile d’Ouessant vor der Westküste der Bretagne. Die winzige Größe von 42 bis 49 Zentimetern ist dadurch zu erklären, dass das karge Futterangebot und Klima der Heimatinsel zur Verzwergung der Rasse führte. 

An das Dachauer Klima haben die Schafe sich inzwischen bestens angepasst – sowie die Bevölkerung an sie: „Bis jetzt habe ich überwiegend positive Rückmeldungen bekommen. Manchmal kommt es vor, dass ein besorgter Tierfreund bei uns vor der Haustüre steht und wissen will, wer nach den Tieren sieht.“ Da brauche sich allerdings niemand Sorgen machen: Wasser, Futter und der Zaun werden laut Diepold regelmäßig kontrolliert. 

Vor allem die Kinder sind von den Schafen angetan. „Erst kürzlich hatten wir eine Kindergartengruppe da, die die Schafe dann füttern und streicheln durfte“, berichtet er. Im Mai seien die Schafe auch zum ersten Mal geschoren worden. „Mit der Wolle können die Kinder dann etwas aus Filz basteln“, überlegt er. „Für solche Aktionen bin ich immer gerne zu haben, einfach Bescheid sagen und zum Schafe-Streicheln anmelden“, versichert Dominik Diepold lächelnd. Und so dienen die vier Schafe nicht nur der Landschaftspflege und der Wollgewinnung – sondern sorgen auch noch für für Erlebnisse, die Kindern in Erinnerung bleiben. Nicht nur Dominik Diepold hofft, dass seine kleinen Franzosen noch lange in Dachau leben können. 

Wenn Kindergruppen zum Schafe streicheln und füttern kommen möchten, nimmt Dominik Diepold unter Telefon 01 76/ 82 00 27 95 Anmeldungen entgegen.

Susanne Just

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