Elefantenwaise: Die Mutter von Barsilinga wurde wegen der Stoßzähne getötet.

Aktion einer Dachauerin

Voller Einsatz für Kenias Elefanten

Dachau - Im vergangenen Oktober hat Anja Wanka ihre Aktion gestartet. Jetzt hat die Dachauerin ihr Ziel erreicht: Mehr als 1000 Euro an Spenden sind eingegangen, die sie in ihrem Einsatz für Elefanten in Kenia sammelt. Nun will sie ein Versprechen einlösen.

Die Dachauerin Anja Wanka engagiert sich für Elefanten in Kenia und kündigte eine spektakuläre Aktion an, um weitere Menschen auf ihre Seite zu bringen: Wenn sie 1000 Euro gesammelt hat, würde sie den „Flying Fox“ des Münchner Olympia-Stadions in den „Fliegenden Elefanten“ verwandeln und im Elefantenkostüm am Stahlseil durch die Lüfte sausen. Damit wird es jetzt ernst, denn vor einigen Tagen hat sie ihr Ziel erreicht: Aktuell weist das Spendenkonto 1018,19 Euro aus.

Die Aktion im Olympiastadion will sie jedoch aus eigener Kasse bezahlen, die so gesammelten Spenden gehen zu 100 Prozent an den David Sheldrick Wildlife Trust, eine Nichtregierungsorganisation in Kenia, die sich für Elefanten einsetzt. Die Organisation kümmert sich zum Beispiel um verwaiste Tiere und setzt sich im Kampf gegen Elfenbein-Wilderer ein, die die großen Tiere jagen, um ihre begehrten Stoßzähne teuer zu verkaufen.

Daneben werden Anti-Wilderer-Einheiten ausgebildet und entsandt sowie Unterstützung geboten bei der Jagd nach Wilderern und bei Einsätzen von Tierärzten aus der Luft, wofür die Organisation zwei eigene Flugzeuge und einen Helikopter besitzt. Darüber hinaus versorgen mobile Tierarzteinheiten des Wildlife Trusts verletzte Tiere und verschaffen ihnen so eine zweite Chance, während an Schulen Aufklärungsarbeit geleistet und über die Lage der Wildtiere informiert wird.

Anja Wanka selbst tut von Deutschland aus so viel sie kann für die Elefanten, um sie vor der Gier nach Elfenbein und dem Aussterben zu schützen. Für die Aktionsgemeinschaft Artenschutz betreut sie regelmäßig auf ehrenamtlicher Basis Infostände. Sie hat außerdem 2013 den „Internationalen Marsch für Elefanten“ organisiert, an dem sich 42 Städte beteiligt haben, um auf die Situation der majestätischen Tiere aufmerksam zu machen.

„Die momentane Nachfrage nach Elfenbein in Asien ist nicht zu befriedigen“ erklärt sie, auch nicht mit sämtlichen Lagerbeständen konfiszierter Stoßzähne, „und auch nicht, wenn wir alle noch lebenden Elefanten dazu nehmen.“ Deshalb wünscht sich Wanka die Zerstörung aller Elfenbeinvorräte als Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel. Nach Beschluss einer Resolution der Europäischen Union haben Frankreich, Belgien und Italien bereits ihren Lagerbestand zerstört, die Zerstörung von Elfenbein in Deutschland steht noch aus.

In Kenia hat die Regierung vor kurzem 100 Tonnen des begehrten Gutes verbrannt.

Unter den Stoßzähnen von über 5000 Elefanten war auch das Elfenbein der Mutter des vier Jahre alten Elefanten Barsilinga. Seine Mutter wurde von den Wilderern schwer verletzt und musste deshalb eingeschläfert werden. Seitdem lebt der kleine Barsilinga im Waisenhaus des David Sheldrick Wildlife Trusts. Anja Wanka hat ihn als Elefantenbaby adoptiert und würde ihn selbst gerne einmal sehen, doch sie sagt: „Jedes Mal, wenn ich ein bisschen Geld übrig habe, nehme ich mir vor, es für eine Reise zu Barsilinga zu sparen, aber dann spende ich es doch lieber.“ Für sie sei es wichtiger, dass er eine Zukunft habe, als dass sie ihn sehen könne. „Aber vielleicht klappt es ja doch irgendwann einmal.“

Bis dahin engagiert sie sich weiter von Dachau aus und hofft auf tatkräftige Unterstützung anderer, um den Elefanten zu helfen. Um die Dachauerin zu unterstützen, können Interessierte unter www.justgiving.com/Anja-Wanka spenden. Auch auf Facebook unter www.facebook.com/Der-Fliegende-Eleffant-1009705135770347 kann mehr über Anja Wankas Aktion gelesen werden.

lan

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