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Alle wollen Blut spenden: Im BRK-Heim herrschte an zwei Nachmittagen großer Andrang. Insgesamt 275 Spendewillige nahmen auf den Liegen Platz und ließen sich anzapfen.

BRK bietet nun Blutspendeaktionen an

Endlich wieder Blutspenden in Dachau

Dachau - In Dachau kann wieder Blut gespendet werden. Nachdem der Blutspendedienst München sein Angebot im Landkreis Dachau eingestellt hatte, übernahm nun das Bayerische Rote Kreuz. Zum Auftakt kamen 272 Menschen in das Dachauer BRK-Heim.

Viele Dachauer freuen sich, wieder Blut spenden zu können: 275 Menschen kamen am Mittwoch und Donnerstag in das BRK-Heim in Dachau. Bisweilen bildeten sich sogar Warteschlangen hinter den Liegen, so groß war der Andrang bei der Blutspendeaktion. Auch die Freude des BRK über die vielen Spendewilligen war groß: Denn Bayern braucht pro Tag etwa 2000 Blutkonserven für die Versorgung von Krebspatienten, Unfallopfern oder bei Operationen. 

Auch OB Florian Hartmann, Landrat Stefan Löwl und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath ließen sich anzapfen. „Blutspenden ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, erklärte Hartmann. „Es ist wichtig, dass sich viele Leute beteiligen und Blut spenden.“ Jeder könne schließlich einmal selbst eine Spende benötigen.

Jeder Dritte ist laut dem Blutspendedienst einmal in seinem Leben auf eine Spende angewiesen, doch nur etwa 7 Prozent der bayerischen Bevölkerung spendet derzeit – ein Problem bei der fortschreitenden Überalterung und damit stetigen Abnahme der Zahl spendefähiger Bürger. Da ist es also wichtig, dass überall Blutspendeaktionen durchgeführt werden und viele kommen. 

Der OB war schon elf Mal beim Spenden. Sein Blut ist auch besonders gefragt – die Blutgruppe 0 Rhesus negativ kann jedem Empfänger gegeben werden, also auch, wenn es einmal ganz schnell gehen muss. Bernhard Seidenath ist nicht nur „glücklich, hier in Dachau spenden zu können“, die Blutspende tut ihm auch aus medizinischen Gesichtspunkten gut: Er habe einen hohen Eisenwert, durch den Blutverlust werde das Eisen reduziert.

Zur Stärkung gab es für alle Spender danach eine ordentliche Brotzeit: Leberkas, belegte Semmeln und etwas Süßes. Vorbereitet hatten sie die vielen fleißigen Helfer des Kreisverbandes des BRK – sie sind der Grund, warum im Landkreis wieder eine Blutspende möglich ist. „Sonst könnten wir das nicht schaffen“, erklärt Martina Kern, Gebietsreferentin des BRK-Blutspendedienstes. Auch Paul Polyfka, BRK-Kreisgeschäftsführer in Dachau, sagt: „Wir sind sehr dankbar, dass uns all die Ehrenamtlichen unterstützen.“ 

Der Blutspendedienst der Stadt München hatte wegen den hohen Kosten seine Aktionen im Landkreis eingestellt, er konnte auf keine ehrenamtlichen Helfer wie das BRK zurückgreifen. Früher konnte man in Dachau etwa zwei- bis dreimal im Jahr zum Blutspenden gehen, zusätzlich konnte man in verschiedenen Gemeinden des Landkreises spenden. 

Auch das Rote Kreuz plant, seine Aktionen auszubauen: Noch drei weitere Blutspendetermine sind dieses Jahr in Dachau geplant, bald soll es wie früher in anderen Orten des Landkreises möglich sein, Blut zu spenden. Der nächste Termin in Dachau ist voraussichtlich am 14. Juli.

Wer darf Blut spenden?

Erst einmal wird bei den Spendewilligen überprüft, ob sie geeignet sind: Sie bekommen einen Bogen mit Fragen zu ihrer Gesundheit, eingenommenen Medikamenten und Auslandsaufenthalten, denn zum Beispiel nach einer Reise in einem Malariagebiet sollte vorerst kein Blut gespendet werden. Ein Arzt überprüft dann jeden einzeln, es werden Blutdruck, Puls und Temperatur gemessen. Dies alles entspricht dem strengen Transfusionsgesetz und dient sowohl dazu, die Sicherheit des Spenders zu gewährleisten, als auch eine Infektion beim Empfänger auszuschließen, wie Martina Kern erklärt. Dabei ist die Blutspende gleichzeitig ein „kostenloser Mini-Check“: Falls bei den Blutuntersuchungen etwas auffällig ist, wird dem Spender Bescheid gegeben. Wer mehrmals im Jahr spendet, bekommt einen umfangreichen kostenlosen Gesundheitscheck. Generell können Menschen von 18 bis 69 Jahren zur Blutspende gehen – wenn es der Arzt erlaubt, auch bis 73 Jahre. Während Frauen maximal dreimal im Jahr Blut spenden dürfen, können Männer viermal im Jahr spenden. Etwa ein halber Liter Blut wird abgenommen. Wichtig ist für potentielle Spender auf jeden Fall, sich topfit zu fühlen und am Spendetag ausreichend getrunken zu haben.

Eva Lang

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