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Der tägliche Stau im Berufsverkehr auf der Münchner Straße in Karlsfeld.

Entlastung für Anwohner und Pendler an der B 304

Dreimal Hoffnung für Karlsfeld

Karlsfeld - Tempo 50 auf der B 304, dazu eine grüne Welle: Es besteht Hoffnung für die geplagten Anwohner in Karlsfeld und für die Pendler, die sich jeden Tag durch die Gemeinde quälen. Abgesehen davon: Auch in Sachen Tunnel gibt es eine gute Nachricht.

Die B 304 in Karlsfeld ist das Tor in die große Arbeitswelt in München: Rund 40 000 Fahrzeuge rauschen jeden Tag die Münchner Straße entlang. Die Konsequenz: Staus in der Rush-Hour, Lärm für die Anwohner und überdurchschnittliche Schadstoffemissionen. Nicht nur dem ehemaligen Verkehrsreferenten der Gemeinde und CSU-Fraktionsvorsitzenden Bernd Wanka waren diese Belastungen schon lange ein Dorn im Auge (wir haben berichtet). 

Doch am Nadelöhr in Karlsfeld soll alles besser werden: Denn schon bald gilt Tempo 50 statt 60 Stundenkilometer auf der B 304. Außerdem steht ein Antrag für eine Grüne Welle für die Ampeln entlang der Straße in den Startlöchern – und die Gemeinde darf doch noch auf einen Kurztunnel hoffen. „Tempo 50 gilt ab dem Zeitpunkt, wenn das Straßenbauamt Zeit hat, die Schilder anzubringen“, erklärt Wanka. Das könne in der nächsten Woche, aber auch in zwei Wochen passieren. 

Die Entscheidung dafür habe die Unfallkommission des Landkreises aber bereits Mitte Juli getroffen. „Seitdem ist die B 304 nicht mehr Durchgangsstraße, sondern Ortsstraße“, so Wanka – und damit gilt nicht mehr Tempo 60, sondern wie überall innerorts 50 Stundenkilometer. Die Unfallkommission ließ sich davon überzeugen, dass es entlang der Münchner Straße viele Geschäfte und Abzweigungen gebe und die Geschwindigkeit deshalb geringer sein müsse.

 Auch der Umweltschutz spielte eine Rolle. Das Landesamt für Umwelt betonte bei einem Gespräch mit den Beteiligten bereits im vergangenen Jahr, dass die gefährlichen Stickoxide wegen des Durchgangsverkehrs in Karlsfeld deutlich überschritten werden. Das Amt habe damals gewarnt: „Wenn keine Behörde etwas an der Situation ändert, werden Gerichte Schwung in die Sache bringen“, erinnert sich Wanka. Denn Anwohner hätten gegen die Schadstoffüberschreitungen klagen können. 

Aber der Kampf für eine anwohner- und pendlerfreundliche Lösung an der B 304 geht weiter. Nächste Idee: „Wer die 50 einhält, wird mit einer Grünen Welle belohnt“, sagt der ehemalige Verkehrsreferent. Für die Grüne Welle muss das Straßenbauamt allerdingt erst die Ampelanlagen neuprogrammieren – und das ist teuer: „Das sind Kosten bis in den sechsstelligen Bereich“, so Bernd Wanka. Trotzdem will der Gemeinderat Karlsfeld den Antrag noch in diesem Jahr stellen. 

Auch für den bereits abgelehnten Tunnel hat Berlin jetzt ein positives Zeichen nach Karlsfeld gesendet – findet zumindest Bernd Wanka, der sich seit 2008 mit der Situation am Nadelöhr beschäftigt. „Wir lassen zwar nicht die Sektkorken knallen, aber wir freuen uns.“ Denn das Verkehrsministerium von Alexander Dobrindt hat den Kurztunnel doch noch in den Bundesverkehrswegeplan mitaufgenommen – zwar nicht in den vordringlichen Bedarf, aber in den weiteren Bedarf. Damit darf der Gemeinderat die Planung des Kurztunnels ab der Gartenstraße bis zum Eichendorfring beantragen. Er soll 81,9 Millionen Euro kosten. Wenn also ein Projekt aus dem vordringlichen Bedarf herausrutscht, könnte Karlsfelds Kurztunnel nachrutschen.

Anna Schwarz

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