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14 Jahre lang keine Preiserhöhung: Im Hallenbad und auch im Familienbad gelten ab dem 1. Januar 2017 neue Preise.

Preiserhöhung in den Bädern

Schwimmen wird teurer

Dachau - Die Dachauer Schwimmer müssen sich auf einen massiven Preisanstieg einstellen. Im Werkausschuss wurden die Neuerungen der Stadtwerke nach langer Diskussion durchgewunken.

Schwimmen in Dachaus Bädern wird teurer. Die Stadträte im Werkausschuss haben nach langer Diskussion den neuen Preisen zugestimmt. Die neue Preisstruktur beinhaltet einige ungewöhnliche Neuerungen. So gilt der Seniorentarif künftig nicht mehr grundsätzlich für alle Senioren über 65, sondern nur noch für „Bedürftige“. Desweiteren müssen Kinder unter sechs Jahren bald zahlen, sie hatten bisher freien Eintritt. Freuen dürfen sich hingegen alle Stadtwerke-Kunden, denn sie erhalten nach der Änderung zum 1. Januar 2017 zusätzlich 30 Prozent Rabatt auf alle Tarife. Neu eingeführt werden mit dem Jahreswechsel außerdem so genannte Randzeitenkarten, die Früh- beziehungsweise Spätschwimmern zugute kommen sollen.

„Es war uns wichtig, ein möglichst klares und einfaches Preissystem zu entwerfen“, sagte Robert Haimerl, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Orientiert habe man sich an der Steigerung der einschlägigen Preisindizes, diese beinhalten den Index der Tarifdienste, des Energiepreis- sowie des Baupreisindex. Zwischen 2003 und 2016 ergaben diese Werte eine Erhöhung von im Schnitt 35 Prozent.

Dennoch gibt es bei den neuen Badpreisen einige Erhöhungen, die deutlich über den 35 Prozent liegen. Das liege an den damals teilweise willkürlich festgesetzten Preisen, so Haimerl. „Die Eintrittspreise entsprachen einfach nicht mehr ganz dem aktuellen Stand.“ Die letzte Erhöhung hatte im Jahr 2003 stattgefunden.

Über die Notwendigkeit einer Veränderung war sich das Gremium grundsätzlich einig. „Wir sehen die neue Preisstruktur grundsätzlich positiv, besonders dass die Stadtwerke-Kunden künftig mehr profitieren“, sagte Volker C. Koch (SPD). „Erhöhungen sind zwar immer unangenehm, aber sie war überfällig und ist zumutbar“, sagte Jürgen Seidl (FDP). Um künftig ähnlich drastische Erhöhungen zu vermeiden, sei es außerdem wichtig, die Preise regelmäßig zu überprüfen. Seidl hatte den Antrag auf eine neue Bädergebührensatzung gestellt. Lediglich Jasmin Lang von den Grünen gingen die Erhöhungen grundsätzlich zu weit.

Für Kontroversen sorgten die wegfallenden Seniorentarife und die Belastung von Kindern unter sechs Jahren. Künftig bekommen nur noch Sozialrentner, Bezieher von Grundsicherung im Alter oder anderen Sozialleistungen weiterhin die Ermäßigungen. „Nur aufgrund des Erreichens eines bestimmten Alters ist es in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt, dass man Vergünstigungen bekommt“, begründete Haimerl die Maßnahme.

„Ich denke aber besonders an die Leute, die aus Scham solche Leistungen nicht beziehen oder knapp über der Grenze liegen“, drückte Neumayr (SPD) die Bedenken ihrer Fraktion aus. Wenn man Renter fragen würde, würden sie sicher nicht sagen, ihnen ginge es zu gut.

Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) ließ die Stadträte an ihren persönlichen Erfahrungen im Schwimmbad teilhaben: „Ich habe grade meine eigenen Erlebnisse Revue passieren lassen, und ich habe da, glaube ich, noch nie einen bedürftigen Rentner gesehen. Nur weil jemand alt ist, ist er nicht bedürftig“, sagte sie.

Allen Personen über 65 weiter den ermäßigten Tarif zu gewähren, wurde mit neun zu sechs Stimmen abgelehnt. Auch der Vorschlag, Kinder unter sechs Jahren weiterhin kostenlos in die Bäder zu lassen, fand keine Mehrheit. Als Kompromiss wurde Podolskys Vorschlag, den Bedürftigen 50 statt 40 Prozent Vergünstigung zu gewähren, einstimmig beschlossen. Die Angebote gelten sowohl für das Hallen- als auch für das Familienbad.

ahu

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