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Ohne Schirm, aber mit viel Charme: Die Besucher, hier am Schrannenplatz, kamen in Scharen zu Jazz in allen Gassen.

7000 Besucher bei Jazz in allen Gassen

Am Ende des Regenbogens

Dachau - Rund 7000 Besucher trotzten am Freitag der schlechten Wettervorhersage. Und wurden bei Jazz in allen Gassen belohnt mit einem Festival, bei dem wieder auf sieben Bühnen die Post abging. Natürlich gab’s wie immer nicht nur Jazz.

Am Ende des Regenbogens wartet das Glück. Sollte diese alte Weisheit stimmen, war am Fretagabend Dachau der Ort am Ende der vielen Regenbogen, die am Himmel zu sehen waren. Denn dort gab es in der Altstadt für die Besucher von Jazz in allen Gassen nicht nur ein paar glückliche Stunden, sondern auch gute Musik und gutes Essen. Acht Bands traten auf sieben Bühnen auf, zusätzlich präsentierten das Café Zauner die Gruppe „Buck Roger & The Sidetrackers“ und die Volksbank Raiffeisenbank Dachau Kiesakustix.

Jazz in allen Gassen ist ein Höhepunkt des Dachauer Musiksommers. Das Festival zieht jedes Jahr Tausende Besucher in die Altstadt. Doch heuer hatten viele Dachauer die Befürchtung, dass starker Regen das Open-Air vermiesen könnte. Fast schon trotzig hatte die Stadt deshalb angekündigt: „Jazz in allen Gassen, das sind die Musik und die Menschen, die das Fest feiern. Bei jedem Wetter.“ So war es dann auch.

Zu Beginn waren zwar etwas weniger Besucher als in den vergangenen Jahren dort. Als sich später aber abzeichnete, dass die Wetterprognosen falsch waren und es trocken blieb, kamen immer mehr. 7000 Gäste feierten ausgelassen bis spät in die Nacht. Sie bekamen ein buntes Musikprogramm geboten, das sich bei weitem nicht nur auf Jazz beschränkte. Die größte Bühne stand am Rathausplatz, dort versammelten sich auch die meisten Besucher. Sie hörten gleich zwei Dachauer Bands.

Den Auftakt machte „Mama Makes Coffee“, eine Gruppe, zu der sich sieben altbekannte Dachauer Musiker aus verschiedenen Bands zusammengefunden hatten. Das Programm reichte von Pop über HipHop bis hin zu R’n’B. „Mama Makes Coffee“ begnügte sich nicht damit, bekannte Songs zu covern – sondern gab den Liedern einen neuen, individuellen Charakter.

Später spielte Orange Fizz am Rathausplatz. Schmissige Sounds, großes Können und ganz viel Energie machten wieder einmal die Performance der Dachauer Funk-Band aus.

Auch an den anderen Bühnen in der Altstadt war einiges geboten. Getreu dem Motto der Veranstaltung traten am Schermhof die Jazz Kids München auf. Wobei der Name in die Irre führte: Jazz gab es zwar wirklich, wer aber hoffte, kleine Kinder zu hören, wurde enttäuscht. Die Jazz Kids sind allesamt Herren mittleren Alters – die sich noch immer wie kleine Kinder freuen, wenn sie gemeinsam Musik machen dürfen.

Längst Routiniers und Stammgäste bei Jazz in allen Gassen sind die Musiker der Boogie-Connection. Sie brauchten an der Schranne nicht lange, um das Publikum mit Blues, Boogie und Soul mitzureißen. Blues gab es auch am Widerstandsplatz von The Chidley Group, am Pfarrplatz von der „Al Jones Blues Band feat. Bob Chisolm“ und am Kraisy-Brunnen von Dr. Will & The Wizards. Ein Skelett im Hintergrund, der Frontman hatte einen Zylinder mit roter Feder auf dem Kopf, auch die anderen Musiker trugen schräge Anzüge und Kostüme, das alles garniert mit frechen Sprüchen: Dass diese Band ihren eigenen Charme hatte, war auf den ersten Blick zu erkennen.

Bilder: "Jazz in allen Gassen" in Dachau

Auch Organ Explosion im Café Gramsci machte ihr eigenes Ding, aber wiederum auf ganz andere Art und Weise: Die Musik war eine Mischung aus verschiedenen Richtungen wie Funk, Jazz oder Punk, immer wieder wagten die Musiker dabei Experimente: So spielten sie zum Beispiel über mehrere Minuten hinweg Melodien und Geräusche von Gameboy-Spielen. Bei so einem großen Angebot konnten sich viele Besucher gar nicht für einen Act entscheiden. Sie nutzten die Gelegenheit, um gemütlich durch die Altstadt zu schlendern, alte Bekannte zu treffen und die Atmosphäre zu genießen.

Ohne Schirm. Das Wetter hat schließlich doch gehalten. Ganz so, wie es die Optimisten vorausgesagt hatten.

cla

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