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Kandidaten aus zwei Landkreisen: Die Bewerber Anton Kreitmair, Georg von Hundt, Florian Schiller und Katrin Mair mit den CSU-Kreisverbandsvorsitzenden Bernhard Seidenath und Thomas Karmasin (v.l).

Die Kandidaten für die Hasselfeldtnachfolge stellen sich vor

Sie wollen in den Bundestag

Sie wollen sich nicht bekämpfen, es wird kein Hauen und Stechen geben, beteuern sie. Und doch werden drei von ihnen auf der Strecke bleiben auf dem Weg in den Bundestag in Berlin. Vier Bewerber um die Nachfolge von Gerda Hasselfeldt haben sich am Donnerstag offiziell vorgestellt.

 

Vier Interessenten gibt es bei der CSU für die Nachfolge von der Bundestagsabgeordneten Gerda Hasselfeldt – zumindest bis jetzt. Am gestrigen Donnerstag haben der Dachauer Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath und sein Brucker Kollege Thomas Karmasin die Bewerber bei einer Pressekonferenz im Gasthof Groß in Bergkirchen vorgestellt: Georg von Hundt, Anton Kreitmair, Florian Schiller und Katrin Mair wollen nach Berlin (wir berichteten).

Gerda Hasselfeldt, die den Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck seit 29 Jahren vertritt, wird 2017 nicht mehr kandidieren. „Unsere starke Frau in Berlin hinterlässt enorm große Fußstapfen, die schwer zu füllen sein werden“, so Seidenath. Mehrere Wochen lang haben er und Karmasin Gespräche mit möglichen Interessenten geführt und sondiert. Das Ergebnis: Drei Bewerber kommen aus dem Landkreis Dachau, eine Bewerberin aus Fürstenfeldbruck – doch von dieser Unterscheidung will die CSU nichts wissen. Seidenath und Karmasin denken in anderen Dimensionen: „bundeswahlkreisweit“. „Dachau und Fürstenfeldbruck trennt nichts – außer die B 471“, sagte Thomas Karmasin. Seidenath fügte hinzu: „Wir ziehen an einem Strang.“

Als vier starke Persönlichkeiten pries Seidenath die Bewerber an. Er sei froh, dass die Partei auf ein „starkes Wurzelgeflecht“ an der Basis zurückgreifen kann – mit „Rohdiamanten“, die für das Amt eines Bundestagsabgeordneten in Frage kämen.

Katrin Mair, 34 Jahre alt, aus Türkenfeld verwies sogleich – ganz politisch versiert – auf ihre Verbundenheit zum Landkreis Dachau: „Das ist auch ein bisschen Heimat für mich.“ Mair wuchs in Günding auf, machte am Ignaz-Taschner-Gymnasium Abitur. 2007 verschlug es sie in den Nachbarlandkreis. Ihr liegen „die Menschen in beiden Landkreises am Herzen“, sagte sie, und genau das sei auch der Grund, warum sie in den Bundestag möchte, erklärte sie: weil sie „die Interessen unserer Heimat“ in Berlin vertreten will. Sie wies auf ihr „großes Netzwerk innerhalb der CSU“ hin – aus ihrer reichhaltigen Erfahrung unter anderem aus zwei Bundestagswahlkämpfen, bei denen sie auf der Liste kandidiert hatte – allerdings erfolglos.

Georg von Hundt, 44 Jahre, aus Lauterbach gibt unumwunden zu: „Ich bin kein so ein politisches Urgewächs wie Katrin Mair.“ Trotzdem sei der Bundestag „ein still gehegter Traum“ für ihn. Als Seidenath ihn gefragt hat, „habe ich nicht lange überlegen müssen“. Er weiß, dass Gerda Hasselfeldt große Schuhe hinterlässt – „vor allem sind es Damenschuhe“. Mit Witz trug er seinen Lebenslauf vor (Abitur am Kolleg St. Blasien, „damit die Eltern den Jungen durchs Abitur bringen“). Mit Herz berichtete der Mediziner von seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, „eher im sozialen Bereich“: als Kreisbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes oder bei der Feuerwehr Lauterbach. Eine Wahlperiode lang saß er im Bergkirchner Gemeinderat.

Der Schwerpunkt von Anton Kreitmaier, 53 Jahre alt, aus Kleinberghofen ist die Landwirtschaft. „Ich war immer schon politisch interessiert“, sagt der 53-Jährige. Seit drei Jahren sammelt er parlamentarische Erfahrung im Landtag. „Mehrheiten suchen, Dinge durchsetzen, gestalten“, das liegt ihm. Auf die Frage, ob er in den Bundestagswahlkampf ziehen würde, hat er trotzdem nicht sofort eine Antwort gefunden. Doch viele Menschen haben ihm gut zugeredet.

Florian Schiller aus Dachau war der letzte in der Runde, der sich vorstellte – er hatte sich auch als Letzter entschieden, sich um die Nachfolge von Hasselfeldt zu bewerben. „Es ist eine Lebensentscheidung“, sagte der 33-Jährige. Er brenne für die Politik, „mit jeder Faser meines Körpers“. Im Landkreis Dachau habe er bereits ein breites Netzwerk, er kenne das Geschäft, habe politische Erfahrung in der Kommune – seit 2008 als Stadtrat, seit 2013 als Kreisrat, seit Anfang des Jahres Fraktionsvorsitzender der CSU.

Am 16. November wird die CSU ihre Kandidaten küren: „Die kollektive Weisheit der Delegierten wird gefragt sein, um den besten Kandidaten herauszufiltern“, sagte Seidenath, der stolz in die Runde blickte. Bis dahin, und selbst auf der Nominierungsversammlung, können noch weitere Interessenten antreten. Und bis dahin haben die Bewerber nun eine Tour durch die CSU-Ortsverbände vor sich: „bundeswahlkreisweit“.

Die Bewerber:

Katrin Mair aus Türkenfeld hat Biochemie studiert, dann PR gemacht und arbeitet nun als Pressesprecherin bei der Hypovereinsbank.

Dr. Georg von Hundt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Mediziner und arbeitet seit zehn Jahren in der Pharmaindustrie. Im Nebenerwerb betreibt er eine Land- und Forstwirtschaft. Er lebt in Lauterbach (Gemeinde Bergkrichen).

Anton Kreitmair ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Landwirt aus Kleinberghofen ist seit drei Jahren Mitglied des Landtags, sein Sohn hat den Hof übernommen. Kreitmair ist zudem Kreisobmann des BBV in Dachau und BBV-Bezirkspräsident in Oberbayern.

Florian Schiller studierte Technologie-orientierte Betriebswirtschaftslehre und ist Einkaufsmanager bei der Linde AG. Schiller stammt aus Regensburg und lebt seit über 20 Jahren im Landkreis Dachau.

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