Ausbildungsstart

Lehrlinge verzweifelt gesucht

Dachau - Die Betriebe im Landkreis Dachau haben weiterhin große Mühe, genügend Auszubildende zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September waren noch 166 Lehrstellen frei. Damit setzt sich die Bewerberlücke auch in diesem Jahr fort.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen um 12,6 Prozent abgenommen, das sind 24 Stellen, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 419 Lehrlinge einstellen, somit blieben 39 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, ist überzeugt: „Für viele jungen Menschen ist eine Ausbildung geeigneter als ein Studium. Denn bei einer Lehre können sie ihre Stärken und Interessen besser einsetzen und weiterentwickeln. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung bietet auf jeden Fall mehr Perspektive als ein abgebrochenes Studium. Eltern können stolz sein, wenn sich der Sohn oder die Tochter für eine Ausbildung als Zukunftsperspektive entscheidet.“

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer Umfrage der IHK 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 225 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Dachau an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 16 Prozent gestiegen, das sind 31 Verträge.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Dachau sind Kaufleute im Einzelhandel, Bankkaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Kaufleute für Büromanagement und Fachkräfte für Lagerlogistik.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Fink die sogar sinkenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 224 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der Ausbildung aktiv. Sie stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.

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