Mord Dachau Frau erstochen
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In diesem Haus in der Wohnung unter dem Dach soll ein Mann seine Ehefrau erstochen haben.

43-Jährige in Wohnung erstochen

Mord in Dachau: Ehemann gesteht die Tat

Dachau - Ein Familiendrama in Dachau endete am Montag mit einem Mord: Ein Mann (50) soll auf seine Ehefrau eingestochen haben. Die 43-Jährige starb noch am Tatort.

Update, 19. Januar, 15.30 Uhr: 

Die Obduktion der Leiche bestätigte die Annahme der Ermittler, wonach das Opfer mit einem Messer erstochen wurde.

Update 19. Januar, 13.45 Uhr: 

Der Ehemann hat die Tat gestanden. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes. Die verstorbene Frau wurde bereits gestern im Institut der Rechtsmedizin in München obduziert.

Am Montagnachmittag ahnten die Nachbarn noch nichts von dem Mord in Dachau

Zwei Kinder toben im Schnee, sie machen einen Schneeengel und eine kleine Schneeballschlacht. Viele Bewohner des Mehrfamilienhauses in Dachau-Ost kommen am Montagnachmittag von der Arbeit heim. Die meisten von ihnen wissen noch nicht, was gegen elf Uhr vormittags in der Wohnung im obersten Stockwerk passiert ist.

Bis auf das Polizeisiegel an der Wohnungstüre weist nichts auf die schreckliche Bluttat hin, die sich im Dachgeschoss zugetragen hat. Dort soll ein 50-jähriger Mann seine 43-jährige Ehefrau erstochen haben. Das Ende einer unglücklichen Beziehung, einer zerrüttelten Familie.

„Es war ein Riesen-Lärm. Sogar die Türe hat gewackelt“, erinnert sich eine Nachbarin, die zur Tatzeit im Haus war. Woher der Lärm kam, wusste sie nicht – bis plötzlich Polizisten bei ihr klingelten. „Die Polizei hat gesagt, wir sollen nicht aus der Wohnung gehen“, erzählt die Nachbarin.

Mord an Ehefrau in Dachau: Mann lässt sich festnehmen

Die Polizisten stürmen ins Dachgeschoss. Ein blutüberströmter Mann läuft ihnen nach Informationen der tz in die Arme, ein Vietnamese. Die Beamten nehmen ihn fest. Die Frau stirbt noch in der Wohnung. Der Notarzt kann sie nicht mehr retten. Ob sie noch selbst den Notarzt rufen konnte oder ob ihr Mann telefonisch Hilfe holte, weiß die Polizei noch nicht.

Ein Schock für die Bewohner des Mehrparteienhauses in Dachau. Das Ehepaar hat zurückgezogen gelebt. Die Frau, ebenfalls eine Vietnamesin, haben die meisten Hausbewohner nur selten getroffen. „Ihn hat man öfters gesehen. Er hat immer freundlich Grüß Gott gesagt“, erzählt eine Nachbarin. Nie hätte sie dem Mann so eine Tat zugetraut.

Familiendrama in Dachau endet in Mord: Es gab häufiger Streit

Doch auch sie hat mitbekommen, dass es öfters Streit zwischen dem Ehepaar gegeben habe. „Es war auch schon die Polizei da“, berichtet ein anderer Nachbar.

Das Paar hat zwei Kinder. Zwei Buben, zehn und 13 Jahre alt. Das Jugendamt wusste von den Problemen in der Familie, die beiden Kinder leben deshalb in einem Kinderheim. Sie werden jetzt psychologisch betreut.

Jeden Tag nach der Arbeit als Reinigungskraft in einer Münchner Klinik besuchte die Mutter ihre beiden Söhne. „Manchmal hat sie den ganzen Tag dort verbracht“, erzählt Thao H. (Name geändert), eine gute Freundin der Verstorbenen.

Nachbarin berichtet nach Mord in Dachau über Familie

Thao H. wohnt im Haus gegenüber und kennt die Familie gut. Wenn sie nach Hause kam, zog H. immer als erstes die Rolläden herunter. Denn sie hatte Angst vor dem Mann ihrer verstorbenen Freundin. „Immer wieder hat er bei mir geklingelt und wollte Geld.“ H. ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern. „Ich wollte nicht, dass er meinen Kindern etwas antut.“

Thao H. erzählt, dass der Mann seine Frau immer wieder geschlagen haben soll. „Einmal hat er sie in den Keller gezogen und ihren Kopf mehrfach gegen die Wand geschlagen.“ Die Ehefrau sei sogar schon einmal ins Frauenhaus gezogen. „Aber sie ist immer wieder zu ihrem Mann zurückgekehrt.“

Immer wieder bricht Thao H. in Tränen aus. Der Mann habe ein Alkoholproblem gehabt und viel Geld im Spielcasino verloren, sagt sie. „Es ist so schrecklich. Warum hat sie ihn nur nicht früher verlassen?“ Sie vermutet, dass ihre Freundin jetzt endgültig die Beziehung beenden wollte. Zuletzt hätte der Mann besonders oft bei ihr geklingelt: „Seine Frau war nicht zu Haus“, sagt H. Sie öffnete nicht.

Der 50-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und soll heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Polizei hat ebenfalls für heute eine Obduktion der Toten angeordnet.

„Sie war so eine liebe, nette Frau“, sagt Thao H. Und bricht wieder in Tränen aus.

Regina Peter mit

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