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Die zehn Mitglieder des Jugendrats: (v.l.) Rhoxane Knoblach (13), Nora Klimt (18), Swenja Welsch (17), Emilia Viebahn (14), Katja Rose Viebahn (18), Karen Hopfer (17), Pressesprecherin Johanna Klein (19), Sprecherin Lucia Tröger (20), Theodoros Eleftheriadis (16), Sprecher Berkay Kengeroglu und Protokollant Niklas Mitzler (15). 

Der neue Dachauer Jugendrat

Sie wollen politisch aktiv werden

Zehn Jugendliche engagieren sich seit April im neu „gewählten“ Jugendrat. Doch gewählt werden musste nicht, denn die im März angesetzte Wahl stieß nicht wirklich auf Resonanz. Wieder einmal.

Zu wenige Jugendliche haben sich auch diesmal wieder für die Jugendratswahl aufstellen lassen – eigentlich hätte der Jugendrat Platz für 15 Mitglieder im Alter von 13 bis 20 Jahren. Jugendpfleger Markus Högg erklärt: „Heuer gab es keine Wahl, da sich nur zehn Kandidaten aufstellen ließen. Diese zehn sind dadurch automatisch Jugendratsmitglieder.“

Eigentlich schade, denn das zehnköpfige Gremium mit einem Beratungsmitglied vertritt die Interessen Jugendlicher in der Stadt und berät den Stadtrat bei Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen. Aber das Interesse am Jugendrat scheint unter den jungen Dachauern nicht groß zu sein. Das ist traditionell so. Viele wissen gar nicht, dass es den Jugendrat überhaupt gibt, sagt Sprecherin Lucia Tröger (20): „Es kommen einfach wenige Ideen von außen“, bemängelt sie. Auch Katja Rose Viebahn (18) stimmt ihr zu: „Wir wollen jetzt eine Atmosphäre schaffen, in der Jugendliche ihre Wünsche äußern können.“

Zu wenige Mitglieder im Jugendrat – eine Situation, die auch Oberbürgermeister Florian Hartmann aus seiner Zeit als Sprecher des Jugendrats vor rund zehn Jahren kennt: „Auch damals gab es schon immer das Problem, genügend Leute zu finden. Aber ein Jugendrat funktioniert auch mit zehn Leuten.“

Der neue Jugendrat hat bereits Pläne, so Pressesprecherin Johanna Klein (19): „Wir wollen uns zum Beispiel für ein Jugendkulturzentrum am MD-Gelände einsetzen, damit die Jugend dort nicht vergessen wird.“ Außerdem will sich Karen Hopfer (17) als beratendes Mitglied darum kümmern, dass die Flüchtlinge aus der Lilienstraße auch die umliegenden Fußballplätze nutzen dürfen.

Zudem wird der Jugendrat heuer das Jugendfestival „Jugendkulturtage“ auf dem Gelände des Skateparks, ein Fußballturnier und eine Fahrt in den Europapark organisieren. Außerdem stellt die Gruppe an verschiedenen Veranstaltungen wie dem Interkulturellen Familienfest im Juni einen Infostand auf, damit andere Jugendlichen auf sie zukommen und ihre Wünsche äußern können. Denn sie wollen nicht nur Veranstaltungen organisieren, sondern auch politisch aktiv werden.

Für Hartmann war auch das Teil seiner Zeit beim Jugendrat: „Damals haben wir öfter an Diskussionen im Stadtrat oder in Ausschüssen teilgenommen“, erinnert sich der OB. Der Jugendrat war auch der erste Schritt zu seiner politischen Karriere: „Durch den Jugendrat bin ich da hereingerutscht, dort hängen geblieben und bis zum Amt des Oberbürgermeisters durchgerutscht. Zu seinen Anfangszeiten im Jugendrat habe die Politik aber noch noch keine Rolle gespielt: „Ich war völlig unpolitisch und bin erst durch unsere Forderungen politisch geworden.“ Grundsätzlich kann der Jugendrat auch Anträge an die Stadt stellen und im Stadtrat mitreden. In den letzten Jahren war das aber eher selten der Fall. Vielleicht wird sich das nun endlich wieder ändern.

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