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Endlosschlangen: Die Post am Bahnhof in Dachau sorgt für Verdruss bei den Kunden.

Post geschlossen

Der Post geht das Personal aus

Dachau - Endlose Wartezeiten, komplette Schließungen, verärgerte Kundschaft: In der Post am Bahnhof in Dachau läuft es seit langem nicht mehr rund. Die Postbank begründet das mit einem ungewöhnlich hohem Krankenstand.

Die Warteschlange an der Postbank-Filiale in der Bahnhofstraße in Dachau reicht am Montag fast hinaus bis auf die Straße. Eine Kundin, beladen mit einem Autokindersitz in einem Arm und einem Paket im anderen, entdeckt die Schlange und dreht entnervt wieder um. So wie sie geben viele Kunden gleich wieder auf, dennoch bleibt die Schlange fast unverändert lang.

„Eigentlich ist es eine Frechheit. Ich war heute früh schon da, aber da war es auch nicht besser. Man muss schon die ganze Tagesplanung über den Haufen werfen, nur um ein Paket abzuholen,“ sagt eine Kundin. Sie hatte zuvor 30 Minuten gewartet.

Einen Tag später ist das Bild völlig anders, aber nicht weniger unerfreulich für die Kunden. Statt einer Warteschlange fanden Kunden am Dienstag verschlossene Türen vor. Daran hängt der Hinweis, dass wegen der aktuellen Personalsituation „veränderte Öffnungszeiten“ gelten. Veränderte Öffnungszeiten. Das bedeutet, am Mittwoch blieb die Post in Dachau komplett zu.

Das ist offenbar keine Ausnahme. Bereits häufiger ist es in letzter Zeit vorgekommen, dass Kunden morgens mit einem ähnlichem Aushang vertröstet wurden, erzählen verärgerte Postkunden. „Wahrscheinlich bündelt sich jetzt alles hier, weil die anderen Filialen schon lange dicht gemacht wurden“, vermutet ein Rentner.

Außer der Niederlassung am Bahnhof gibt es in Dachau nur noch kleine Verkaufs- und Annahmestellen im Einzelhandel, wie zum Beispiel die im Tabakwarengeschäft in der nahen Martin-Huber-Straße. Schon seit einigen Jahren betreibt die Post keine eigenen Filialen mehr. Die Dienstleistungen rund um Briefe und Pakete übernehmen Vertragspartner. Im Fall des Geschäfts an der Bahnhofsstraße ist das die Postbank. Neben den üblichen Post-Tätigkeiten fallen für die Angestellten dort also auch die Bankgeschäfte an.

Die Postbank hatte 2010 bundesweit 277 Niederlassungen der Deutschen Post übernommen. Profitieren sollten davon vor allem die Kunden, wie man der Pressemitteilung von damals entnehmen kann.

„Die Mitarbeiter an den Schaltern können einem dabei nur leid tun. Wenn jemand krank ist, kann man nichts machen, aber die Betreiber müssten schon für Ersatz sorgen“, findet ein Kunde, der gestern auch vergeblich gekommen ist. Zwar sei hier die Wartezeit immer schon lang gewesen, aber so schlimm wie in letzter Zeit noch nie.

Die derzeitigen hohen Wartezeiten und teilweise sogar temporären Schließungen erklärt die Postbank auf Nachfrage mit dem ungewöhnlich hohen Krankenstand. Um die Pausen der Mitarbeiter und die Erledigung von administrativen Tätigkeiten zu gewährleisten, seien verkürzte Öffnungszeiten leider zur Zeit unumgänglich.

Die Beschwerden nehmen indes zu. Ein berufstätiges Paar unternahm beispielsweise zwei Versuche, ihr bestelltes Paket abzuholen. Beide Male vergeblich, da die Filiale wieder unerwartet geschlossen war. Nun wurde das Paket wieder zum Versender zurück geschickt.

Kurios gestern auch eine Nachricht, die über dem Aushang der Postbank angebracht worden war: Darin teilt die DHL mit, dass sie ihrem Kunden – der Postbank – vergeblich versaucht habe, ein Paket zuzustellen. Sie könne es aber gerne beim Nachbarn abholen: im Lotto- und Tabakgeschäft.

ahu

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