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Panik bringt nichts: Marianne Kerle lässt ihre Legehennen natürlich draußen, solange es keine Vorgaben gibt.

Vogelgrippe: Vorerst Entwarnung

Die Angst vor der Stallpflicht

Dachau - Vorübergehende Entwarnung in Sachen Vogelgrippe: Bislang konnte noch kein Wildvogel, der mit dem grassierenden hochansteckenden Virus H5N8 infiziert ist, im Landkreis Dachau nachgewiesen werden.

Bei acht Wildvögeln wurde die Vogelgrippe in Bayern bislang nachgewiesen. In den betroffenen Landkreisen Lindau und Starnberg herrscht rund um die Fundstellen Stallpflicht – und das ist nicht allzu weit entfernt vom Landkreis Dachau. Nach dem Fund einer toten Wildente im Landkreis befürchteten gestern viele schon das Schlimmste. Doch als die zuständigen Mitarbeiter vor Ort waren, um das tote Tier abzuholen, „fanden sie leider nur noch ein paar Federn“, berichtet der Sprecher des Landratsamtes, Wolfgang Reichelt. Vermutlich habe ein anderes Wildtier den toten Vogel gefressen.

Ein Spaziergänger habe das tote Tier bereits am Sonntag entdeckt, aber erst am Montag das Landratsamt informiert. Doch bereits am Sonntag waren laut Reichelt Krähen an dem Kadaver.

„Folglich konnte auch kein Schnelltest durchgeführt werden“, erklärt Reichelt. Das sei nicht das erste Mal, dass verdächtige Kadaver gemeldet, aber nicht mehr sichergestellt werden konnten. „Das war auch schon bei der letzten Epidemie 2006 so, dass nicht immer alle gemeldeten toten Vögel auch gefunden werden konnten“, erinnert sich der Pressesprecher. Bis jetzt habe es noch keine weitere Meldung über den Fund eines verendeten Wildvogels rund um Dachau gegeben.

Die Geflügelzüchter im Landkreis wollen erstmal abwarten – besonders den Landwirten mit Freilaufgeflügel bleibt wenig anderes übrig. „Unsere Tiere sind es gewohnt, viel Auslauf zu haben, und solange es keine Vorgaben von offizieller Seite gibt, lassen wir sie draußen“, erklärt Marianne Kerle vom Bioland-Hof in Wollomoos. Bisher hat das zuständige Veterinäramt noch keine Stallpflichtverordnung erlassen.

Auch die Verantwortlichen des Bumbaurhof in Indersdorf warten zunächst ab. Man sei aber vorbereitet, um die Tiere im Ernstfall schnell hereinholen zu können.

Unter freiem Himmel ist der Kontakt mit Wildvögeln schwer zu verhindern, erklärt Kerle: „Wenn da ein Tier drüberfliegt, dann tut es das“. Nicht mal eine Stallpflicht verspricht hundertprozentigen Schutz vor Infektionen: Bei dem ersten bestätigten Fall des Virus 2016 in Schleswig-Holstein handelte sich um einen reinen Stallbetrieb.

Auch beim Reindlhof in Röhrmoos verbringen die Tiere die meiste Zeit im Stall – um die Infektionsgefahr möglichst zu minimieren, erhöht Sebastian Westermayr jetzt die Vorsichtsmaßnahmen: „Am Wichtigsten ist es, sich vor dem Betreten des Stalls umzukleiden und zu desinfizieren. Da sind wir jetzt besonders achtsam.“

„Klar ist jede Seuche für Viehhalter erst mal bedrohlich, aber es bringt nichts, in Panik zu verfallen“, meint Marianne Kerle. Sie sorgt sich im Falle einer Stallpflichtverordnung besonders um das Wohlergehen ihrer den Auslauf gewöhnten Legehennen. Um zu verhindern, dass sich diese vor Langeweile in die Haare bzw. Federn kriegen, will sie ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schenken und sie mit Grasballen und Stroh vom Leben im Stall ablenken.

sue/ahu

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