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Gast und Gastgeberin: Tanja Mögerle aus Dachau nimmt mit Couchsurfern aus aller Welt Kontakt auf.

Tanja Mögerle ist Couchsurferin

Besuch aus aller Welt auf Tanjas Sofa

Dachau - Tanja Mögerle nimmt wildfremde Menschen aus aller Welt auf – ohne, dass sie etwas dafür bezahlen. Jeder Couchgast ist für sie ein neues Abenteuer.

Wenn Tanja Mögerle aus Dachau auf Reisen geht, dann nimmt sie keine Kamera mit. Die ganze Zeit Fotos zu machen, das wäre viel zu nervig. Außerdem sind schöne Urlaubsfotos für sie nicht wichtig. Auch möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuklappern, spielt für sie keine Rolle. Für sie ist entscheidend: Das Leben und die Kulturen in einem anderen Land kennenzulernen – und vor allem die Leute.

Was hinter Couchsurfing eigentlich steckt

Deswegen bietet sie in ihrer Wohngemeinschaft in Dachau Couchsurfing an. Und sie hat es selbst schon zweimal ausprobiert, in London und Prag. Couchsurfing ist ein Internetportal, wo sich Reisende und Gastgeber aus der ganzen Welt anmelden können: Die einen suchen nach einer Couch oder einer ähnlichen Schlafmöglichkeit, die anderen bieten sie an.

Aber es geht dabei um viel mehr, als einem Reisenden kostenfrei ein Dach über dem Kopf zu bieten. „Ich mache das, weil ich andere Denkweisen und Kulturen kennenlernen will“, erzählt die 19-jährige: „Davon lerne ich ja selbst auch.“

Dachau ist unter den Reisenden sehr beliebt

Mittlerweile bekommt Tanja Mögerle jede Menge Anfragen von Couchsurfern, weil Dachau nicht so weit von München entfernt ist. Aber Tanja sortiert auch aus. „Einer hat mir zum Beispiel geschrieben, dass er sich für die deutsche Marktwirtschaft und das digitale Leben in Deutschland interessiert, das ist aber gar nicht meins“, sagt die 19-jährige. Deshalb lehnte sie die Anfrage ab. Die gemeinsamen Interessen müssen stimmen, denn: „Ich mache das auch, um Kontakte zu knüpfen oder Freunde zu finden.“

Kulinarischer Kulturaustausch

Noch vor einer Woche war der Fußboden in ihrem Zimmer mit Schlafsäcken und Isomatten ausgelegt. Sechs Portugiesen waren für zwei Tage zu Gast. Gemeinsam haben sie gekocht. „Einen portugiesischen Kartoffelauflauf mit Chips, mit ganz viel Öl frittiert“, erzählt die Gastgeberin grinsend. Aber nicht nur kulinarisch haben sich Deutsche und Portugiesen ausgetauscht, sondern auch über die Traditionen, die Politik und das Leben in ihrem Land. „Sie haben mir auch erzählt, dass es zur Zeit sehr schwer ist, in Portugal einen Job zu kriegen.“

Seit einem dreiviertel Jahr nimmt die FOS-Schülerin Couchsurfer in ihrer Dachauer Wohnung auf. Bereits siebenmal waren junge Leute zu Gast, sie kamen aus Kanada, Portugal, Chile und Spanien. Dass Menschen in ihrem Zimmer schlafen, die sie nur über das Internet kennt, spielt für Tanja Mögerle keine Rolle. „Es ist schön, neue Leute kennenzulernen – und ich teile auch gerne.“ Ein wenig nachdenklich erzählt sie: „Ich finde teilen schon recht wichtig.“

Das Leben der Einheimischen erforschen

Und sie teilt mit ihren Gästen nicht nur ihr Zimmer. Sie gibt den Couchsurfern auch Ratschläge, wie sie ihren Urlaub in München und Dachau genießen können: „Den Portugiesen habe ich zum Beispiel empfohlen, an den Ammersee zu fahren und nach Andechs hochzuwandern.“ Es sind also nicht die typischen Sehenswürdigkeiten, die Tanja Mögerle ihren Gästen nahelegt. Das ist ihr wichtig, denn: „Die Menschen sollen die Perspektive sehen von denen, die dort wohnen.“ Und die klappern keine Sehenswürdigkeiten ab.

Kennenlernen mit Pisco und Käsespätzle

Außerdem gilt es als Tradition, beim Couchsurfen ein kleines Mitbringsel aus dem Heimatland mitzubringen: Die Chilenen haben ihren Heimatschnaps Pisco mitgebracht, dann haben sich die Mitbewohner und Freunde von Tanja Mögerle zusammengesetzt, gemeinsam Spiele gespielt und geratscht. „Jeder Besuch ist immer anders und auf jede Weise total schön“, sagt sie. Mit dem einen Gast unterhält sie sich gut, mit den anderen hat sie Käsespätzle gekocht und mit wieder anderen ist sie abends ausgegangen.

Jeder Couchsurfer ist ein neues Erlebnis – und bisher hat die 19-jährige keine schlechten Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil: Tanja Mögerle genießt die Zeit mit den offenen und herzlichen Menschen.

Tanja Mögerle geht selbst auf Abenteuerreisen

Jetzt wird sie bald selbst auf Reisen gehen. Mit einer Freundin radelt sie von Bratislava in der Slowakei zum Schwarzen Meer. Couchsurfen wird sie voraussichtlich nicht: „Eher Wildcampen oder bei Freunden schlafen, die auf der Strecke wohnen.“ Außerdem hat sie schon oft an Kirchenhäusern geklingelt und dann in Gemeindesälen geschlafen.

Wenn sie zurückkommt, wartet dann auch schon das nächste Abenteuer auf die 19-jährige Dachauerin: Im September kommen zwei Couchsurferinnen aus Buenos Aires und eine junge Russin aus Moskau.

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