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Vorfahrt ab sofort geregelt: An der Kreuzung bei Pellheim zur Straße „Im Anger“ (links) haben die Autos auf der Ortsverbindungsstraße ab sofort Vorfahrt. Rechts im Bild das Warnschild „Achtung Reiter“.

Verkehr zwischen Assenhausen und Pellheim

"Im Anger" ist nun untergeordnet

Pellheim - Seit neuestem gilt an der Kreuzung nahe der Reitanlage Gerblhof bei Pellheim nicht mehr „Rechts vor links“: Die Stadt hat die Vorfahrt an der Straße zwischen Assenhausen und Pellheim neu geregelt. Die Autofahrer können nun an der Einmündung „Im Anger“ ein wenig flotter vorbeifahren.

Anlass für die Änderung war kurioserweise der Antrag von Wolfgang Moll, der mehr Sicherheit für Ross und Reiter gefordert hatte. 

Eigentlich wollte Wolfgang Moll, dass die Geschwindigkeit zwischen Assenhausen und Pellheim begrenzt wird. Nun erreichte er mit seinem – abgelehnten – Antrag (wir berichteten) eher das Gegenteil: Die Autofahrer dürfen theoretisch weiterhin 100 km/h fahren, allerdings noch ungebremster: Denn an der Einmündung der Straße „Im Anger“ gilt nun kein Rechts vor Links mehr. Die Stadt hat den Antrag des parteilosen Stadtrats zum Anlass genommen, die Vorfahrt nun zu regeln, wie Ordnungsamtsleiter Stefan Januschkowetz mitteilte. Vorfahrtsstraße ist nun die Ortsverbindungsstraße Assenhausen-Pellheim, Im Anger ist untergeordnet. In den vergangenen Tagen brachten Mitarbeiter des Bauhofs die Schilder an. 

Auf der Straße zwischen Assenhausen und Pellheim gilt theoretisch die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit außerorts: 100 Stundenkilometer. Ende März hatte Moll in einem Antrag gefordert, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 oder sogar 50 km/h zu begrenzen. Seine Begründung: Direkt an der Straße zwischen Assenhausen und Pellheim liegt eine Reitanlage, der Gerblhof. Rund 100 Pferde sind dort untergebracht. Die Reiter nutzen das Gelände drumherum, um auszureiten. „Hierzu bedarf es jedoch einer Überquerung der besagten Straße, was insbesondere zu Zeiten der Dämmerung ohnehin gefährlich genug ist“, so Moll. 

Im Zusammenhang mit der Geschwindkeitsreduzierung schlug Moll vor, die Vorfahrt an der Ortsstraße „Im Anger“ zu regeln. Denn für den Verkehr in Richtung Pellheim galt hier Rechts vor links. Nun lehnte der Verkehrsausschuss den Antrag von Moll vor wenigen Wochen ab. Den Aspekt mit der Vorfahrtsregelung setzte die Stadt allerdings um: „Als Geschäft der laufenden Verwaltung“, erklärte Januschkowetz. Das bedeutet, dass der Ausschuss darüber nicht abstimmen muss. Die Stadt erließ eine Anordnung, dass die Straße „Im Anger“ künftig untergeordnet ist. 

Für Wolfgang Moll birgt laut Brief an den OB „der iObermeiersolierte Vollzug der Vorfahrtsregelung die Gefahr, eine Vorfahrt (bis zu 100 km/h schnell) auf der Verbindungsstraße zu suggerieren“ – was kontraproduktiv für das eigentliche Anliegen sei: die Geschwindigkeit hier zu begrenzrn. 

Doch solche Höchstgeschwindigkeitsschilder haben auch einen Pferdefuß: „Mit einem Schild ,60‘ suggeriere ich dem Autofahrer, dass er hier 60 fahren kann“, sagt Richard Wacht, Verkehrsexperte der Dachauer Polizei. Doch in dieser Straße „mit ihrer Führung und Breite“ könne 60 schon zu schnell sein. „Und wenn sich ein Reiter auf der Straße befindet, darf der Autofahrer nur Schrittgeschwindigkeit fahren“, so Wacht. Es sei also wichtig, „lageangepasst“ zu fahren.

Die Warnschilder – ein „fundierter Gefahrenhinweis“ – erachtet Wacht weitreichender als eine Geschwindigkeitsreduzierung. Im Übrigens werde bei Unfällen, wo ein Pferd zu Schaden kommt, der Autofahrer immer wegen einer Straßenverkehrsgefährdung belangt – „und das ist ein Straftatbestand“, so Wacht. Allerdings hat es laut Wacht in den vergangenen Jahren auf der Straße keinen Unfall gegeben. 

Wenn schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung, dann „eher noch unter 50 km/h“, sagt Wacht. Das zöge indes einen Rattenschwanz an Bezugsfällen im ganzen Landkreis nach sich. Deshalb habe die Polizei gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung plädiert. Grundsätzlich soll ja das eigenverantwortliche Fahren gefördert werden, mit wenig Schildern. Und grundsätzlich gilt: „Verhalte dich so, dass du jederzeit bremsbereit bist“, sagt Wacht. 

Was die neue Vorfahrt an der Kreuzung „Im Anger“ angeht: „Da sind wir weder leidenschaftlich für das eine noch das andere.“ Eine Kreuzung, an der „Rechts vor links“ gilt, sei zwar außerorts unüblich, dennoch habe sie einen geschwindigkeitsmindernden Effekt gehabt, sagt Wacht. Nur sei die Regel an der Stelle für manche schwer zu erkennen gewesen. Jetzt sei die Vorfahrt klarer geregelt. Aber klar ist laut Wacht auch: Der eine oder andere wird flotter fahren.

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