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Viele Bekannte und Freunde traf Walter Joelsen (M.) bei der Feier des 90. Geburtstag im Jugendgästehaus wieder.

Geburtstagsfeier im Jugendgästehaus

Walter Joelsen 90 Jahre alt

Dachau – Fast genauso viele Gäste sind gekommen, um Walter Joelsen zum Geburtstag zu gratulieren, wie er alt wurde, nämlich 90 Jahre. Dieser Ehrentag des bekannten Zeitzeugen wurde jetzt im Dachauer Jugendgästehaus gefeiert.

Das Fest wurde von Katharina Ruhland vom Max-Mannheimer-Studienzentrum und Björn Mensing, Pfarrer an der Versöhnungskirche in Dachau, organisiert.

Nach einem Sektempfang wurden die Gäste von den Veranstaltern begrüßt und alle sangen gemeinsam ein Geburtstagslied für Walter Joelsen. Musikalisch wurde die Feier von der Klezmer-Band „Massel Tov“ begleitet. Anschließend hatten die Gäste Gelegenheit, Erinnerungen und Begebenheiten zu schildern, die sie mit Walter Joelsen erlebt haben, und eine Playback-Theater-Gruppe spielte dann diese Begebenheiten nach, um sie zu veranschaulichen.

Walter Joelsen selbst hielt auch eine kurze Rede, in der er drei Leuten dankte. Zuerst seiner Mutter für alles, was sie für ihn getan hatte, doch vor allem dafür, dass sie sich, trotz großen Drucks seitens der Gesellschaft und der eigenen Familie, nicht von ihrem Mann, Joelsens Vater eben, der wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde, hat scheiden lassen. Durch die Ehe genoss sein Vater Schutz und wurde nicht deportiert, und Walter Joelsen bekam die Möglichkeit, in einer Familie mit Mutter und Vater aufzuwachsen.

Dann bedankte er sich posthum bei seiner Frau, die leider schon vor zwei Jahren gestorben ist, sowie beim ebenfalls verstorbenen Pfarrer Heinrich Bauer von der Versöhnungskirche, der ihn damals gebeten hatte, regelmäßig Gottesdienste zu halten. Seit 1998, zum 60. Jahrestag der Reichsprogromnacht, predigte er immer wieder in der Versöhnungskirche und führte Zeitzeugengespräche im Jugendgästehaus. Dies tut er auch heute noch, mit dem Predigen musste er aus gesundheitlichen Gründen vor drei Jahren aufhören.

Walter Joelsen genoss es sehr, so viele Bekannte und Freunde wiederzusehen, und hat sich sehr über das Fest gefreut. Er war wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters zur Nazi-Zeit verfolgt, 1943 von der Schule ausgeschlossen und ein Jahr später zur Zwangsarbeit eingezogen worden.

„Für mich war er ein wichtiger Begleiter“, betonte Björn Mensing, der Pfarrer der Versöhnungskirche. „Ich lege sehr viel Wert auf seine Meinung."

sr

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