Für 85 000 Euro

Karlsfeld erweitert seine Obdachlosenunterkunft

Karlsfeld  Die Unterbringung vonObdachlosen ist  ine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Städte. Die Gemeinde Karlsfeld kommt dieser Aufgabe weiter nach: Für 85 000 Euro wurde jetzt die am Ortsrand gelegene Obdachlosenanlage erweitert.

Jobs, hohe Kaufkraft, Wohlstand: Die Boomregion München brummt. Aber auch hier gibt es viele gefährdete Existenzen. Obdachlose zum Beispiel. 

Immer mehr Menschen verlieren ihre Wohnung und finden keine neue – auch weil es zu wenig Sozialwohnungen gibt und Wohnraum in und um München teuer ist.

Evelyn Alteneder ist im Rathaus die Ansprechpartnerin, wenn es um Obdachlose geht. Viele, viele Male hat sie erlebt, dass Menschen buchstäblich auf der Straße landeten. Meist ist als Erstes die Arbeitsstelle weg. Irgendwann kommt dann die Zwangsräumung, weil die Miete nicht mehr bezahlt werden kann. Die Betroffenen suchen dann Hilfe bei der Gemeinde. Dort wird dann zunächst einmal die Unterbringung organisiert. „Aber wir vermitteln auch weitere Hilfe, nennen zum Beispiel Kontakte bei der Caritas oder im Jobcenter“, so Evelyn Alteneder.

16 Frauen, Männer und Kinder sind derzeit in der Karlsfelder Obdachlosenunterkunft untergebracht. Darunter sind zwei Familien, jeweils ein Paar mit einem Kind. Diese dreiköpfigen Familien leben in kleinen Zweizimmerwohnungen, die anderen, meist Männer von 20 bis 70, in Wohncontainern.

Die Unterbringung soll vorübergehend sein. Und die meisten müssen auch nur ein paar Wochen oder Monate bleiben, wie Evelyn Alteneder berichtet. Aber gibt Obdachlose, die schon seit Jahren in der Unterkunft leben und wohl auch dort bleiben werden. Sie sind arbeitslos und gesundheitlich häufig auch nicht mehr in der Lage, eine Arbeit anzunehmen.

„Mit der Erweiterung haben wir jetzt auch wieder Platz für Notfälle“, sagt Evelyn Alteneder. Ein Notfall muss nicht zwangsläufig jemand sein, der gerade seine Wohnung verlassen musste. Es gibt auch Obdachlose, die Jahre auf der Straße lebten und dann mit einem Mal bei Evelyn Alteneder vorstellig werden, weil sie der Abwärtsspirale entfliehen möchten. Die Obdachlosenunterkunft ist für sie kein Abstieg, sondern der erste Schritt zurück in ein normales Leben.

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