Volksbankgrundstück wird bebaut

Zu viel Schatten?

Schwabhausen - Es gibt ein beschleunigtes Verfahren, das Kreisbauamt signalisiert Wohlwollen, der Gemeinderat Schwabhausen billigt den Planentwurf: Die Bebauung des Volksbankareals gegenüber dem Rathaus wird konkreter.

Mit 18:2 Stimmen hat der Schwabhauser Gemeinderat am Dienstagabend den Entwurf des Bebauungsplans „Schwabhausen, Am VR-Gelände“ genehmigt. Ein bisschen diskutiert wurde zuvor allerdings schon, und es gab sogar eine knappe Abstimmung.

Auf dem etwa 3300 Quadratmeter großen Areal sollen vier Wohn- und Geschäftshäuser entstehen. Architekt Christian Rabl erläuterte wie schon in der Februar-Sitzung die Planungen. Er musste sich einige kritische Nachfragen insbesondere aus der CSU-Fraktion gefallen lassen.

So machte Fraktionsprecher Georg Hillreiner schnell deutlich, dass er der Planung nicht zustimmen könne, angesichts massiver Baukörper und einer Dachneigung von 45 Prozent, was eine Verschattung der nördlich angrenzenden Nachbargrundstücke erwarten lasse. Architekt Rabl widersprach: Die Verschattungen seien untersucht worden und selbst im Winter bei tiefer stehender Sonne „erreicht die Nachbarn kein Schatten“.

Nicht zustimmen könne er zudem der Überschreitung der Abstandsflächen, ebenfalls in Richtung Norden, erklärte Hillreiner. Bei diesem Punkt fand der CSU-Mann Mitstreiter im Gremium, wenn auch nicht genug: Mit 11:9 Stimmen genehmigte der Gemeinderat schließlich die geringfügige Nichteinhaltung der Abstandsflächen.

Eine Lanze für die geplante Bebauung brach der neue Fraktionssprecher von FFW/BBA, Hans Bopfinger (weil Vorgänger Wolfgang Hörl jetzt zweiter Bürgermeister ist): Die Planung sei „gelungen“ und hinsichtlich der Dichte für die Ortsmitte auch angemessen. Geplant sind vier Gebäude, in Hufeisenform angeordnet, wobei das Gebäude gegenüber dem Rathaus recht nah an die Straße heranrückt. Zu nah, wie Dieter Rubner (UBV) fand: „Ich hab’ da ein bisschen Bauchweh.“ Denn die umliegende Bebauung entlang der Staatsstraße rücke doch vergleichsweise weit zurück.

Eben deshalb und um das Gefühl einer Ortsmitte zu schaffen, sei dieses heranrückende Gebäude aus städtebaulicher Sicht so wichtig, erläuterte Christian Rabl. Bisher sei es doch so, dass ein ortsfremder Autofahrer eine Ortsmitte überhaupt nicht wahrnehme.

Schließlich entzündete auch Florian Scherf (CSU) eine kleine Debatte darüber, ob denn das von den Planern und der Verwaltung favorisierte so genannte beschleunigte Verfahren nötig sei, oder doch eine „ganz normale Beteiligung der Öffentlichkeit“ besser. Man werde den Plan nötigenfalls zweimal auslegen, und es sei sogar eine Informationsveranstaltung speziell für die Anlieger geplant, informierte Eckhard Emmel. Aber das beschleunigte Verfahren sei bei so einer Ortsmittenbebauung das baurechtlich geforderte, so der Stadtplaner.

tor

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