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Eingespieltes Duo: Janet Bens und Boris Stannek.

Poetischer Herbst im Landkreis Dachau

Durchgeknallt, kokett, sehnsuchtsvoll

Haimhausen/Dachau - Eine Frau, Dutzende Rollen: Die großartige Janet Bens sorgte für einen würdigen Abschluss der Veranstaltungsreihe „Poetischer Herbst“.

Schöner hätte der Poetische Herbst im Landkreis Dachau nicht ausklingen können als mit dem Chansonabend beim Haimhauser Kulturkreis in der Kultur-Kreis-Kneipe. Als „eine Frau, die weiß was sie will“ nach der gleichnamigen Operette von Oscar Straus aus dem Jahre 1932 bezauberte die Sängerin Janet Bens bereits mit dem Betreten der Bühne ihr Publikum in der ausverkauften Veranstaltung.

Die Lebenswelten der enttäuschten, liebenden und besessenen Frauen rundete Janet Bens mit Texten von Bertold Brecht, Erich Kästner und Mascha Kaleko humorvoll ab. Als genialer Begleiter am Klavier stand ihr der Dachauer Pianist Boris Stannek zur Seite. Die beiden sind seit der „Rinnsteinprinzessin“ in der Dachauer Kulturschranne perfekt aufeinander eingespielt.

Wenn Erich Kästner behauptet, „zehn Frauen möchte ich sein und immer noch wär’s nicht genug“, signalisiert er, dass weibliche Wesen nicht leicht zu erfassen sind. Und Janet Bens – seit zehn Jahren der weibliche Star des Hoftheaters Bergkirchen – verleiht mit Stimme, Ausstrahlung und einem Schuss Ironie den unterschiedlichen Damen in den Chansons von Kurt Weill, Georg Kreisler, Friedrich Hollaender und Peter Kreuder die Konturen. Sie ist von Beruf Dame, ,,ein herrliches Weib“ und „Gelegenheitsbraut“, durchgeknallt, kokett und voller Sehnsucht nach dem Richtigen.

„Verrückt“ ist die Sängerin auf alle Fälle „nach jedem Pianisten“, wie sie in dem Chanson von Rainer Bielfeldt verkündet. Boris Stannek spielt mit und ist auf der Hut.

Berlin darf bei der Sängerin, die dort aufwuchs, natürlich nicht fehlen. Sie trifft mit dem richtigen Ton mitten ins Herz des Großstadtmilieus. Dazu gehören „Lieber Leierkastenmann“ von Willi Kollo und die entsetzte Gattin, die nicht an sich herumschneiden lassen will – genauso wie einst Claire-Waldoff in dem Lied „Ick lasse keen’n Doktor ran an meine Brust wegen Emil seine unanständ’ge Lust“.

Der Schluss des Programms gehörte dem französischen Weltstar Edith Piaf. Seit 2008 läuft das Musical „Edith Piaf – Süchtig nach Liebe“ als erfolgreichstes Stück im Hoftheater überhaupt. Zu hören waren an diesem Abend der rosarote Traum „La vie en rose“ und „Je ne regrette rien“ (Ich bedauere nichts), die Lebensbilanz der unersättlichen Frau und Künstlerin.

Die Zuschauer waren hingerissen und wollten mehr hören. Sie wurden für ihre Bravorufe mit einem Song des Berliner Kabarettisten Günter Neumann belohnt. Völlig losgelöst und strahlend gab Janet Bens den Frauen eine Empfehlung mit auf den Weg: „Ein Neandertaler, ein Neandertaler, gegen den wär’n mir die ander’n Männer schnurz! Die sind niedlich, die sind schwächlich – ne, so’n strammen Tarzan möcht’ ich – jeden Dienstag wasch’ ich ihm den Lendenschurz!“ (ink)

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