Schaurig-schön: Jedes Jahren kommen zahlreiche Kinder und Jugendliche, drehen eine Runde durch das Haus und bestaunen die Dekoration.

Attraktion an Halloween

Das Gruselhaus von Haimhausen

Haimhausen - Wer sich an Halloween gruseln möchte, der ist im schaurig-schön dekorierten Haus von Jochen Allesch, Vanessa Böhner und ihrer Oma Katharina Schober richtig: Hier gibt es dunkelrote Blutsuppe, Gespenster – und jede Menge Süßigkeiten.

Kürbisse schnitzen und Vampir spielen an Halloween kann jeder. Im Haimhausener Horrorhaus kommen Gruselfans voll auf ihre Kosten: Der Garten ist in einen Friedhof verwandelt. Auf einer festlich gedeckten Essenstafel steht ein Kochtopf voller dunkelroter Blutsuppe. All das und viele weitere, versteckte Halloween-Überraschungen finden sich im schaurig-schön dekorierten Haus von Jochen Allesch (37), Vanessa Böhner (25) und ihrer Oma Katharina Schober (80). Seit fünf Jahren dekorieren die Gruselfans ihr Haus für die Halloween-Nacht am 31. Oktober.

„Der Name ,Horrorhaus’ stammt aber von Kindern aus der Umgebung“, erzählt Vanessa Böhner schmunzelnd. Denn die kleinen Süßigkeiten-Jäger kommen an Halloween in Scharen. „Letztes Jahr waren ungefähr 180 Kinder und Jugendliche da“, staunt Vanessa Böhner. Sogar in großen Familien-Vans haben Eltern Kinder aus den umliegenden Dörfern nach Haimhausen gebracht.

Dabei fing vor ein paar Jahren alles ganz harmlos mit geschnitzten Kürbissen und Dekorationen am Balkon an. „Uns ist dann aufgefallen, dass in Haimhausen niemand etwas Großes macht“, erklärte Vanessa Böhner. Über die Jahre kamen immer mehr Deko-Elemente dazu – und so hat sich das Haus zur Attraktion entwickelt.

Doch für die Kinder ist es auch heuer wieder mit bloßen Klingeln und dem Ruf nach „Süßes oder Saures“ nicht getan. Erst einmal müssen sie sich laut Vanessa Böhmer durch eine Art Gruselpark kämpfen: Im Garten beziehungsweise Friedhof geht es los. Dort warten schon Jochen Allesch, der Freund von Vanessa, mit seinem Bruder und weiteren Freunden verkleidet als Gespenster und lebende Tote auf die Besucher. Alle Kostüme sind größtenteils selbstgebastelt.

Der Ablauf ist durchgeplant: „Wir koordinieren uns über Walkie-Talkies“, verrät Vanessa Böhner. Gegen 18 Uhr geht der Gruselabend los: Die 25-Jährige hält auf ihrem Balkon Ausschau nach Neuankömmlingen. Sie gibt Bescheid, in welchem Ausmaß die Geister und Zombies unten auf dem Friedhof die Besucher erschrecken dürfen. „Bei kleinen Kindern sind wir da natürlich harmlos“, gibt sie zu. Sollte aber ein Jugendlicher mit vielen „Mädels im Gepäck“ den Weg zum Horrorhaus wagen, bekomme er die volle Dröhnung: „Da versuchen, wir natürlich alles, um den Hahn im Korb zu erschrecken“, versichert Vanessa Böhner lachend.

Grusel-Clowns wird es aber auf keinen Fall geben. „Wir haben ja auch zweijährige Kinder in Kürbis-Kostümen unter den Besuchern.“

Wer sich durch den Nebel auf dem Friedhof, an schrillen Frauenschreien und jaulendem Werwolfgeheul vorbeigekämpft hat, dem überreicht Vanessa Böhner ein Päckchen Süßigkeiten. Die Schreie und das Gejaule stammen vom Band. Die Süßigkeiten aber sind persönlich zusammengestellt von Vanessa Böhners Oma Katharina Schober. „Sie hilft uns auch an Halloween mit der Dekoration.“ Denn der Aufwand ist enorm. Rund 1000 Euro koste der Grusel die Haimhauser pro Jahr. „Das meiste Geld geht aber für die Süßigkeiten drauf.“ Nach rund einem halben Jahr Planung nehmen sich die Halloween-Fans den 31. Oktober frei, um für den Abend das Haus gruselig herzurichten. Aber auch nur für einen Abend, denn: „Meine Oma will, dass an Allerheiligen wieder alles abgebaut ist."

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