Einen Experten eingeladen hatte die ÜWG Haimhausen. Werner Zauser (r.) referierte über Windkraftanlagen, Theo Thönnißen und Eva Gottstein diskutierten mit den Bürgern. sh

Hochemotionale Diskussion über Windkraftanlagen

Haimhausen - Die Haimhauser haben hochemotional auf den Vortrag über die „regionale Energieoffensive“ von Werner Zauser reagiert.

Die ÜWG Haimhausen hatte den Energie- und Umweltreferenten aus Mammendorf eingeladen, um die Bürger sachlich fundiert über den aktuellen Entwicklungsstand von Windkraftanlagen und deren Zukunftsprognosen zu informieren. Zausers Fazit: Eine Energiewende ohne entscheidende Einbindung von Windkraftanlagen ist nicht möglich.

Da Deutschland in seiner Energieversorgung zu zwei Drittel vom Zukauf fossiler Brennstoffe aus dem Ausland abhängig ist, sollte, laut Werner Zauser im Bereich der erneuerbaren Energien wenigstens die Wertschöpfung in der Region bleiben. Dafür seien allerdings auch Einrichtungen wie beispielsweise Windkraftanlagen vor Ort notwendig.

Die vorwiegend aus Bürgern der Ortsteile Amperpettenbach, Westerndorf und Oberndorf bestehende Zuhörerschaft kam in eigenem Interesse. Da die Gemeinde Haimhausen eine Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen in der Nähe dieser Ortsteile ausgewiesen hat, waren die Diskussionsbeiträge sehr emotional und mitunter weit von der Realität entfernt. Einigen betroffenen Zuhörern ging es offensichtlich weniger um die Wohnqualität und Gesundheit, sondern vielmehr um eine finanzielle Entschädigung durch mögliche Grundstücksentwertungen.

Mehrmals wurde die Frage aufgeworfen: „Bezahlt uns die Gemeinde die Wertdifferenz für unser Haus und Garten?“ oder „Wer entschädigt uns finanziell für die gesundheitliche Beeinträchtigung?“ Der eigentliche Sinn von Konzentrationsflächen, die willkürlich errichtete Windräder im Rahmen des privilegierten Bauvorhabens verhindern sollen, geriet komplett aus dem Fokus. Gäbe es keine Konzentrationsfläche, dürfte jeder, der ein geeignetes Grundstück besitzt, eine Windkraftanlage ohne Berücksichtigung der Anlieger aufstellen. Mehrmals musste Werner Zauser daran erinnern, als Referent und nicht als Anwalt von Windkraftwerksbetreibern gekommen zu sein.

Verständnis und Unterstützung fanden die betroffenen Bürger bei der anwesenden Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Eva Gottstein und Bürgermeister Peter Felbermeier. Letzterer monierte die Bedingungen von Natur- und Umweltschutz für die Ausweisung von Konzentrationsflächen: „Jede Eule, die in einem bestimmten Bereich gesichtet wird, kann die Errichtung einer Windkraftanlage verhindern. Hier wird Pflanzen und Tieren ein wesentlich höherer Stellenwert zugemessen, als dem Menschen und das darf nicht sein.“ Er wandte sich an Eva Gottstein mit der Bitte, dieses Argument im Landtag vorzubringen und die Kommunen und Bürger in diesem Punkt zu unterstützen.

Allerdings rannte er hiermit bei der Landtagsabgeordneten offene Türen ein: „Auch die Freien Wähler sind der Meinung und ich werde mich dafür stark machen, dass hier andere Kriterien angesetzt werden müssen.“ Sie selbst berichtete aus ihrer Heimat Ingolstadt von unterschiedlichen Reaktionen auf die bereits bestehenden Windräder. Nicht jeder sehe darin eine Gefahr für Leib und Leben, sondern durchaus einen positiven Beitrag zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. Zu dieser Aussage passte auch der Schlusssatz von Werner Zauser. Er zitierte ein chinesisches Sprichwort: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“ (sh)

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