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Die Baukunst der Biber bereitet nicht nur Anwohnerin Erika Fischer große Sorgen. Die Tiere haben die Moosach so aufgestaut, dass ein See entstanden ist, der Gärten überflutet. Von den Behörden gab es noch keine Hilfe. 

Dämme verursachen Überflutung

Biber-Problem überfordert die Behörden

Inhausermoos - In Inhausermoos gibt es ein Biber-Problem. Die kleinen Baumeister haben in den vergangenen Monaten die Moosach so stark aufgestaut, dass ein See entstanden ist, der Gärten überflutet hat und immer näher an die Häuser dringt. Die Behörden haben bislang nichts unternommen.

Die einen bangen, die anderen grübeln – während die dritten seelenruhig nagen und bauen. Die Lage ist kritisch im 300-Seelen-Örtchen Inhausermoos (Gemeinde Haimhausen, Landkreis Dachau). Weil ein Biberpärchen in einem Nebenarm der Moosach eine Burg nebst mehrerer Dämme errichtet hat, staut sich das Wasser. Seit Monaten schon. Mittlerweile ist ein See entstanden, der obendrein vom Regen der vergangenen Tage gespeist wurde. Das Gewässer wird größer und größer und nähert sich unablässig Häusern, die 50 bis 150 Meter entfernt stehen. Das Wasser steht so hoch, dass es einem Mann bis zur Brust reicht.

In den Häusern sitzen die Eigentümer – und bibbern. Sie fürchten um ihre Gebäude und Gärten. „Sollte Starkregen einsetzen, würden auch unsere Keller überschwemmt“, sagt Anwohnerin Erika Fischer (58), deren Garten bereits überflutet ist.

Anfang September bat Fischer die Stadt Unterschleißheim (Landkreis München) um Hilfe. Das Gewässer gehört verwaltungsrechtlich zu Unterschleißheim, bildet aber die Grenze zur Gemeinde Haimhausen. In Unterschleißheim wusste zu dieser Zeit noch niemand von der Existenz der Biber. Die Verwaltung ging von einer Verschlammung und übermäßigem Bewuchs mit Springkraut aus. Also: Ausbaggern und Mähen. Nur: „Diese Arbeiten sind kostentechnisch so umfangreich, dass es notwendig ist, hierfür Angebote einzuholen“, sagt Sprecher Steven Ahlrep. Die Ausschreibung läuft noch.

Während die Verwaltung Unterschleißheim der Angebote harrte und gleichzeitig den stetig wachsenden See beobachtete, entdeckte am 6. Oktober ein Mitarbeiter etwa 300 Meter vom Haus von Familie Fischer entfernt die Biber. Zuständig für die überaus fleißigen Baumeister ist: die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt München. Der Biberbeauftragte gesellte sich sofort zu den beobachtenden Unterschleißheimern hinzu. Seine Expertise fasst Michael Wagner von der Naturschutzbehörde so zusammen: „Es handelt sich mindestens um ein Biberpärchen, wenn nicht um noch mehr Tiere. Sie sind streng geschützt. Sie einfach so rausnehmen geht nicht. Wir müssen eine Lösung finden, die eine friedliche Koexistenz ermöglicht.“

Aber wie? Die Antwort: Die Biberkommune soll ausgetrickst werden. Unter den Dämmen werden laut Wagner „zeitnah“ fünf bis sechs Meter lange, 150 Millimeter dicke Rohre als Drainage gelegt. Durch sie kann das Wasser abfließen – wenn es der Biber nicht merkt. „In sehr vielen Fällen klappt das, aber nicht in allen“, sagt Wagner. Kriegen die Biber die Sache spitz, verstopfen sie Rohre – und der See kann weiter anschwellen.

Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier ist skeptisch und hat sich bei der Stadt Unterschleißheim erkundigt. Nach dem, was er von dort gehört hat, sagt er: „Wir hätten hier sicherlich schneller gehandelt. Es ist Gefahr in Verzug. Der Bau muss weg.“ Das sei möglich, wenn man eine so genannte Eilhandlung daraus mache. Warte man noch länger, dann seien die Menschen in Inhausermoos „abgesoffen“.

Diese Angst beschleicht auch Anwohnerin Erika Fischer. „Ich befürchte, dass sich die Behörden weiter Zeit lassen“, sagt sie. Derweil hat sie selbst Zeit, ihren Gartenzaun zu reparieren. Das Wasser hat die Betonfundamente bereits unterspült und verteilt sich langsam in Richtung Haus.

Thomas Zimmerly

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