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Erstes Domizil und anfangs Namensgeber: das Wirtshaus Amperquelle.

50 Jahre FC Ottershausen

Fußballspiele im Unterhemd

Ottershausen - Vor 50 Jahren wurde der FC Ottershausen gegründet. In der wechselvollen Geschichte gab es unter anderem Spiele in Unterhemden und Kämpfe gegen wild wuchernde Weiden. Und stets ging es beim FCO um mehr als nur um den Sport.

Auf 50 bewegte Jahre kann der FC Ottershausen zurückblicken. In diesem halben Jahrhundert gestaltete der als Freizeit- und Stammtischverein gegründete Club die Ortsgeschichte. Zusammenhalt, körperlicher Einsatz in unzähligen Arbeitsstunden und idealistisches Denken brachten dem Verein die heutige zentrale Rolle im Dorfgeschehen ein. Das Jubiläum wird am 18. und 19. Juni gefeiert.

Der ursprüngliche Wunsch, gemeinsam mit Freunden Sport zu treiben, führte 1966 zur Gründung des FC Amperquelle Ottershausen. Die Amperquelle als damals einziges Wirtshaus im Dorf war Gründungs- und Clublokal. Deshalb fügte man kurzerhand den Namen in die Vereinsbezeichnung ein. Freundschaftsspiele wurden ausgetragen.

Improvisation war das Motto, das den jungen Verein trug. Mangels Trikots traten die Spieler in Turnhosen und Unterhemden gegen die Mannschaft aus Deisenhofen an. Spendable Zuschauer gaben Freibier für die Sieger aus. Getrunken wurde der Hopfensaft nach Spielende gemeinsam mit der Gegnermannschaft.

1970 holte die Bürokratie auch den bisher bestens funktionierenden Ottershausener Fußballverein ein. Ein gewählter Vorstand war erforderlich. Zunächst wählte man Oswald Müller zum ersten Vorsitzenden, später übernahm Walter Maier das Amt. Ihm folgten bis heute Heinz Wolf, Georg Käser und erstmals eine Frau, Siglinde Keferloher.

Mit der Gründung des FC Amperquelle Ottershausen kam Leben in das kleine Dorf. Mit Begeisterung wurden große und kleine Feste organisiert. 1971 gab es zur Aufbesserung der Kasse das erste Johannisfeuer gegenüber der Clubwirtschaft an der Amper– ein Fest, das sich kaum jemand entgehen ließ.

Viele Jahre finanzierte sich der heutige FCO aus eigener Kasse und mit persönlichem Freizeiteinsatz. Noch heute tragen die Spieler der Freizeitmannschaft auf ihren Trikots das Emblem der ersten Sponsorenfirma. Diese spendete 18 Flaschen Kräuterlikör aus eigener Produktion. Mit dem Verkauf des Magenbitters konnte 1974 die zweite Trikotstaffel des Vereins finanziert werden. Die damals noch fehlenden 50 Mark wurden einem Sparkonto entnommen, auf das die zwar geringen, aber hart erarbeiteten Veranstaltungsüberschüsse eingezahlt wurden. Erst elf Jahre nach der Gründung forderte der Verein von seinen Mitgliedern erstmals einen Jahresbeitrag von fünf Mark.

Zehn Jahre nach der Vereinsgründung stellte die Gemeinde ein Überschwemmungsgrundstück an der Amper zur Verfügung. In unzähligen Arbeitsstunden rodeten die Vereinsmitglieder die wild wuchernden Weiden und das Schilf. Die Kosten für den Sportplatzbau wurden mit Grillfesten, Maibaumfesten und vielen anderen Aktivitäten beglichen. Die Ehefrauen kochten zentnerweise Kartoffeln und backten feinste Kuchen für diese Feste. Dieser enorme Einsatz schweißte die Menschen zusammen, jeder hatte seinen Platz in der Dorfgemeinschaft.

Doch die ganze Mühe war umsonst, als sechs Jahre später der hart erarbeitete Platz der neuen Staatsstraße weichen musste. Zwei Jahre zuvor hatten die Clubmitglieder wegen Baufälligkeit und Abriss ihr Vereinsheim Amperquelle verloren und wechselten in das Café Rockerl.

Fortan hieß der Verein nur noch FC Ottershausen. Nach Schließung des Rockerl zogen die Fußballer in die Marienmühle um. Inzwischen haben sie auch diese Heimat verloren.

Doch man ließ sich nicht unterkriegen. Die Familie Groß verpachtete ein Grundstück hinter dem Schneiderhof als Bolzplatz. Wieder waren Fleiß und Freizeitopfer von über 2500 Arbeitsstunden nötig, um einen ansehnlichen Fußballplatz mit Vereinshütte und Spielplatz auf der Wiese zu schaffen. 1996, zum 30-jährigen Vereinsjubiläum, wurde der Platz eingeweiht. Seitdem trifft sich dort Jung und Alt.

Untätigkeit ist im FCO kein Thema. Im Jahr 2000 fand sich eine vereinsinterne Projektgruppe „Dorfplatz“. Ein neuer Dorfmittelpunkt sollte an der Kirche geschaffen werden. Innerhalb eines halben Jahres schufen 30 Idealisten in 650 Arbeitsstunden einen Dorfplatz mit Brunnen. Zu Maifesten wird dort der Maibaum aufgestellt, in der Weihnachtszeit scheut man keine Mühen, um einen großen Christbaum zu organisierten.

Und unter der Regie der FCO-Mütter zeigen Kinder jedes Jahr vor Heilig Abend in der Dorfkirche ein Krippenspiel. Anschließend unterhält man sich am Lagerfeuer auf dem Dorfplatz bei Glühwein und Gebäck. Längst sind die ersten Darsteller von Maria, Josef und den Hirten erwachsen.

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