Kritische Biberbacher

Die nächste Debatte ums Haus der Vereine

Biberbach - Beim Thema Haus der Vereine packt auch die Biberbacher der heilige Zorn. Gemeinde, Spielvereinigung und sonstige Verantwortliche bekamen jedenfalls bei einer ansonsten harmonischen Bürgerversammlung ihr Fett weg.

Bei der Bürgerversammlung im Scherm-Saal von Biberbach ging es zunächst sehr harmonisch zu, bis man auf das derzeit geschlossene Haus der Vereine in Röhrmoos zu sprechen kam. Bei diesem Reizthema ließen einige Wortführer ihren Emotionen freien Lauf.

Nachdem Bürgermeister Dieter Kugler den 34 Versammlungsbesuchern aufgezeigt hatte, dass der fehlende Brandschutz Ursache der Schließung ist, erklärte Adolf Mayr, dass er sich nicht vorstellen könne, dass die Schließung dieser Herberge von heute auf morgen amtlicherseits angeordnet sei. „Da sind die Brandschutzauflagen doch jahrelang ignoriert worden“, sagte Mayr, der Bürgermeister Kugler aber in Schutz nahm: Es sei unverständlich, dass vor Kuglers Zeit keine Brandschutzbegehungen erfolgten.

Harsche Kritik an der SpVgg übte Anton Pfaffelmoser, der den Röhrmooser Sportlern vorwarf, sich um nichts zu kümmern und sich nur auf die Gemeinde zu verlassen, wenn es ums Zahlen geht. „Das war doch schon immer so, und viele Bürger wissen das auch“. Es sei wohl besser, das Haus der Vereine zuzusperren, bevor weitere enorme Kosten auf die Gemeinde zukommen.

Der Stimmung in der Versammlung war zu entnehmen, dass man befürchtet, dass das Haus der Vereine zu einem Fass ohne Boden werden könnte. Dem widersprachen aber der Bürgermeister und der Verwaltungsbeamte Erwin Zelenka energisch.

Früher gehörte das große Gebäude ja der SpVgg, die es aber vor ein paar Jahren für den symbolischen Preis von einem Euro an die Gemeinde abgegeben hat. Zelenka habe als Gemeindebediensteter nicht wegschauen können, wohlwissend, dass Brandschutzmängel bestehen. Das Landratsamt hätte die Gemeinde auffordern müssen, zu handeln.

„Aber es wäre doch ein Witz, sich gegenseitig anzuzeigen“, unterstrich Zelenka und versicherte, dass die baulichen Mängel noch heuer behoben werden.

Der Bürgermeister machte kein Hehl daraus, dass es ihm am liebsten wäre, wenn die SpVgg wie früher mit einem Wirt das Haus der Vereine betreiben würde. Weil es das aber mit Sicherheit nicht mehr geben wird, müsse man aus der momentanen Situation das Beste machen. Die Gemeinde sei bereit, das Geld für die Brandschutzauflagen zu zahlen, denn es gehe hier ja nicht nur um die SpVgg sondern auch um die zwei Schützenvereine und die Theatera.

Dem Gemeinderat könne man nicht nachsagen, untätig gewesen zu sein. Den Beweis hierfür liefere die mit dem Gemeinderat gegründete aktive Arbeitsgruppe. Eine Schließung des Hauses kommt für Kugler überhaupt nicht in Frage, denn in ganz Röhrmoos gibt es außer dem Saal im Haus der Vereine keine einzige Wirtschaft in dieser Größe.

Der frühere Gemeinderat Hubert Beyer, der vor rund drei Jahren als Berufsfeuerwehrmann für die erste Brandschutzbegehung befähigt war, stellte klar, dass von ihm damals schon gewisse bauliche Mängel festgestellt wurden, weil das Gebäude wohl noch nie als Versammlungsstätte im Sinne des Gesetzes zugelassen war. „Denn ein zweiter Rettungsweg war nie vorhanden“. Zelenka fügte hinzu, dass man beim Bau des Hauses sicher keine so strengen Auflagen kannte..

ost

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