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Millioneninvestition in Kinderbetreuung: Bürgermeister Stefan Kolbe (mit Mikro) informierte bei der Bürgerversammlung über den Kauf des Gebäudes, in dem die Bamberger-Schule untergebracht ist.

Karlsfeld kauft Gebäude für 5,8 Millionen

Aus Bamberger-Schule wird Kinderhaus

Karlsfeld - Die Gemeinde Karlsfeld kauft das Gebäude der Bamberger-Schule an der Röntgenstraße. Nicht weil sie will, sondern weil sie muss. Denn nur so lassen sich kurzfristig weitere dringend benötigte Kinderbetreuungsplätze schaffen.

Bürgermeister Stefan Kolbe hat auf der Bürgerversammlung am Montagabend im Bürgerhaus mitgeteilt, dass die Gemeinde das Gebäude kaufen wird, in dem noch die Elisabeth-Bamberger-Schule untergebracht ist. Kostenpunkt: 5,8 Millionen Euro. Eine enorme Investition für die klamme Gemeinde, die heuer schon über 5 Millionen Euro für den laufenden Betrieb der Kitas aufbringen muss.

Im Gebäude im Gewerbegebiet sollen ab Herbst drei Kindergarten-, drei Krippen- und zwei Hortgruppen untergebracht werden. Insgesamt stehen dort 161 Plätze zur Verfügung, etwa 25 Personen werden die Kinder betreuen. Ob die Plätze schon zum Schuljahresbeginn zur Verfügung stehen werden, ist unklar.

„Nach den vorliegenden Anmeldungen für das nächste Kindergartenjahr stehen 140 Kinder auf der Warteliste“, musste Kolbe in seinem Rechenschaftsbericht einräumen. Die Lage im Gewerbegebiet sei für das neue Kinderhaus nicht optimal, räumte Kolbe ein, „aber wir mussten 160 Plätze aus dem Boden stampfen. Das Wichtigste ist, dass alle einen Betreuungsplatz bekommen.“

Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind mit dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz in Krippe oder Kindergarten (Hortplätze fallen nicht darunter). Die Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgabe ist für die Kommunen teuer. Auch Karlsfeld hat in den vergangenen drei Jahren mehrere neue Kindertagesstätten gebaut und dafür Millionen in die Hand genommen.

Einher ging die Personalaufstockung. 2012 hat die Gemeinde 15 Mitarbeiter in der Kinderbetreuung beschäftigt, heute sind es 53. Neues Fachpersonal zu bekommen, sei schwierig, so Kolbe in der Versammlung: „Der Markt ist leer gefegt.“

Der Ausbau der Kinderbetreuung in der Gemeinde Karlsfeld geht weiter. Voraussichtlich im Frühjahr 2017 wird die Kinderkrippe im Baugebiet Neue Mitte eröffnet, 2018 soll das Kinderhaus westlich der Bahn mit 24 Krippen- und 25 Kindergartenplätzen bezugsfertig werden.

Walter Weinfurtner hat an Bürgermeister Stefan Kolbe 120 Unterschriften von Eltern übergeben, die sich einen Hortplatz, zumindest aber eine Mittagsbetreuung für ihre Kinder wünschen.

Er suche für seine Tochter vergeblich einen Hortplatz, sagte Weinfurtner am Dienstagabend in der Bürgerversammlung. Es gebe Eltern, die ihren Job aufgeben müssten, sollten sie keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder finden.

Auch könne er nicht verstehen, so Weinfurtner weiter, wie gleich 140 Betreuungsplätzen fehlen könnten und die Gemeinde bei der Bedarfsermittlung so weit danebenliegen könne. Er sprach von „Fehlplanung“.

„Eine Mittagsbetreuung scheitert an den Räumlichkeiten“, antworte Kolbe. Max Haberl, Leiter der gemeindlichen Jugendarbeit im Rathaus, bekräftigte dies gestern gegenüber den Dachauer Nachrichten. „Es müsste einen Raum in der Grundschule geben nur für die Mittagsbetreuung, wo auch mal Sachen drinbleiben können wie etwa Spielzeug.“ Eine Betreuung in Klassenzimmern scheide demnach aus. Und die Grundschule an der Krenmoosstraße platzt aus allen Nähten. Schulleiter Roland Karl erklärte in einer Stellungnahme, dass es für die Mittagsbetreuung keinen Raum gebe.

Was die Probleme mit der Bedarfsermittlung betrifft, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder betreuen lassen, gerade in Ballungsräumen. Haberl „Die Betreuungsquoten schießen nach oben, das ist nicht zu prognostizieren.“

tol

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