Nach 23 Jahren ist Schluss: Ingrid Dotzauer wechselt in einen BRK-Kindergarten nach Karlsfeld. foto: map

Abschied von ihren Elefantenkindern

Schwabhausen - 23 Jahre lang war Ingrid Dotzauer Erzieherin im Kindergarten Tschu-Tschu-Bahn in Schwabhausen. Hunderte Kinder aus Schwabhausen und Umgebung waren schon in ihrer Obhut. Doch bald ist ihr letzter Arbeitstag in der Elefantengruppe.

„Tschüss Ingrid!“, rufen zwei kleine Mädchen im Schwabhauser Kindergarten Tschu-Tschu-Bahn und laufen mit ausgestreckten Armen auf „ihre Ingrid“ zu. „Ja tschüss, Ihr beiden!“, entgegnet ihnen die Erzieherin Ingrid Dotzauer. Die Kindergartenkinder verabschieden sich zwar nur für den Nachmittag, doch ein bisschen ist es ein Abschied für immer.

Denn im August ist Ingrid Dotzauers allerletzter Arbeitstag im Kindergarten Tschu-Tschu-Bahn. Seit der Eröffnung im Jahr 1993 arbeitet sie als Erzieherin dort. Zum September wechselt der Träger, und alle Erzieherinnen des ehemaligen BRK-Kindergartens verlassen die Einrichtung. Für Dotzauer geht es nach Karlsfeld in eine andere Kita des BRK. Zum Abschied bekam die 57-Jährige ein sehr persönliches Fotoalbum mit Bildern von den Kindern und deren Eltern geschenkt. „Da kamen mir die Tränen“, erzählt sie gerührt.

Der Wechsel fällt ihr nicht leicht: „Ich finde es so schade, dass sich die Gemeinde für einen anderen Träger entschieden hat“, sagt sie. Die Gemeinde habe über die Jahre einen guten Kontakt zum Kindergarten gehabt, betont Dotzauer. Trotzdem geht die Einrichtung nach einer Neuausschreibung an „Denk mit!“ (wir berichteten). Die 57-Jährige bleibt aber beim BRK, mit dem sie als Arbeitgeber „immer sehr zufrieden war“.

Erzieherin war schon immer Ingrid Dotzauers Traumberuf. Schon als Kind hat sie sehr zielstrebig darauf hingearbeitet: Nach der Zeit auf dem sozialen Zweig in der Realschule absolvierte sie eine fünfjährige Erzieherinnen-Ausbildung in München. Darauf kann sie heute noch aufbauen, erklärt sie: „Wir hatten sehr viel Praxis.“ Auch im Hort hat sie schon gearbeitet, der Kindergarten ist aber klar ihr Lieblingsbereich.

Nach ihrer Zeit an einer Einrichtung in Germering landete Ingrid Dotzauer schließlich in der Gemeinde Schwabhausen. Zuerst im Kindergarten Arnbach, der damals noch eine Einrichtung der Franziskaner-Schwestern war. „Als dann der Kindergarten in Schwabhausen eröffnete, sind ganz viele Vorschulkinder mit mir gewechselt“, erinnert sich Ingrid Dotzauer schmunzelnd. Da sei die Eingewöhnung recht schnell gegangen.

Mittlerweile kennt sie jeden Winkel des Hauses und fast jedes Kindergartenkind beim Namen. Dotzauer ist schon seit der Eröffnung des Kindergartens stellvertretende Leiterin. Sie war maßgeblich an vielen kreativen Sommerfesten, Theateraufführungen und Übernachtungsabenden der Vorschulkinder beteiligt. Egal, ob es um die Kostüme für die Theateraufführungen oder um Nachtwanderungen für die Vorschulkinder ging: Dotzauer packte immer mit an. Basteln und Singen seien schon immer große Hobbys von ihr gewesen, erzählt sie. „Was ich selbst gern hab’, kann ich auch gut rüberbringen.“ Außerdem helfe das Singen gerade Kindern, die beim Sprechen noch ein paar Probleme haben. Wenn die Kinder Fortschritte erzielen, sind das immer wieder die „schönsten Momente“ im Kindergartenalltag für Ingrid Dotzauer. „Wegen des Geldes mache ich den Beruf nicht“, betont sie.

Ingrid Dotzauer war von Anfang an Erzieherin in der Elefanten-Gruppe. „Ich hatte wirklich sehr viele intelligente Kinder in der Gruppe“, erinnert sie sich stolz. Da war zum Beispiel das vierjährige Mädchen, das schon Stellen aus dem Elternbrief vorgelesen hat. Von den ehemaligen Schützlingen erfährt sie oft, dass sie nach der Grundschule auf das Gymnasium gehen.

Ingrid Dotzauer weiß genau, dass es ihre Kinder im Leben schaffen werden. Trotzdem findet sie: „Wenn die Vorschulkinder den Kindergarten verlassen, ist das auch immer der berührendste Moment.“

Mehrere hundert Kinder aus Schwabhausen und Umland waren schon unter Ingrid Dotzauers Obhut, die Ältesten dürften heute an die 30 Jahre alt sein. Viele Familien mit älteren Kindern bedauern es jetzt, dass die Geschwisterkinder nicht auch noch in Ingrid Dotzauers Elefantengruppe kommen können.

Die Arbeit mit den Kleinen hat der 57-Jährigen aber auch persönlich immer wieder Kraft gegeben, auch in der Zeit nach einer schweren Erkrankung im Jahr 2004. Natürlich werde die Arbeit mit dem Alter auch immer anstrengender, sagt die 57-Jährige. Aber die positiven Gefühle überwiegen für sie trotzdem, vor allem „wenn die Kinder strahlen und sich ehrlich freuen, dass man da ist.“ Doch damit ist nach 23 Jahren in Schwabhausen jetzt Schluss. Ingrid Dotzauer wischt sich ein paar Tränen aus den feuchten Augen.

(map)

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