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Goldenes Haus in Dachau - daran scheiden sich die Geister. 

Außergewöhnliche Architektur sorgt für Ärger

Goldenes Haus in Dachau: "Müsste man in die Luft sprengen"

Dachau - Michael Schrodt aus Dachau hat von einem goldenen Haus mit außergewöhnlicher Architektur geträumt und dafür gekämpft. Jetzt muss er so manche Kritik einstecken. 

Drei Radler fahren am außergewöhnlichen Bau von Michael Schrodt in der Hermann-Stockmann-Straße 58 in Dachau vorbei. Einer von ihnen ruft: „Das ist ja furchtbar, das müsste man ja in die Luft sprengen.“ Spenglermeister Schrodt aus Dachau arbeitet gerade an seiner Baustelle: „Da musste ich schon erst mal schlucken“, erzählt der 33-Jährige – heute kann er darüber lachen. 

Es war die futuristische Architektur in Sydney, die den ehemaligen Indersdorfer für sein umstrittenes Bauwerk in Dachau-Süd inspiriert hat. Schon von Weitem sticht das Doppelhaus mit seinen goldenen und schwarzen Aluminiumfassaden und dem abgerundeten Foliendach hervor, neben klassischen Einfamilienhäusern mit blauen Fensterläden und ziegelgedeckten Satteldächern. 

Die Inspiration für die Architektur holte sich der Bauherr in Sydney

Vor rund zehn Jahren war der Dachauer nach seiner Spenglerlehre auf Reisen: in Sydney, Singapur und Hongkong – in Australien hat er für ein Jahr lang als Spengler gearbeitet. Und ein Stück von der australischen Architektur nach Dachau mitgebracht. 

Viel Kritik, aber auch Lob bekam Spenglermeister Michael Schrodt für sein Bauwerk mit goldener Außenfassade in der Hermann-Stockmann-Straße in Dachau. 2013 lehnte der Bauausschuss sein Vorhaben bereits ab.

„Goldener Wohnwagen“, „Kofferradio“ oder „Toaster“, das sind Bezeichnungen, die Schrodt bereits über sein Bauwerk im sozialen Netzwerk Facebook lesen musste. Auch als er seinen Plan im Bauausschuss vorstellte, musste er sich beleidigende Kommentare anhören. „Ein Stadtrat hat zum Beispiel gesagt, dass er davon Augenkrebs bekommt“, sagt der 33-jährige. Außerdem kritisierte ein weiterer Stadtrat: Es sei eine Frechheit, dass der Ausschuss überhaupt über so ein Vorhaben entscheiden müsse. Deshalb stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich gegen den futuristischen Bauvorschlag – Schrodts „Testballon“ war damit erst einmal geplatzt. 

Zunächst der Schock: Der Bauausschuss lehnte sein Vorhaben ab

Über ein Jahr Planung mit der Architektin seines Vertrauens, Susanne Seenmüller aus Indersdorf, lagen bereits hinter ihm. „Da war ich schon sehr sauer, ehrlich gesagt“, erzählt Schrodt. Kurzerhand holte er seine Laufschuhe aus dem Keller. Er joggte drei Stunden lang, um die Erkenntnis zu gewinnen: „Es muss weitergehen.“ 

Und schon am gleichen Abend nach der Ausschusssitzung bekam er einen Anruf aus dem Dachauer Bauamt: Der Beschluss des Bauausschusses ist rechtswidrig. Denn der Ausschuss dürfe in diesem Gebiet nicht über das Design entscheiden, sondern lediglich über das Volumen der geplanten Häuser. „Ich hätte zum Beispiel kein Hochhaus bauen dürfen, weil es höher als die umliegende Bebauung ist“, erklärt Schrodt: „Aber eine Häuserfassade in schweinchenrosa wäre okay gewesen.“ Der umstrittene Bau in der Hermann-Stockmann-Straße konnte für ihn also im Herbst 2014 starten. 

Selbst einziehen ins goldene Haus will Michael Schodt allerdings nicht

Nun werkelt Michael Schrodt noch im Inneren des Doppelhauses: Im November dieses Jahres soll es bezugsfertig sein und die ersten Mieter könnten einziehen, erzählt Schrodt. Die sucht er aber noch. Selbst einziehen will der Spenglermeister allerdings nicht: „Das wäre mir alles zu groß.“ Der 33-jährige wohnt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Dachau. 

Mittlerweile bekommt er aber auch Lob für sein Bauwerk: „Letztes Mal hat eine ältere Dame mal reingeschaut und fand den Bau total gut.“ Von den kritischen Meinungen lässt sich der Spenglermeister mittlerweile nicht mehr beeinflussen – er ist ohnehin von seinem Bau überzeugt.

Anna Schwarz

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