Der Dachauer Wolfgang Milhard ärgert sich

"Das MVV-Tarifsystem ist ungerecht!"

Undurchschaubar, unlogisch, unverständlich – und zutiefst ungerecht: Das ist das MVV-Tarifsystem, findet Wolfgang Milhard. Ein Beispiel: Von Dachau nach Untermenzing müssten Fahrgäste eigentlich vier Streifen stempeln. Unterbrechen sie die Fahrt, geht es auch mit zweien.

„Es ist wirklich an der Zeit, dass der MVV sich um ein neues Tarifsystem kümmert.“ Wolfgang Milhard ärgert sich über das jetzige System, er hält es für undurchschaubar – und noch dazu ungerecht: „Wer weit fährt, sollte mehr bezahlen müssen als jemand, der nur eine kurze Strecke fährt – ohne irgendwelche Kurzstrecken und Zonengrenzen“, findet der 68-jährige Dachauer. Das ist leider jetzt nicht der Fall. 

Milhard hat einige Beispiele, die die Ungerechtigkeit und die zweifelhafte Logik verdeutlichen: „Wenn ich von Dachau zum Hauptbahnhof fahre, muss ich vier Streifen abstempeln. Wenn ich von Dachau nach Karlsfeld fahre, brauche ich einen Streifen“, erklärt Milhard. „Das heißt, wenn ich dort aussteige und nochmal zwei Streifen stemple, kann ich bis zum Hauptbahnhof oder noch weiter mit insgesamt drei Streifen fahren.“ Natürlich könne es passieren, dass man in Karlsfeld den nächsten Zug nehmen müsse, der zehn oder 20 Minuten später fahre, „falls ich es nicht mehr schaffe, in denselben Zug zurückzukommen“. 

Allerdings ist das Ganze nicht zulässig. Wie MVV-Sprecher Martin Schenk erklärt, müsse der Fahrgast „eine Fahrkarte für die gesamte zurückzulegende Fahrstrecke lösen.“ Also: Aus der S-Bahn springen, zum Stempelautomaten spurten und wieder zurücksprinten ist nicht erlaubt. Wenn das mehr Fahrgäste machen, würden möglicherweise einige die Türen blockieren: „Verspätungen wären die Folge“, so Schenk. „Das kann nicht im Sinne aller Fahrgäste sein.“ 

Dass es Ungerechtigkeiten im Tarifsystem gibt, weist Schenk gar nicht von der Hand. „Die Tageskarte XXL hat der MVV angeschafft, um Ungerechtigkeiten zu entschärfen“, so der MVV-Sprecher. Damit man bei Hin- und Rückfahrt günstiger dran ist, als zweimal mit der Streifenkarte zu bezahlen. 

Milhard hat noch ein extremeres Beispiel für eine Ungerechtigkeit: Von Dachau nach Untermenzing – nach Dachau die dritte Station – muss der Fahrgast nach dem MVV-Tarifsystem vier Streifen stempeln. Nach dem Kurzstrecken-System braucht er aber nur „von Dachau nach Karlsfeld einen Streifen. Dann aussteigen und von dort aus nach Untermenzing nochmals einen Streifen: So kann ich auch mit zwei Streifen von Dachau nach Untermenzing fahren“, sagt Milhard. Das alles sei Theorie, erklärt der Dachauer. „Ich habe das selbst so noch nicht gemacht.“

Milhard fordert ein neues System. In anderen europäischen Städten gehe das auch: „Ich war vor ein paar Jahren in Prag, da konnte man die Station auswählen, wo man hin will, und man hat genau dafür gezahlt.“ Milhard wundert sich nur darüber, „dass man sich sowas als Fahrgast des MVV so ohne Weiteres gefallen lässt.“ Dann meint er resigniert: „Aber man hat ja kaum eine Wahl.

no

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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