Auftakt für die Demenzwoche: Politiker und Betroffene trafen sich im Gesundheitsamt Dachau. foto: hab

Eine Herzensaufgabe der Gesellschaft

Dachau - Demenz ist die „moderne Geißel der Menschheit“. So jedenfalls wurde die Krankheit zum AUftakt der Demenzwoche im Landkeis Dachau bezeichnet. Dabei wurden auch Ergebnisse eienr Studie im landkreis veröffentlicht - alelrdings nur Zwischenergebnisse.

Im Gesundheitsamt Dachau haben die Koordinatoren Peter Kolominsky-Rabas und Franziska Nickel die Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts „Bayerischer Demenz Survey“ präsentiert worden. Zudem sind die Ergebnisse der Auftakt für die Aktionswoche „Demenz und Leben“, die ab Sonntag eine Woche lang im gesamten Landkreis stattfindet.

Das Projekt „Bayerische Demenz Survey“ wird seit 2015 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege an den Standorten Dachau, Erlangen und Kronach umgesetzt. Ziel des Projektes ist es, die Lebenssituation von Demenzkranken und deren pflegenden Angehörigen zu verbessern. Der Survey wird durch das Interdisziplinäre Zentrum für Health Technology Assessment und Public Health der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath meinte in seinem Grußwort: „Ganz Bayern blickt heute auf Dachau.“ Er bezeichnete Demenz als „die moderne Geißel der Menschheit“ und betonte die Schlüsselrolle des Landkreises Dachau in Sachen Demenzforschung als am stärksten wachsender Landkreis Bayerns. Er erhoffe sich von dem Projekt, eine frühere Diagnose zu ermöglichen, die Verbreitung von Hilfsangeboten zu steigern, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie Angebote für Seniorengärten auszubauen.

Derzeit Leben in Bayern etwa 220 000 Menschen mit Demenz, wegen der demografischen Entwicklung kann bis zum Jahr 2020 von einem Anstieg auf rund 270 000 Personen ausgegangen werden. Laut aktuellen Daten werden 70 Prozent im häuslichen Umfeld versorgt. Da die Ursache der Erkrankung bis heute unbekannt und diese deswegen unheilbar ist, sind Informationen über den Verlauf und die Versorgung extrem wichtig zu gewinnen.

Anhand von ausgewerteten Interviews wurde soweit festgestellt, dass im Landkreis Dachau die demenzkranke Person durchschnittlich 79 Jahre alt ist. Die teilnehmenden Angehörigen sind überwiegend weiblich und im Durchschnitt 63 Jahre alt. Bei der Hälfte der Angehörigen handle es sich um den Partner, etwa zwei Drittel leben zusammen mit dem Patienten in einem Haushalt.

Die Hälfte der pflegenden Angehörigen befinde sich bereits im Ruhestand, während 35 Prozent noch erwerbstätig seien. Davon wären allerdings 18 Prozent mindesten einen vollständigen Arbeitstag aufgrund der Pflege abwesend gewesen. 86 Prozent der pflegenden Angehörigen würden den Patienten bei Aktivitäten wie Einkaufen, Kochen, Hausarbeit, Wäsche waschen, Transport, Einnahme von Medikamenten und Erledigung von finanziellen Angelegenheiten unterstützen.

Laut Professor Peter Kolominsky-Rabas erkrankt weltweit alle drei Sekunden ein neuer Patient an Demenz. Insgesamt leiden 1,5 Millionen Menschen in ganz Deutschland an der Krankheit, jährlich kommen 300 000 neu dazu. Demenz ist die zweitteuerste Krankheit. 68 Prozent der Kosten bleiben durchschnittlich an der Familie hängen, jährlich rund 31 000 Euro.

Franziska Nickel erklärte, dass es keine Prävention für Demenz gebe, keine Standardvorgehensweise. Sie plädierte allerdings für geistige und körperliche Aktivität statt für Tabletten. Die wenigen Medikamente, die auf dem Markt sind, sind nur in der Frühphase sinnvoll. „Sudoku und Kreuzworträtsel können die Krankheit verlangsamen, sind aber leider keine Therapie“, erklärten die Wissenschaftler. Ein höherer Wissensstand kompensiere oft die ersten Symptome, bedeute aber auch nicht den Einhalt der Erkrankung.

Bis 2030 prognostiziert Kolominsky-Rabas 75 Millionen betroffene Menschen weltweit. Angesichts dieser gravierenden Zahlen verwies Landrat Stefan Löwl abschließend auf einen wichtigen Punkt: Dass das Herz nicht dement werde. Er nannte die Herausforderung Demenz eine „Herzensaufgabe für die gesamte Gesellschaft“.

(sj)

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