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Eine Investition in Millionenhöhe war der neue Stall in Bergkirchen, sagt Markus Brummer. Wegen des niedrigen Milchpreises muss seine Familie andere Investitionen zurückstellen.

Milchpreis auf Rekordtief

Die einzige Lösung: Bauernopfer

Bergkirchen - Der Milchpreis hat ein Rekordtief erreicht. Das bekommt auch Milchbauer Markus Brummer aus Bergkirchen zu spüren: 24 Cent bekam er nun pro Liter. Er sieht die einzige Lösung darin, dass einige Landwirte mit dem Milchviehbetrieb aufhören.

Markus Brummer (24) hält die Monatsabrechnung der Molkerei in den Händen, an die der Landwirt die Milch seiner 110 Kühe liefert: Mit 24,10 Cent ist der Preis pro Liter Milch darauf angegeben. „Es gab noch nie über so lange Zeit so einen niedrigen Preis“, stellt der Milchbauer aus Bergkirchen fest. Im März 2015 wurde die Milchquote abgeschafft, also die Menge Milch, die jeder Bauer an seine Molkerei verkaufen darf. Seit August 2015 begann der Milchpreis kontiniuierlich zu sinken – von rund 30 Cent im Sommer auf den derzeitigen Tiefpreis von 24 Cent: „Um kostendeckend zu produzieren, bräuchten wir aber mindestens 38 Cent pro Liter“, meint Markus Brummer.

In Discountern hingegen steht der Liter Milch für rund 46 Cent im Regal, eine Rechnung, die für den Milchbauer nicht aufgeht. Denn von diesem Preis fallen immer noch 20 Cent für den Supermarkt und die Molkereien ab. Nach Brummers Rechnung müsste die Milch im Laden daher knapp 60 Cent kosten, damit er bei der Milchproduktion nicht draufzahlen müsste. Er zieht eine bittere Bilanz: „Ich finde es schon schade, dass Grundnahrungsmittel so verramscht werden. Bei Elektro- und Spaßartikeln spielt der Preis keine Rolle, aber Produkte aus der Landwirtschaft dürfen nichts kosten.“ 

Gemeinsam mit seinen Eltern betreibt der 24-Jährige den Milchviehbetrieb. Noch vor rund einem Jahr entschieden sich die Brummers, weiter in die Milchviehhaltung zu investieren und bauten einen neuen Laufstall für ihre 110 Kühe – „eine Investition in Millionenhöhe“, wie der Milchbauer selbst sagt. „Damals waren die Aussichten beim Milchpreis noch nicht so schlecht“, erklärt der Landwirt: „Es gab zwar auch Hochs und Tiefs, aber da waren die Schwankungen noch nicht ganz so extrem.“ 

Wegen des niedrigen Milchpreises muss Brummer nun eben Investitionen in neue Maschinen zurückstellen und auch im privaten Leben ein bisschen zurückstecken, wie er sagt. Denn der Stallbau war kostenintensiv und „die Bank will eben auch ihr Geld“, so der 24-jährige. Ganz mit der Milchviehwirtschaft aufzuhören, sei aber keine Option für Brummer: „Wir müssen da jetzt leider ausharren“, erklärt er: „Aber ich glaube, in circa einem Jahr wird sich die Milchmenge von selbst reduzieren.“ Denn die Konsequenz aus dem niedrigen Milchpreis sei, dass viele Milchbauern mit der Landwirtschaft aufhören, so Brummer: gerade Landwirte im Nebenerwerb oder Betriebe, die vor der Entscheidung eines Stallneubaus stehen. „Viele hören auch auf, weil sie wegen der niedrigen Milchpreise keinen Hofnachfolger mehr finden“, sagt Brummer. 

Die Gründe für den niedrigen Preis sieht der Landwirt nicht nur im Verhalten des Verbrauchers, sondern in den Wirtschaftssanktionen gegen Russland, das keine Milch mehr aus Deutschland bezieht, der schwächeren Nachfrage an Milchpulver auf dem chinesischen Markt und der allgemeinen Überproduktion von Milch auf dem Weltmarkt. Aber die Rückkehr zu einer Milchquote ist für Brummer keine Lösung. Auch der Vorschlag von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, den Milchpreis aufzustocken, sieht der Landwirt skeptisch: „Das ist auch nur eine Übergangslösung und wird keinem weiterhelfen. Dadurch wird die Milch auch nur mehr.“ Die einzige Weg aus der Milchpreiskrise ist für Brummer deshalb, dass sich das derzeit zu große Angebot und die Nachfrage wieder in ein Gleichgewicht bringen, indem Milchviehbetriebe aufhören: „Mehr Milch können wir ja auch nicht trinken“, schmunzelt Brummer.

Anna Schwarz

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