Beobachtet seine Erdbeeren ganz genau: Erdbeeranbauer Manfred Wolf aus Ebersried. foto: Wagner

Frust wegen Frost

Dachau - Es war wirklich eiskalt in der in der vergangenen Woche. Für Feldfrüchte wie Erdbeeren heißt das: Flies drauf! Doch auch das reicht nicht: Die Erdbeerbauern im Landkreis klagen über Ernteverluste.

„Wir haben 20 bis 30 Prozent Frostschäden bei den Erdbeeren“, berichtet zum Beispiel Christian Heitmeier vom Spargelhof Heitmeier aus Lichtenberg bei Altomünster. Obwohl er seine Felder teils doppelt mit Flies abgedeckt hatte, erfroren einige Blüten. Denn der Frost ist vor allem während der Blüte gefährlich, sie werden schwarz, oder die späteren Früchte verkrüppeln. Auch bei seinem Grünspargel gibt es Verluste. „Zwei Tagesernten sind kaputt“, berichtet Heitmeier. „Alle, die aus der Erde herausstanden, sind erfroren - trotz Folie.“

Mehrmals am Tag verfolgen die Erdbeerfeldbesitzer den Wetterbericht. „Spätenstens um 15 Uhr müssen wir reagieren und im Fall von Nachtfrost die Pflanzen abdecken“, erklärt Heitmeier, der die beliebten roten Früchte auf rund acht Hektar anbaut.

Auch bei Manfred Wolf aus Ebersried bei Odelzhausen haben einzelne Erdbeerpflanzen die Kälte nicht überlebt, obwohl er diese ebenfalls mit einer doppelten Fliesabdeckung geschützt hatte. „Etwa 10 bis 20 Prozent der Blüten sind erfroren.“ Er hofft, dass die Pflanzen das auffangen können und die dann etwas wenigeren Erdbeeren dafür größer werden, weil die Pflanze alle Kraft in die verbleibenden Früchte stecken kann.

Wolf, der neben seinem Feld in Ebersried vor allem Anbauflächen im Landkreis Fürstenfeldbruck unterhält, musste in der vergangenen Woche jede Menge Extraschichten einlegen. Denn wenn Nachtfrost angesagt wird, heißt das vor allem erst einmal abdecken, sechs Hektar einfach, vier Hektar davon doppelt. Am nächsten Vormittag müssen die Folien wieder entfernt werden. Denn kommt die Sonne raus, können auf den Blättern schnell Hitzeschäden entstehen. Wie die Ernte im Endeffekt ausfällt, kann Wolf noch nicht sagen. „Man muss erst schauen, wie sich die Früchte weiterentwickeln. Ich hoffe, der Warm-Kalt-Wechsel war für die Pflanzen nicht zu viel Stress.“

Beim Beerengarten in der Rothschwaige bei Karlsfeld hält sich der Schaden in Grenzen. „Die meisten Pflanzen blühen noch nicht“, erklärt Betreiberin Susanne Offenbeck. Lediglich einen Feldabschnitt mit frühen Erdbeeren mussten sie während der eiskalten Nächte abdecken. „Da hat es dennoch ein bisschen was erwischt.“ Der Schaden liege auf die gesamte Ernte betrachtet etwa bei fünf bis zehn Prozent. Derzeit. „Man kann noch nicht genau abschätzen, ob doch noch weitere Schäden da sind und Früchte verkrüppeln.“

Zudem kann immer noch eine erneute Kaltfront kommen. „Wir hatten schon einmal an einem 22. Mai eine Frostnacht. Es langt schon eine halbe Stunde Frost, und es ist alles kaputt“, erzählt Offenbeck. Alle Erdbeerfeldbetreiber haben eine Hoffnung: dass die Frostnächte der vergangenen Woche schon die Eisheiligen waren.

Die Erdbeerernte beginnt für die frühen Früchte in diesen Tagen. Selbstpflücken auf dem Feld können Obstliebhaber dann in der Regel wieder ab Ende Mai.

Conny Kirmaier

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