Die Glonninsel soll aufgewertet werden

Petershausen - Der Petershauser Gemeinderat hat sich für das Aufwerten der Glonninsel ausgesprochen. Andere BN-Vorschläge wurden jedoch abgelehnt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe vom Bund Naturschutz (BN), Rainer Mühe, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Beschluss. Obwohl so mancher BN-Vorschlag gestorben ist - so zum Beispiel das Baumhaus-Café, das im Außenbereich keine Baugenehmigung bekäme.

Auch die Idee, aus dem Mühlbach Wasser für ein Feuchtbiotop auf der Glonninsel abzuzweigen ist schwierig. Denn: Es müssen ständig mindestens 70 Liter Wasser pro Sekunde von der Glonn in den Mühlbach fließen, um dort den Fischbestand sicherzustellen. Darauf pochen die Fischer. Wenn nur dann Wasser in das Feuchtbiotop geleitet werden würde, wenn mehr als 70 Liter pro Sekunde in den Mühlbach fließen, würde dazu führen, dass die Feuchtwiese von Zeit zu Zeit trocken liegt. Auch eine Wasserleitung wäre wegen des erheblichen Unterhaltsaufwandes, etwa bei Verstopfungen, keine Alternative.

Also sollen wechselfeuchte Senken und Mulden auf der Glonninsel entstehen. Das würde auch einen verbesserten Rückhalteraum für den Fall von Hochwasser auf der Insel gewährleisten, so die Naturschützbehörde. Zugleich dient das Gemeindegrundstück auf der Insel als Ausgleich für die Baumaßnahmen der Sparkasse Dachau im Gewerbegebiet Eheäcker.

Kritisch bewertet das Gesundheitsamt den vom BN vorgeschlagenen Spiel-Badebereich an der Glonn, denn durch Kläranlagen und Landwirtschaft seien im Lauf der letzten Jahre erhebliche Verunreinigungen am Fluss entstanden. Nun soll es ersatzweise ein abgeflachtes Ufer am Mühlbach geben, damit wenigstens ein Spielbereich und der geplante Themenweg auf der Insel entstehen können. Jetzt wartet die Gemeinde die ersten Planungsentwürfe für den Themenweg und eine Mühlbachquerung ab, denn der Weg hätte eventuell Auswirkungen auf den Hochwasserabfluss. Nach Vorliegen der Entwürfe werden Gemeinde, BN, Kraftwerksbetreiber Schuhbauer, Grundschule, Mittagsbetreuung/Hort, Fischer, Wasserwirtschaftsamt und Gesundheitsamt noch einmal miteinander sprechen. So will die Gemeinde alle Beteiligten aktiv in die Planungen einbinden. Vor allem soll so geklärt werden, wie der Mühlbach überquert wird und wo das sein soll. Das letzte Wort hat dann jeweils wieder der Gemeinderat.

Wie Bürgermeister Marcel Fath (FW) in der Sitzung betonte, ist die Renaturierung der Glonninsel Aufgabe des Freistaates, doch sowohl die Gemeinde als auch der BN wollten in die Planungen einbezogen werden, denn dann müsse das Wasserwirtschaftsamt tätig werden. Laut Geschäftsleiterin Irene Reichel ist der Gewässerentwicklungsplan, in den das Projekt aufgenommen werden muss, relativ ungenau. Das Wasserwirtschaftsamt werde sicher zwei bis drei Jahre brauchen, ihn zu konkretisieren.

(rds)

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