Hubert Heigl kennt seine Pappenheimer: Er ist seit 20 Jahren Eismann im Landkreis. sue

Hubert Heigl weiß, was Frauen wünschen

Dachau - Er kennt die Vorlieben mancher Frau besser als deren Ehemann - in kulinarischer Hinsicht. Hubert Heigl ist seit 20 Jahren als Eismann im Landkreis Dachau unterwegs. Am heutigen „Tag der Tiefkühlkost“ hat er aber frei - weil Sonntag ist.

Jeden Werktag ist Hubert Heigl aus Aufkirchen (Kreis Fürstenfeldbruck) mit seinem Eismann-Auto im Landkreis Dachau unterwegs. Wenn möglich mit Lederhose. Denn das ist sein Markenzeichen. Insgesamt 950 Stammkunden hat der in Mammendorf Geborene in den Gemeinden Schwabhausen, Odelzhausen und Erdweg.

Da kennt der 53-Jährige seine Pappenheimer genau - oder besser gesagt: Pappenheimerinnen. Denn der Großteil von Heigls Kunden sind Hausfrauen und ältere Damen. „Gerade bei Älteren ist es mir schon wichtig, dass ich ein bisschen Zeit mitbringe“, erklärt der Vater zweier erwachsener Kinder. Einige seiner Kundinnen seien viel alleine und froh, jemanden zum Reden zu haben. „Das plane ich vorher dann schon ein.“ Zudem werde er häufig auf einen Kaffee eingeladen. „Aber das mache ich eigentlich nicht. Wenn die Nachbarn dann das Eismann-Auto die ganze Zeit vor dem Haus stehen sehen, kommen schnell Gerüchte auf...“

Dennoch hat Hubert Heigl Zeit, seine Kunden mit den Jahren besser kennenzulernen. „Das sind schöne Erlebnisse, wenn man die Kinder groß werden sieht, und diese später vielleicht sogar auch meine Kunden werden.“ Manche Abnehmer vertrauen dem FC-Bayern-Fan sogar soweit, dass er ihren Hausschlüssel hat und ihnen in Abwesenheit die Tiefkühlkost gleich in den Gefrierschrank einräumt.

Aber es gibt auch tragische Schicksalsschläge, die der Tiefkühlkostverkäufer bei seinen regelmäßigen Besuchen miterlebt. „Ich hatte zum Beispiel eine Kundin, deren kleine Tochter an Krebs erkrankt war. Es ging ihr immer schlechter, und zum Schluss wollte sie nur noch meine Bärchen-Ravioli essen“, erzählt Heigl. Die Mutter des kranken Kindes habe ihn oft spontan angerufen, wenn sie das Nudelgericht kurzfristig brauchte. „Dann bin ich einfach schnell vorbei gefahren und habe es gebracht. So etwas vergisst man natürlich nie.“

Hubert Heigl ist gelernter Konditormeister. Doch aufgrund einer Stauballergie konnte er den Beruf nicht weiter ausüben. Deswegen versuchte er sich als Eismann. „Das hat mir gleich gefallen. Ich konnte was mit Lebensmitteln machen und hatte direkten Kontakt mit den Kunden.“ Mit den Jahren hat er sich seinen Kundenstamm aufgebaut. Seine Ehefrau unterstützt ihn bei der Büroarbeit.

Auch in seiner Freizeit ist Hubert Heigl gerne und viel unter Leuten: Er ist treuer Anhänger und Sponsor des SC Oberweikertshofen, spielt Tennis beim FSV Aufkirchen, ist bei der Feuerwehr, im Gesangsverein und musiziert in zwei Gruppen mit seinem Akkordeon, bei „4 Boarische“ und „Fünfe samma“. Hubert Heigl ist also durch und durch Bayer - in und außerhalb seines Eismann-Autos.

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