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Ihr Terminkalender ist voll: Sozialpädagogin Sabine Decker in ihrem Büro in der Grundschule Augustenfeld. 

Immer mehr Jugendsozialarbeit im Landkreis Dachau

Sie nehmen sich Zeit für die Kinder

Sie haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte von Kindern: Jugendsozialarbeiter erfüllen eine wichtige Funktion – als neutrale Ansprechpartner zwischen Eltern, Lehrern und Mitschülern. Künftig kommen noch mehr Schulen im Landkreis in den Genuss eines solchen Angebots: die Grundschulen Altomünster und Markt Indersdorf.

Probleme im Elternhaus oder Streitigkeiten mit Mitschülern – die Anliegen, wegen denen Schüler zu der Sozialarbeitern Sabine Decker kommen, sind ganz unterschiedlich. Sie ist bei der AWO Dachau und betreut die Grundschulen in Dachau-Ost und in Augustenfeld. Künftig wird es noch mehr Beratungsstellen dieser Art geben: Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises stimmte einem Antrag von Jugendamtsleiterin Steffi Weinhold auf zusätzliche finanzielle Förderung zum Ausbau der Jugendsozialarbeit an den Grundschulen Altomünster und Markt Indersdorf zu. Sie bekommen nun jeweils eine Halbtagesstelle für Jugendsozialarbeit.

Die erste Grundschule im Landkreis, die Jugendsozialarbeit angeboten hat, war die in Petershausen. Bereits seit acht Jahren gibt es das Angebot – mit großem Erfolg. „Ich will es mir gar nicht mehr ohne die Sozialarbeit vorstellen“, sagt die Schulleiterin Ulrike Schneider-Güll. „Ich finde, in jeder Schule sollte es eine solche Anlaufstelle geben.“ Nicht nur Kinder nehmen laut Schneider-Güll das Angebot in Anspruch, sondern auch Lehrer und Eltern. „Wir haben einfach die Möglichkeit, uns ausgiebig Zeit für die Kinder zu nehmen und ausführlich mit ihnen zu sprechen“, erläutert Decker.

Ermittelt wird der Bedarf für die Jugendsozialarbeit grundsätzlich durch eine sogenannte Sozialraumanalyse. Um beim Freistaat den Antrag auf Förderung stellen zu können, müssen allerdings verschiedene Kriterien erfüllt sein. Die Region wird auf verschiedene Aspekte überprüft, unter anderem wird die Anzahl der Kinder mit alleinerziehenden Elternteilen ermittelt. Außerdem muss es and er Schule einen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von mindestens 20 Prozent geben. Bei der letzten Sozialraumanalyse wurde zwar ein besonderer Bedarf an Jugendhilfe festgestellt, der erforderte Migrationsanteil wird jedoch weder in Indersdorf noch in Altomünster erreicht. „Unsere eigene Einschätzung ist uns aber wichtiger als formale Vorgaben des Freistaates“, so bezog Landrat Stefan Löwl klar Stellung.

Die Finanzierung steht im Idealfall auf drei Säulen: der Schulträger, also die Gemeinde, der Landkreis und der Freistaat teilen sich die Kosten. Im Ausschuss hat man sich nun darauf geeinigt, ein anderes Finanzierungsmodell zu wählen, das sich schon an der Grundschule Weichs bewährt hat: Der Anteil des Freistaates wird zu gleichen Teilen vom Landkreis und der Gemeinde übernommen. Das bedeutet zusätzlich jeweils 8180 Euro Kosten. Die meisten Politiker waren aber der Meinung, dass dies aber eine sinnvolle Mittelverwendung sei. Lediglich Sebastian Leiß (FW) war dagegen. Die Sozialraumanalyse, soll auch für die Jahre 2014 bis 2016 weitergeführt werden – diese Entscheidung war einstimmig.

Das Angebot wird dankend angenommen, jedenfalls bei Sabine Decker. Die Schüler müssen bei ihr nie länger als einen Tag auf einen Termin warten; jeden Vormittag kommen Kinder zu ihr und zusätzlich stehen abends oft noch Elterngespräche auf dem Programm – ihr Terminkalender ist voll. 

(ahu & sr)

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