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Klinik-GeschäftsführerChristoph Engelbrecht.

Info-Gespräch könnte zum Tribunal werden

Misstände: Klinik-Chef muss zum Rapport

Dachau - Amper-Klinikum-Geschäftsführer Christoph Engelbrecht wird dem Kreistag am kommenden Freitag über den Status quo des Krankenhauses in Dachau berichten. Zu groß sind die Missstände in der Klinik.

Der Geschäftsführer des Helios-Amper-Klinikums Dachau, Christoph Engelbrecht, hat am Freitag, 21. Oktober, um 8.30 Uhr im Kreistag wegen der Probleme im Pflegebereich sowie bei der Sauberkeit des Dachauer Krankenhauses Rede und Antwort zu stehen.

Es handele sich zwar um die turnusgemäße Berichterstattung im Rahmen der jährlichen Anhörung aller Privatbetriebe, an denen der Landkreis Dachau Beteiligungen hält, betont Landratsamtsprecher Wolfgang Reichelt, dennoch wird sich der Klinikchef unangenehme Fragen des Plenums gefallen lassen müssen.

Umfangreiche Recherchen der Dachauer Nachrichten haben ergeben, dass es im Dachauer Krankenhaus große Probleme mit der Sauberkeit in den Zimmern gibt. Wegen dauerhafter Unterbesetzungen beim Pflegepersonal werden zudem Patienten vernachlässigt. So kommt es vor, dass während der Nachtschicht zwei Pflegekräfte für 77 Patienten zuständig sind. Wie groß die Überlastung der Angestellten ist, zeigt der Fall der privaten Pflegekraft einer Patientin. Die Frau wurde vom Klinikpersonal kurzerhand im Stationsbetrieb mit eingespannt.

In der Sitzung am Freitag werden die Kreisräte noch keine Entscheidungen treffen. „Der Kreistag kann in der Sitzung nicht darüber abstimmen, dass er Maßnahmen einleiten kann“, sagt Medienchef Reichelt. Aber Landrat Stefan Löwl und Kollegen werden genau hinhören, welche Antworten Klinikchef Engelbrecht gibt. Denn der Landkreis, der 5,1 Prozent der Anteile an den Helios-Häusern Dachau und Indersdorf besitzt, hat umfangreiche Mitspracherechte. Diese sind deshalb besonders stark, weil die Häuser als Aktiengesellschaft zusammengefasst sind. „So können Vorstand und Aufsichtsrat nur mit Zustimmung des Landkreises entlastet werden“, sagt Gerhard Weber, Abteilungsleiter Zentrale Angelegenheiten im Landratsamt. Wird die Entlastung verweigert, so stellt dies einen Vertrauensentzug dar und kann eine Warnwirkung gegenüber Außenstehenden entfalten.

Immer wieder fällt der Satz: Die Klinik möchte Gewinn machen und spart deshalb beim Personal. Das mag richtig sein. Nur: Beim Thema Gewinn redet der Landkreis fleißig mit. „Gewinnausschüttungen ohne Zustimmung des Landkreises wären nur möglich, wenn eine Eigenkapitalquote von 70 Prozent erhalten bleibt“, so Gerhard Weber, der jedoch erklärt, dass es noch keine Gewinnausschüttung gegeben habe, seit Helios Mitaktionär sei. Weiter zu berücksichtigen ist, dass Helios unter anderem rund 70 Millionen Euro in den Bau eines neuen Traktes investiert, in dem es Ende nächsten Jahres 136 weitere Betten geben wird.

Trotz hoher Investitionen und Gewinnerzielungsabsichten bestreiten Klinik-Geschäftsführer Christoph Engelbrecht und Pflegedirektor René Marx immer wieder, dass es Unterbesetzungen beim Pflegepersonal gibt. Fast alle 320 Stellen seien besetzt, heißt es. Ob dem so ist, das wollen die Kreisräte am 21. Oktober genau wissen. Und dies wird nur eine Frage von vielen sein, die sie stellen werden.

Thomas Zimmerly

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