Am Grab von Manfred Schott erwiesen Rudolf Reischl und die Trauergäste dem beliebten Hebertshauser die letzte Ehre. foto: khr

Ein letzter Gruß an Manfred Schott

Hebertshausen - Manfred Schott ist plötzlich und völlig unerwartet im Alter von 72 Jahren nach einem kurzen, schweren Leiden verstorben.

In der Gemeinde Hebertshausen war er allseits bekannt und geschätzt. Im Rahmen einer würdevollen Trauerfeier mit Trauerrednerin Dr. Evi- Maria Weigl und einer Musikgruppe in der Pfarrkirche Hebertshausen verabschiedeten sich seine Familie, Freunde, Klassenkameraden, Bekannte, Geschäftspartner und die Bevölkerung von ihm.

Evi-Maria Weigl beschrieb in ihrem Nachruf das Leben des Verstorbenen: Er wurde am 6. März 1944 in Dachau geboren. Erst mit vier Jahren sah er seinen Vater Sepp zum ersten Mal. Er war glücklicherweise vom zweiten Weltkrieg und aus der Gefangenschaft nach Hause gekommen. Manfred Schott wuchs in Hebertshausen auf und besuchte dort die „höhere Schule“. Er meinte damit scherzhafterweise die damalige Volksschule, die am höchsten Punkt des Dorfes, gleich neben der Kirche St. Georg, stand.

Bereits durch diese kleine Anekdote wird deutlich: Der Hebertshausener war damals ein Lausbub und natürlich auch ein Ministrant. Später wurde er aber „unehrenhaft“ vom Ministrantendienst entlassen. Weil er manchmal andere Interessen zeigte, als in die Kirche zu gehen.

Nach der Volksschule machte er eine Lehre und wurde Raumausstatter. Kein Wunder: Denn er sollte einmal den Raumausstatterbetrieb seines Vaters Sepp Schott übernehmen. In seiner Freizeit ging er natürlich mit seinen Freunden zum Tanzen in das Café Waldfrieden. Dort lernte er auch seine große Liebe Ruth kennen.

Doch hatte er immer noch viel „Schmarrn“ im Kopf: Mit seinen Freunden feierte er so manche Feste, und dabei gab es natürlich viel zu Lachen. 1966 besuchte er die Meisterschule und schaffte die Prüfung mit viel Ehrgeiz, denn er war damals der jüngste deutsche Raumausstattermeister.

1969 baute er sich ein Haus in der Bahnhofstraße. Im Jahr 1969 läuteten auch die Hochzeitsglocken, und alsbald kamen die Töchter Martina und Alexandra zur Welt. 1971 übernahm er den Betrieb seines Vaters und führte ihn bis zu seiner Rente erfolgreich weiter. Aufgrund seiner Verdienste ernannte ihn die Innung der Raumausstatter zwischenzeitlich zum Innungsobermeister.

Schließlich stieg Schotts Tochter Martina mit in den Betrieb ein, was Vater Manfred entlastete.

Der Hebertshausener war ein sehr geselliger Mensch: Er liebte seinen Stammtisch und seinen sonntäglichen Frühschoppen. Er ließ sich auch keinen zünftigen Schafkopf oder Watt entgehen. Auch sportlich betätige er sich. So spielte er in jungen Jahren Eishockey beim ASV Dachau. Außerdem war er bei den Stockschützen der SpVgg Hebertshausen mit dabei. Auch das Skifahren hatte es ihm angetan. Außerdem war er Gründungsmitglied des Sportkegelclubs Waldfrieden und der Aktion Maibaum. In den vergangenen Jahren widmete er sich der kleinen weißen Kugel und spielte Golf. Schott war zwanzig Jahre aktiver Feuerwehrmann. Und war jahrelang bei der Schützengesellschaft Waldfrieden aktiv.

Neben seinen vielseitigen sportlichen und gesellschaftlichen Interessen war das Reisen eine seiner großen Leidenschaften. Jedes Jahr machte er eine mehrtägige Radltour mit seinen Freunden durch halb Deutschland. Außerdem fuhr er mit seiner Familie gerne an den Gardasee. Später bereiste er mit seiner Frau Ruth aber auch Länder in der ganzen Welt.

Deshalb traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag, als seine Frau vor rund sieben Jahren, im Jahr 2009, verstarb. Sie sorgte sich die ganzen Jahre um die Familie und half ihm auch seinen Betrieb erfolgreich zu führen.

Für Manfred Schott musste es trotzdem weitergehen. Er überwand seinen Schmerz. Für ihn gehörte der Tod zum Leben. Ihm zur Seite standen seine Familie und seit 2015 seine Lebensgefährtin Hanni. Die Lebensfreude konnte ihm keiner nehmen. Viele Freunde erinnern sich gerne an seine Worte: „Geh, trink ma no a Glasl Wein“. Er starb mit erhobenem Haupt, wie es die Trauerrednerin Dr. Evi-Maria Weigl ausdrückte.

Am offenen Grab erwiesen ihm die Fahnenabordnungen der Feuerwehr, der Schützengesellschaft Waldfrieden und der Soldaten- und Reservisten Ampermoching/Hebertshausen die letzte Ehre. Zweiter Vorsitzender Georg Roth junior und der Vorsitzende der Soldaten- und Reservistenkameradschaf Ampermoching/Hebertshausen, Rudolf Reischl, erinnerten in ihrem Nachruf an den Verstorbenen und sprachen der Familie Trost aus. Zwei Bläser bliesen das Lied vom „Guten Kameraden“, und die Fahnen senkten sich zum letzten Gruß über das offene Grab.

Klaus Rabl

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