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Um vier Prozent sind die Mieten in Dachau im Vergleich zu vergangenem Jahr angestiegen. Das hat auch Folgen für die Obdachlosenunterkünfte in der Stadt.

Mietpreisbremse bleibt in Dachau ohne Wirkung

Dachau - Trotz Mietpreisbremse steigen die Kosten für angemietete Wohnungen in Dachau - jedes Jahr aufs Neue. Gleichzeitig steigen auch die Anfragen nach Obdachlosenunterkünften.

Allein im Vergleich zum Vorjahr sind die Nettokaltmieten, ohne Heizungs- und Wasserkosten, in Dachau um vier Prozent angestiegen. Aus einer Studie des Onlineportals Immowelt geht hervor, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 11,10 Euro im Jahr 2015 auf heuer 11,50 Euro angestiegen ist. Für eine 90 Quadratmeter Wohnung müssen Dachauer also rund 1040 Euro blechen. Für den Durchschnittspreis wurden sowohl die Mieten für Neu-, als auch Bestandsbauten miteinberechnet. Vom Jahr 2014 auf 2016 haben sich die Mieten allerdings nur um ein Prozent gesteigert.

Mit 11,50 Euro pro Quadratmeter liegt Dachau auf Platz zwei der teuersten Städte mit Mietpreisbremse - nach der Landeshauptstadt München. Die Mietpreisbremse schreibt seit Anfang vergangenen Jahres vor, dass die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Ausgenommen davon sind neugebaute und modernisierte Wohnungen. In Dachau hat die Mietpreisbremse offenbar nur wenig gebracht. Die Mietpreise stiegen trotzdem.

Auf Platz eins der teuersten Städte mit Mietpreisbremse in Bayern liegt jedoch München. Dort kostet der Quadratmeter rund sechs Euro mehr als in Dachau, nämlich 17,30 Euro. Auf Platz drei und vier folgen Ingolstadt und Fürstenfeldbruck. Im Durchschnitt kostet eine 90 Quadratmeter Wohnung in Fürstenfeldbruck 980 Euro, also rund 60 Euro weniger als in Dachau.

Dem Ordnungsamtsleiter Stefan Januschkowetz macht die Wohnungsnot in Dachau, die nicht zuletzt wegen der hohen Mieten herrscht, zu schaffen. Er ist für die zehn Obdachlosenunterkünfte im Stadtgebiet zuständig, in denen derzeit 160 Menschen leben. „Das Mietniveau in Dachau ist einfach sehr hoch.“ Rund 80 Prozent der Bewohner der Obdachlosenunterkünfte sind zwar mietfähig, aber sie finden keine Wohnung, erklärt Stefan Januschkowetz. Vor einigen Jahren lag die Zahl der untergebrachten Obdachlosen „noch deutlich unter 100“, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

Viele der jetzigen Bewohner, die zum Beispiel unerwartet ihren Job verloren haben oder sich von ihrem Partner getrennt haben, seien auf Sozialhilfe angewiesen. „Sie können nur eine Kaltmiete von 8,69 Euro bezahlen“, sagt der Ordnungsamtsleiter, „dafür kriegen sie in Dachau nicht mehr viel.“ Deswegen bleiben die meisten Bewohner der Obdachlosenunterkünfte länger dort, als eigentlich nötig. Einige der Bewohner kommen außerdem in die Unterkunft, weil ihre Miete angehoben wurde und sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten konnten.

Auch die Frauen im AWO-Frauenhaus spüren den Wohnungsengpass in Dachau (wir haben berichtet). Nachdem die Frauen eigentlich psychisch stabil sind und aus dem Haus ausziehen können, suchen die meisten monatelang vergeblich nach einer Wohnung.

Die Stadt versuche zwar Sozialwohnungen zu schaffen, aber Grundstücke dafür zu finden sei nicht einfach, so Januschkowetz. Es gebe nur noch wenig leer stehende Häuser in Dachau. „Und die verkauft der Besitzer meist an einen Bauherren, der das Haus abreißt und ein neues Mehrfamilienhaus hinstellt.“ Damit umgeht der zukünftige Vermieter die Mietpreisbremse.

„Der Andrang auf unsere Obdachlosenunterkünfte ist ungebrochen“, sagt Januschkowetz. Vor allem viele Familien mit Kindern seien in den Unterkünften untergebracht. Deshalb will sich die Stadt in den nächsten Jahren darum bemühen, weitere Sozialwohnungen zu schaffen - vor allem im Hinterland. Denn dort seien die Mieten noch günstiger.

Anna Schwarz

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