Die Grund- und Mittelschule Odelzhausen. sm

Gerade erst saniert

Pfusch am Bau: Schule droht der Abriss

Odelzhausen - Die Grund- und Mittelschule Odelzhausen muss möglicherweise abgerissen werden - weil beim Bau vor 40 Jahren gepfuscht wurde. Dabei wurde sie gerade erst umfangreich saniert.

Architekten und Fachingenieure haben grundlegende Mängel in fast allen Bereichen des Gebäudes offengelegt. Die Ursache liegt in der Vergangenheit, und dort in einer mangelhaften Planung und Bauausführung. Das teilte der Zweckverband Grund- und Mittelschule Odelzhausen gestern in einer Presseerklärung mit. Die aktuellen Erkenntnisse haben auch Auswirkungen auf den geplanten Realschulneubau.

Gebaut wurde die Grund- und Mittelschule von 1972 bis 1975. Die Frage, warum die Mängel in den vergangenen Jahren bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten nicht entdeckt und behoben wurden, ist noch offen. Mit Unterstützung eines Brandschutzgutachters und von Experten des Landratsamtes wurden bereits Sofortmaßnahmen durchgeführt, um eine Gefährdung für Schüler und Personal ausschließen zu können.

Im Zuge geplanter Umbauarbeiten am Gebäude der Grund- und Mittelschule hatte der Schulzweckverband aus den Gemeinden Odelzhausen, Pfaffenhofen und Sulzemoos eine Bestandsbewertung in Auftrag gegeben, um für die geplanten Investitionen eine Grundlage zu erhalten. Der Untersuchungsumfang umfasste die Bereiche Statik, Schadstoffe, Haustechnik, Brandschutz, Bauphysik und die Mängel in der Barrierefreiheit, so der Schulverbandsvorsitzende Helmut Zech in der Pressemitteilung. Die Ergebnisse der beauftragten Architekten und Fachingenieure zeigten grundlegende Mängel in fast allen Bereichen der Schule. Langjährige Zweckverbandsräte erinnerten sich unlängst bei der konstituierenden Sitzung in der nichtöffentlichen Verbandsversammlung am 26. Juni an viele Gerichtsverfahren beim Bau, so Zech. Der Schulverband habe zwar alle gewonnen, aber anscheinend haben die Urteile nicht zur fachlich richtigen Bauausführung geführt. Zech: „So wurde beispielsweise bei der damaligen Herstellung der Betonteile die erforderliche Betondeckung (Anmerkung: Abstand der Bewehrung zur Bauteilaußenseite) nicht in dem Umfang eingehalten, wie es die entsprechenden Vorschriften vorgegeben haben.“ Trennwände wurden auch nicht bis unter die Rohdecke geführt und nicht in der erforderlichen Brandschutzklasse ausgeführt. Eine Schadstoffuntersuchung ergab zudem, dass 1300 Stahlstäbe verbaut sind, die aus Brandschutzgründen asbesthaltige Ummantelungen erhielten. Eine Gefährdung schließen die Experten aus, solange nicht an den Deckenbereichen gearbeitet wird. Beleuchtung, Rohrleitungssystem und Heizungsanlage sind in den kommenden Jahren anzupassen.

Fazit der Bestandsbewertung: Entweder entschließt sich der Schulverband zu einer Generalsanierung mit geschätzten Kosten von rund 21 Millionen Euro oder für ein Ersatz-/Neubau für etwa 24 Millionen Euro. Eine Entscheidung trifft die Regierung von Oberbayern.

Der geplante Realschulstandort wird sich angesichts dieser Erkenntnisse verzögern, weil der Standort neben der Grund- und Mittelschule nochmals von den Architekturbüros im Bezug auf den eventuellen Ersatzbau geprüft und angepasst werden muss. Mit dem Baubeginn für das neue Realschulgebäude ist wohl erst im Frühsommer 2015 zu rechnen. Bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus sind aber genügend Räumlichkeiten für die Realschule im bestehenden Gebäude vorhanden. Es wird bis zur Fertigstellung des Ersatzbaus für schulische Zwecke zu Verfügung stehen.

Manfred sailer

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