Rendezvous mit Christus und DOSB-Chef

Jetzendorf - Die Olympischen Spiele sind vorbei, und nun ist auch die Jetzendorferin Franziska Wallner (28) aus dem Deutschen Olympischen Jugendlager in Rio wohlbehalten zurückgekehrt, wo sie als Betreuerin fungierte. Ihre Eindrücke? Unvergesslich.

Franziska Wallner ist Turnerin des TSV Jetzendorf und war schon 2004 als 16-Jährige in Athen im Deutschen Olympischen Jugendlager (DOJL) dabei. Nun, zwölf Jahre später, folgte sie erneut dem Ruf von Olympia. In Rio war die heute 28-Jährige als Betreuerin von 50 Jugendlichen dabei. „Ihre“ Nachwuchsathleten übten 30 verschiedene Sportarten aus und stammen aus 14 Bundesländern.

Sichtlich müde und erschöpft, aber glücklich kehrte Franziska Wallner nun ins obere Ilmtal zurück. 16 Tage lang erlebte sie zusammen mit den Jugendlichen die Faszination Olympia hautnah und hielt ihre Ohren und Augen offen: bei Wettkämpfen, bei Besuchen von sozialen Projekten in den Favelas und bei diversen Terminen mit hochrangigen Sportpolitikern.

„So unterschiedlich die Sportarten, aus denen die Teilnehmer stammen, so unterschiedlich auch ihre persönlichen Highlights - von Fechten über Turnen bis zum Volleyball war alles dabei“, so Wallner, die viele Jahre im Wettkampfgeschehen der Jetzendorfer Turnerinnen aktiv war.

Das Jugendlager in Rio wird sie nie vergessen. „Dass ich dabei auch die original Olympia-Fackel halten durfte, vergesse ich nicht“, so die Tochter des Jetzendorfer TSV-Vorsitzenden Michael Wallner.

Mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann und den DOSB-Präsidiumsmitgliedern Gudrun Doll-Tepper, Petra Tzschoppe und Ingo Weiss diskutierten Franziska Wallner und die von ihr betreuten Jugendlichen kontrovers die „Causa Russland“, die generelle Dopingproblematik, ehrenamtliches Engagement und andere Themen, die den Sport und die Jugendlichen bewegen.

Mit Mitgliedern des Sportausschusses des Deutschen Bundestags erörterte die Gruppe die Grenzen der Möglichkeiten der Sportförderung in Deutschland und sprachen mit Sylvia Schenk von Transparency International über Manipulation und Korruption im Sport.

Die 28-jährige Jetzendorferin, die im Herbst eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnt, fand es gut, dass sich der Sportnachwuchs auch mit den Themen Nachhaltigkeit und Inklusion auseinandersetzte. Gemeinsam mit 50 brasilianischen Jugendlichen erarbeiteten die jungen Deutschen unter der Leitung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen Tag lang ihre Vision einer „Olympiastadt der Zukunft“ und probierten gemeinsam Blindenfußball und Rollstuhlbasketball aus.

Bei Besuchen in verschiedenen Projekten der Deutschen Gesellschaft für internationale Zuammenarbeit und dem Aktionsbündnis „Rio bewegt. Uns“ hatten die Jugendlichen in Kleingruppen zusätzlich die Möglichkeit, tief in die Lebenssituationen der gleichaltrigen Brasilianer einzutauchen und die Lebensumstände in den Comunidades (Favelas) kennenzulernen. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort haben Franziska Wallner bewegt. Und: Sie fand die Mentalität dieser Menschen „bezaubernd“.

Natürlich kam in Rio de Janeiro auch die Freizeit nicht zu kurz. Ein Strandnachmittag, der Besuch des 710 Meter hohen Berges Corcovado mit der 38 Meter hohen Christusstatue am Gipfel sowie der Aufstieg auf den zweiten prägenden Berg der Stadt, den Zuckerhut, durften nicht fehlen.

Josef Ostermair

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