Prozess vor dem Landgericht

Der Überfall war "nur ein Scherz"

Röhrmoos - Ein Duo klingelt maskiert und bewaffnet an der Tür eines Bekannten, hält ihm die Pistole an die Schläfe und fordert Rauschgift: Doch das war „alles nur ein Scherz“, sagt nun einer der Angeklagten, ein 22-jähriger Mechatroniker aus Vierkirchen, vor Gericht.

Mit schwarzen Sturmhauben und einer täuschend echten Plastikpistole standen zwei junge Männer (22 und 24) am Morgen des 18. Februar 2015 vor der Tür eines Bekannten in Röhrmoos. Sie kannten ihn aus vorangegangenen Drogengeschäften und wollten ihm Rauschgift, vor allem Ecstasy, rauben. So heißt es ihn der Anklage der Staatsanwaltschaft, die ihnen versuchten schweren Raub und zweifache gefährliche Körperverletzung vorwirft. Seit gestern müssen sie sich vor dem Landgericht München II verantworten. 

Der 22-jährige Mechatroniker aus Vierkirchen gesteht zwar die Tat, spricht aber davon, dass alles lediglich „ein Scherz“ gewesen sei. Der 23-jährige Logistiker aus Röhrmoos bestreitet die Tat – und macht vor Gericht keine Angaben dazu. Laut Anklage hat sich alles folgendermaßen abgespielt: Maskiert und bewaffnet klingelte das Duo gegen sieben Uhr in der Früh bei dem Bekannten, der mit seinem Bruder zusammenwohnt. 

Gleich beim Öffnen der Tür sollen sie ihn attackiert und in die Wohnung gedrängt haben. Dabei habe der 22-Jährige dem Opfer die Pistole an die Schläfe gehalten, die dieser für eine echte Waffe hielt. Der 23-Jährige lief dann in dessen Schlafzimmer, um nach Ecstasy zu suchen. Währenddessen kam der Bruder dem Überfallenen zu Hilfe und schlug dem 22-Jährigen die Pistole aus der Hand. Dafür soll er allerdings Faustschläge kassiert haben. 

Der Angreifer habe ihn auch gut 15 Sekunden lang gewürgt. Derweil versuchte der andere Bruder, den flüchtenden 23-Jährigen festzuhalten. Das gelang allerdings nicht, weil dieser auf seinen Widersacher eingehauen habe – er soll ihm dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn gewürgt haben. Er floh. Anschließend gelang es den Brüdern jedoch gemeinsam, den zweiten Angreifer zu überwältigen und ihm die Sturmhaube vom Gesicht zu reißen. 

Der 22-Jährige wurde festgenommen und saß bis 6. März 2015 in Untersuchungshaft. Sein Komplize wurde am 6. März festgenommen und saß bis 16. April 2015 in U-Haft. 

Der 22-jährige Vierkirchner spielte die Sache vor Gericht herunter. Er und sein Kumpel hätten sich nur einen Spaß machen wollen. Das mit den Sturmhauben hätten sie in Filmen so gesehen. „Lustig“, kommentierte die Vorsitzende Richterin ironisch. 

Der Angeklagte sprach schließlich davon, dass die Tat „reflexartig“ geschehen sei. Von solchen Reflexen habe sie noch nie etwas gehört, sagte die Richterin – „und ich mache das Geschäft schon lange“. 

Der 22-Jährige versuchte erneut, sich zu erklären: „Ich wollte es halt irgendwie rüberbringen, dass er Angst kriegt.“ Doch auch das kam nicht gut an. Die Richterin fragte sich, warum er sein Opfer „gleich in Todesangst versetzen“ wollte. Wenn es von schlechterer Gesundheit gewesen wäre, hätte es einen Herzinfarkt bekommen können. Der Prozess dauert an.

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