Sparen Fehlanzeige

Dachau - Die Erweiterung der Grundschule Augustenfald hat schon mal Ärger gemacht: Weil den Stadträten die Kosten zu hoch erschienen. Waren sie auch - wegen eines Rechenfehler.

Über 1,5 Millionen Euro. Nun wurde der rausgerechnet. Und doch lag das Ergebnis weit über den angesetzten acht Millionen Euro.

Acht Millionen Euro hieß es, damals, im Mai 2015. Ein Jahr später, im Mai 2016, standen dann einige Millionen mehr auf den Plänen: elf Millionen Euro. Für die Erweiterung der Grundschule Augustenfeld - damit dort eine gebundenen Ganztagsschule entstehen kann. Die Politiker samt OB waren entsetzt (wir haben berichtet), es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich die ganze Sache mal ansehen wollte.

Das hat sie getan. Glücklicherweise, kann man sagen - denn schnell ist ein Rechenfehler aufgetaucht: Die Excel-Tabelle für die Kosten hatte wohl verborgene Zeilen mit verborgen Zahlen enthalten - die quasi unsichtbar dazu gerechnet wurden - 1,5 Millionen Euro waren das. Die natürlich schnell wieder abgezogen wurden. Und doch lagen die Kosten bei der Präsentation im Bauausschuss am Dienstag wieder bei 10,7 Millionen Euro. Weil man Geld für „Unvorhergesehenes“ eingeplant hat, und da Baukosten nunmal von Jahr zu Jahr und von Tag zu steigen. „Die Spargruppe hat festgestellt, dass man nicht sparen kann“, meinte Volker C. Koch (SPD).

Einspar-Potenziale hat die Arbeitsgruppe aber schon gefunden. Doch die meisten erschienen ihnen zu gering: Ein „Wärmedämmverbundsystem“ statt „hinterlüftetem Fassadensystem“ würde 230 000 Euro Einsparung bringen, dafür wären aber die Unterhaltskosten höher. Die spezielle Möblierung für die Lernlandschaften könnte man streichen, das wären aber nur 150 000 Euro, und dann bräuchte man andere Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Lehrmittel. Und bei den Loggien könnte man sich 130 000 Euro sparen. Das alles schien den Politikern nicht rentabel, „nur die Loggien sind ein bisschen Luxus“, gab Koch zu.

Würde das gesamte Erdgeschoss des Neubaus gestrichen, also die überdachte Pausenfläche, könnte man aber immerhin 700 000 Euro sparen - dafür sprach sich etwa Norbert Winter (Bürger für Dachau) aus: „Dann kann man halt bei Regen nicht rausgehen.“ Der größte Punkt aber war das „Hortgeschoss“: Würde das gestrichen, sparte man sich 1,4 Millionen Euro ein. Gertrud-Schmidt-Podolsky plädierte samt ihrer Fraktion dafür. „Die 1,4 Millionen Euro können wir für andere Horte benutzen“, so Schmidt-Podolsky. Auch Wolfgang Moll (parteilos) meinte, dass der Hort in der gebundenen Ganztagsschule „rivalisierend“ sei, und auch Winter erklärte, „zwei verschiedene System in einem Haus machen sich Konkurrenz.

Das sah die Rektorin Helga Schiller anders. Sie bekam Rederecht und erklärte den Stadträten ihre Sicht (Kasten). Die CSU samt ihrer Schulreferentin und Familienreferentin blieben kontra Hortgeschoss. Was OB Florian Hartmann (SPD) ziemlich verärgerte: „Da stoßen Sie einige Eltern vor den Kopf“, wetterte er. „Das wäre ein falsches Signal.“ Dazu argumentierte er, dass man das Hortgeschoss, falls es nicht mehr gebraucht werden würde, einfach in Klassenzimmer umwandeln könnte. Dieses Argument zog wohl: Nach einer Pause endete die Abstimmung 8:7, mit OB SPD, Grüne, Bündnis, ÜB und Moll dafür. Damit ist die Erweiterung für 10,7 Millionen Euro beschlossen.

Nina Praun

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