Über 30 Einbruchsversuche in Karlsfeld

Polizei hat Bande im Visier

An über 30 Haustüren haben sich unbekannte Täter in Karlsfeld zu schaffen gemacht, in Hebertshausen sind der Polizei vier ähnliche Fälle bekannt. Die Polizei vermutet, dass es sich um eine Tätergruppe aus dem Baltikum handelt. Möglicherweise sind die Einbrecher noch im Landkreis.

Ihre Masche ist immer dieselbe: Die Einbrecher versuchen gezielt, mit einem Schraubenzieher die Türen aufzubrechen. „Geht die Tür leicht auf, dann durchsuchen die Täter nur schnell die Diele“, sagt Polizeihauptkommissar Michael Richter. Die Täter schnappen sich das, was sie auf die Schnelle finden, etwa eine Handtasche, Handy oder Geldbeutel. Geht die Tür auf die Schnelle nicht auf, ziehen sie wieder von dannen – beziehungsweise ein Haus weiter, wie vergangene Woche in der Schwarzhölzlsiedlung in Karlsfeld. 

Über 30 solcher Fälle sind der Polizei gemeldet worden. In der Schwarzhölzlsiedlung machten sich die Unbekannten an den Eingangstüren zu schaffen. Die Hausbesitzer bemerkten zum Beispiel Kratzer am Schloss. Den Einbrechern ist es in keinem Fall gelungen, ins Haus zu kommen: „weil die Haustüren allesamt abgesperrt und entsprechend gesichert waren“. 

Die Polizei ermittelte und überprüfte auch die Lage in ganz Bayern: Gibt es irgendwo ähnliche Fälle? „Das ist ein wichtiger Bestandteil der Ermittlungsarbeit“, erklärt Richter. So stießen die Dachauer Ermittler auf Fälle in Bayreuth, Nürnberg, Mittelfranken – „auf der Nord-Süd-Schiene“, sagte Richter. Es gebe erste Erkenntnisse zu einer Tätergruppe, die aus dem Baltikum stammt, genauso vorgeht und von Norden nach Süden zieht, so Richter. 

Die Einbruchsversuche in Karlsfeld liegen nun eine Woche zurück, und auch in Hebertshausen wurden vier Fälle bekannt: in der Reihenhaussiedlung, die an den ehemaligen Schießplatz angrenzt, die Baumsiedlung. Wann die Einbrecher sich hier zu schaffen machten, sei ungewiss, so Richter, weil die Bewohner zum Teil im Urlaub waren. „Wir können nicht 100-prozentig sicher sagen, dass es sich um die selben Täter handelt“, so Richter. Auf jeden Fall laufen verstärkte Fahndungsmaßnahmen. Denn möglicherweise halten sich die Täter noch im Landkreis auf. 

Gute Aufklärungsarbeit: Die Polizei informierte die Bürger vor Ort über wichtige Maßnahmen zum Einbruchsschutz. Bei den aktuellen Einbruchsversuchen waren alle Türen entsprechend gesichert.

Dass die Bürger ihre Haustüren bei den Einbruchsversuchen abgesperrt hatten, schreibt Richter auch der Präventionsaktion der Polizei zum Einbruchsschutz zu: An vier Nachmittagen haben über 100 angehende Polizeibeamte der Bereitschaftspolizei Bürger in Günding, Dachau, Hebertshausen, Vierkirchen, Karlsfeld und Petershausen in den vergangenen zwei Wochen informiert. „Dadurch sind die Menschen hellhörig und sensibel“, sagte Richter. Die Beamten teilten knapp 1300 Broschüren aus und informierten die Bürger über wichtige Maßnahmen gegen Einbrüche. 

Das Interesse der Bürger sei sehr groß gewesen, so der Polizeihauptkommissar. „Viele haben sich gefreut, dass sich die Polizei Zeit nimmt für solche Aktionen.“ Dabei ergebe sich eine Win-Win-Situation: „Denn für die Polizeibeamten in Ausbildung war es der erste Kontakt mit Bürgern“, so Richter.

 Einer jungen Kollegin war positiv aufgefallen, dass in Vierkirchen und Petershausen die Nachbarn sehr aufeinander schauen – im Gegensatz zu Orten wie etwa Dachau oder Karlsfeld, wo die Menschen anonymer leben und man die Nachbarn möglicherweise gar nicht kennt. 

Bei der Aktion „haben die Kollegen gut gesicherte Häuser gesehen, sind aber auch auf leichtsinnige Bürger gestoßen“, sagte Richter. Zum Beispiel auf Leute, die zum Einkaufen gehen und die Terrassentür gekippt lassen – oder eben die Türe nur zuziehen und nicht absperren. Wie wichtig es ist, die Türe abzusperren, zeigt der Fall der Einbrecher, die in Karlsfeld und Hebertshausen scheiterten.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ gms

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