Umgehungsstraßen sind das „letzte Mittel“

Dachau - Stadträte beschließen die Stellungnahme Dachaus für den Regionalplan München: Der ÖPNV hat Vorrang.

Die Stellungnahmen Dachaus zur Gesamtfortschreibung des Regionalplans München wurden in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses auf der Basis der Vorschläge aus dem Dachauer Bauamt diskutiert. Nach zahlreichen Nachfragen und einigen Änderungen segneten die Ausschussmitglieder die Stellungnahme ab.

Darin legte der Bauausschuss fest, dass die Verkehrsinfrastruktur bei weiteren Siedlungsprojekten nicht nur „möglichst“, sondern sogar „vorrangig“ über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) realisiert werden soll. Nach anfänglichen Irritationen und weiteren Erklärungen akzeptierte Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) den Vorschlag. Bauamtsleiter Michael Simon hatte erklärt, dass „dieses Kriterium aufgewertet werden sollte“. Verkehrsreferent Volker C. Koch (SPD) betonte, dies sei deshalb so wichtig, weil die Siedlungsbereiche immer mehr nach außen wachsen. „Die Erreichbarkeit per ÖPNV ist sogar eine Voraussetzung“, sagte Thomas Kreß (Grüne). „Es gibt nur noch ganz wenige weiße Flecken, die nicht durch den ÖPNV erschlossen sind“, ergänzte Rainer Rösch (ÜB).

Als „unglücklich formuliert“ sah der parteilose Wolfgang Moll an, dass das Bauamt Umgehungsstraßen nur als „letztes Mittel für eine verbesserte Aufenthaltsqualität“ ansah: „Wir sollten die Möglichkeit für Ortsumgehungen offen halten.“ Ihm widersprach Schmidt-Podolsky: „Die Formulierung entspricht genau unseren Vorstellungen.“ Dem pflichteten auch Kreß, Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) und Sören Schneider (SPD) bei.

Weil so viele Pendler gerade aus dem Landkreis Dachau im Münchner Norden arbeiteten, müsse es laut Koch eine Verbindung vom S-Bahn-Nordring zur S2 geben. Auch gelte es, S- und U-Bahnstationen intelligenter, etwa mit Fußgängerbändern, zu vernetzen. Das sahen im Ausschuss alle genauso. Generell warnte Schmidt-Podolsky davor, die Stationen zu autofeindlich zu formulieren: „Mir ist es lieber, die Leute fahren mit dem Auto zur S-Bahn als ganz in die Stadt.“

„Wichtig ist es, das Bewusstsein auf alle Verkehrsteilnehmer zu erweitern“, betonte Bauamtsleiter Simon. Park-and-Ride-Plätze sollten zu „Mobilitätsstationen“ erweitert werden, sagte Justus Hoffmann vom Tiefbauamt. Die bieten nicht nur Parkplätze für Fahrräder, Autos, Elektroautos und E-Bikes, sondern neben Stromzapfsäulen auch Leihmöglichkeiten von Fahrrädern für Fahrten in die Stadt. Doch als Koch dort auch Parkgebühren verlangen wollte, erhoben August Haas und Peter Strauch (beide CSU) Einspruch.

Den Begriff „grüne Biotopstrukturen“ für den Ascherbach hinterfragte Haas. Der sei meist von Verkehrswegen begleitet oder von Privatgrundstücken eingesäumt. Da sei es nicht sinnvoll, den Ascherbach besonders zu schützen, zumal er immer gleichmäßig viel Wasser führe und daher bestens für ein Wasserkraftwerk geeignet sei. Gegen Schneider und Kreß wurde das so beschlossen.

(rds)

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