„Einer der besten Momente meines Lebens“: Denise Schindler zeigt Angela Merkel und Barack Obama eine von ihr mitentwickelte, 3D-gedruckte Unterschenkelprothese. Rechts im Bild der Vizepräsident des Software-Anbieters Autodesk, Roland Zelles, links ein Mitarbeiter aus dem Stab des US-Präsidenten. foto: kn

Weltmeisterin trifft Weltpolitiker

Dachau - Die Dachauer Behindertenradsportlerin Denise Schindler staunte nicht schlecht, als plötzlich Barack Obama und Angela Merkel vor ihr standen.

Die 30-jährige Spitzensportlerin präsentierte auf der Hannover Messe die

Ergebnisse neuartiger, 3D-gedruckter Prothesen - und das interessierte auch Präsident und Kanzlerin.

Die Dachauer Behindertenradsportlerin Denise Schindler, 30, arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Software-Anbieter Autodesk für 3D-Design daran, Prothesen mit dem 3D-Drucker zu fertigen. Auf der Hannover Messe, der weltweit wichtigsten im Industriesektor, hat die Para-Radfahrerin, dem als Kind nach einem Unfall der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert. Und das weckte offensichtlich das Interesse von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Stand von Schindlers Sponsor war am Montag eine Station des traditionellen Rundgangs der Kanzlerin und dem Vertreter des Gastlandes. „Den US-Präsidenten und unsere Bundeskanzlerin zu treffen und beiden die Hand zu schütteln, war einer der besten Momente meines Lebens“, so Denise Schindler. „Beide waren überaus sympathisch und haben sich auch sehr für unser Projekt interessiert.“

Schindler entwickelt aktuell mit dem Software-Anbieter und einem Prothesenhersteller ein Verfahren, bei dem mithilfe von Laserscanning der Stumpf von Amputierten digital vermessen, modelliert und anschließend mit 3D-Druck produziert werden kann. Barack Obama und Angela Merkel informierten sich über das Projekt und begutachteten den ersten Prototypen der 3D-gedruckten Prothese. Besonders beeindruckt zeigte sich Barack Obama davon, dass mit der 3D-Druck-Technik nicht nur eine optimierte Prothese für die Para-Sportlerin entstehen wird, sondern dass die Technik auch dazu beitragen wird, die bisher teuren Sportprothesen auch für Amateure erschwinglich zu machen.

Als Abschluss nahm Denise Schindler noch die besten Wünsche für die Paralympischen Spiele in Rio entgegen. „Wenn einem zwei Staatschefs Glück wünschen und der Prothesen-Prototyp auch schon mit goldenen Elementen versehen ist, dann sind das schon zwei sehr gute Omen“, so Denise Schindler abschließend.

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